WordPress kann jeder

Once upon a time (also zu Beginn des Jahrtausends ungefähr), da gehört das wochenendliche Schrauben unter der Motorhaube des Weblogs zur korrekten blog experience einfach dazu. Das Aussehen des Weblogs war grundsätzlich selbst gehäkelt (und sah auch so aus). Die Software unter der Haube – sofern sie überhaupt unter der eigenen Haube steckte, nicht unter der eines Bloghosters – überforderte die damals verfügbaren Shared-Hosting-Accounts und blieb beim Schreiben gerne mal stehen (yes, MovableType, I’m looking at you!); die Fehlersuche und -behebung fand grundsätzlich beim Blogger zuhause statt, und Plugins waren etwas für den Browser, nicht fürs Blog.

Hach ja. Heute schreiben wir unsere Texte im Büro mit Word und unsere Blogs im Netz mit WordPress. Selbst hier, am Zentralbahnhof der häufigen Neustarts und abrupten Plattformwechsel.

Doch, wirklich: WordPress ist das Word unter den Blogsystemen: fast überall vorhanden oder schnell installiert, kann alles und – dank Plugins – noch mehr, als das Durchschnittsblog jemals wirklich rechtfertigt, hat so seinen Anteil an Sicherheitslücken, bringt bei entsprechender Nutzung die Serverperformance in Bodennähe und hat eine Usability knapp diesseits des Office Ribbon (Nutzer, die nie mit Office 2007/2008 zu tun hatten, dürfen jetzt verständnislos gucken). Weiterlesen

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Ohne Piraten

Mit “Urheberrecht und Nutzungsmöglichkeiten in der vernetzten Welt” beschäftige ich mich beruflich jeden Tag, wenn auch nicht unter dem leicht holprigen Titel “free access, but not for free“. Meine Aufgabe und die meiner Kolleginnen und Kollegen ist, dafür zu sorgen, dass die TV-Inhalte der Deutschen Welle, soweit möglich, auch online geguckt werden können. Und dieses “soweit möglich” war und ist das Thema eines zweitägigen Symposiums des Instituts für Rundfunktechnik, eines Think Tanks von ARD, ZDF, DeutschlandRadio, ORF und SRG.

Uhrheber (Symbolbild)Als nicht sonderlich regelmäßiger Besucher von Symposien glaube ich ja, dass ein Symposium umso besser ist, je weniger berechenbar die angebotenen Inhalte sind. Unter diesem Aspekt (der ja auch falsch kann, weil subjektiv) war das IRT-Symposium bei der Deutschen Welle in Bonn, nun ja, ein Teilerfolg. Denn dass Vertreter der etablierten Urheberrechtsmaschinerie das bestehende Urheberrecht ganz in Ordnung finden, ist nur mittelüberraschend.
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Wg. TXL

Durch die Verlängerung der Restlaufzeiten für die beiden alten Berliner Flughäfen (BER wird jetzt erst im nächsten März eröffnet) ist die folgende Eloge ein klein wenig obsolet geworden. Ich lasse sie hier aber stehen und kann sie zum 17. März 2013 ja nochmal hervorholen.

Aus der Abteilung: “Formulierungen, die einen neidisch machen” (doch, schon ein wenig):

In sieben Stunden werde ich zum vorletzten Mal in meinem Vielfliegerleben den Flughafen Berlin-Tegel erreichen, Rollkoffer am langen Arm, Laptoprucksack über der Schulter, Träne im Knopfloch. Ende Mai, so sagt mir mein Kalender, werde ich noch einmal von Tegel aus fliegen, und dann werde ich, Ex-Schönefelder (1994-1996 und 2004 noch einmal), mich für jede Dienstreise zunächst auf die halbe Stadtrundfahrt mit der S9 einlassen.

Nicht der einzige Grund, weshalb mir TXL (woher das X kommt, weiß ich nicht; TGL wäre als Airport-Code durchaus frei gewesen) fehlen wird. Einfach zu oft dort gewesen, zuviel gesehen, mich sehr an diesen kleinen Airport gewöhnt. Weiterlesen

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Die unsexy Krankheit

Die WandVor ein paar Tagen, in der Kantine meines Arbeitgebers. Ein Kollege winkt mir freundlich zu und fragt mich, ob ich wieder gesund sei. Ich war gerade aus dem Urlaub zurück und musste kurz nachdenken, was er denn eigentlich meinte. Bis er seinem Tischgenossen erklärte, dass ich ein Blog führte und dort über meine Krankheit geschrieben hätte und darüber, dass sie mich unter anderem vom Bloggen abhielte.

Wenn ein Zustand so dauerhaft geworden ist, dass selbst der Betroffene ihn lang nicht als Krankheit erkennt…

Ich leide an einer Depression. So. Jetzt ist es raus. Es ist nicht einfach, darüber zu reden, für einen, der in wirklich persönlichen Fragen eher ungern ein Gewese um sich selbst macht (ich sagte: “in wirklich persönlichen Fragen” – sonst bin ich immer gerne dabei beim Posen!). Es ist auch nicht einfach, in einer (immerhin begrenzten Blog-) Öffentlichkeit darüber zu reden, in der, wie ich seit dem Kantinentreffen aus dem ersten Absatz weiß, auch Kollegen zu finden sind. Und es ist schon gar nicht einfach, wenn der Betroffene selbst sich jahrelang ultimativ aufgefordert hat, sich verdammt noch eins nicht so zu haben. Weiterlesen

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