Uncool, aber kurz

Gebastel (Symbolbild)

Gebastel (Symbolbild)

Ja doch: Cool URLs don’t change. Wissen wir. Es gibt sogar eine Seite des WWW-Konsortiums, die sich mit diesem Thema beschäftigt, in einer nahezu philosophischen Art und Weise. Und doch ändern sich URLs (oder URIs), z.B. wenn man – wie yours truly – ständig sein Weblog neu aufsetzt. Also so alle paar Jahre.

Dazu kommt, dass die angeblichen Uniform Resource Locators, die wir in der Adresszeile des Browsers sehen (wenn wir da jemals hingucken) alles andere als das sind. Es sind eben nicht einheitliche Ressourcenzeiger, wie die Wikipedia das erklärt, sondern oft nur der Beginn eines lustigen redirect-Zirkusses. Dieser Text hat zum Beispiel den „sprechenden“ URL https://konstantinklein.com/uncool-aber-kurz/. Er enthält also den Domain-Namen und den Titel in einer Form, die man notfalls auch am Telefon ohne Probleme weitergeben kann. Es gibt aber natürlich (?) auf diesem ganzen Server kein Verzeichnis oder keine Datei mit dem Namen „uncool-aber-kurz“. Die Adresse dient lediglich WordPress dazu, aus der Datenbank eine Seite zusammenzustellen, die den Text zum Thema „Uncool, aber kurz“ enthält. Die Adresse lokalisiert also nicht eine feststehende Ressource, sondern fordert WordPress bei jedem Aufruf auf, die Ressource neu zu er- und dem Leser bereitzustellen.

Bei statischen Seiten ist das was ganz anderes; da sind URLs noch URLs. Aber soweit habe ich es trotz verschiedener Versuche hier in letzter Zeit nicht gebracht.

Ja, und?

Nicht nur die oben verlinkte Seite des WWW-Konsortiums stammt (erkennbar) aus vergangenen Tagen. Auch das Konzept des URLs hat schon mal einen frischeren Eindruck gemacht. Mobile Browser zeigen zum Beispiel (aus Platzmangel?) URLs gar nicht mehr oder nur sehr kurz und nicht vollständig lesbar an, bevor sie sie durch den Titel der angezeigten Seite ersetzen. Und die beiden großen Plagen der Menschheit, Facebook und Twitter, die ja u.a. vom Verlinken populärer Inhalte leben, ziehen schon bei der Eingabe einer Adresse entweder gleich die Inhalte der verlinkten Seite, also Überschrift, Teaser und Artikelbild. Oder sie benützen einen sog. link shortener, also ein System, das lange und unhandliche URLs in eindeutige und kompakte Kurz-Adressen umwandelt. Die eigentlichen (und angeblich uniformen) URLs bekommen wir immer weniger zu sehen.

In der Kürze…

Gerade das Prinzip Twitter mit seiner 140-Zeichen-Grenze ist auf Kurzlinks geradezu angewiesen. Jedes Zeichen eines Endlos-URL zählt schließlich gegen das Limit, und auch wenn wir demnächst alle (?) 280 Zeichen pro Tweet von uns geben dürfen, wollen wir doch keinen Platz verschwenden.

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Der Rewe-Verschwörung auf der Spur

Nicht mein Kühlschrank

Nicht mein Kühlschrank

Regelmäßige Leser dieser Seiten (ja, alle beide) haben dieses Bild eines etwas willkürlich gefüllten Kühlschranks schon einmal gesehen – über dieser Geschichte über einen Reinfall mit der Liefergesellschaft, wie ich den Alltagskonsum in Zeiten von Next Day oder sogar Same Day Delivery mal nennen möchte.

Damals, als ich den ersten Reinfall mit dem Rewe-Lieferservice erlebte, war der Fahrer schlicht drei Stunden nach dem vereinbarten Lieferzeitraum gekommen und hatte mich eher ranzig am Telefon gefragt, warum ich denn nicht zu Hause sei, um die Lieferung abzunehmen. (Antwort: Ich hatte die Lieferung mit Absicht auf den Vormittag gelegt, weil ich nachmittags im Büro zu sein hatte – that’s why!)

Warum nur, warum?

Nun stellt sich dem einen oder anderen meiner beiden Leser vielleicht die Frage, warum ich mir überhaupt Lebensmittel ins Haus liefern lasse. Einerseits natürlich, weil es geht™, andererseits aber auch, weil ich (außer in Momenten wie diesen) ganz glücklich ohne Auto lebe, allerdings in einer reinen Wohngegend. Die nächste Einkaufsmöglichkeit ist vier Bushaltestellen entfernt. Und ich möchte am Samstagmittag nicht unbedingt mit sechs vollen Einkaufstaschen in den dito Bus einsteigen.

Habe ich es also noch ein paar Mal versucht, und es klappte auch – bis die freundlichen, wenn auch stressgeplagten Rewe-Fahrer aus meinem Leben verschwanden und durch nicht weniger geplagte DHL-Fahrer ersetzt wurden. Von da an ging’s bergab.

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Ja doch, oder Die Sozialen Mediensilos und ich

Es geht abwärts

Es geht abwärts

Ja, ich weiß. Ich habe hier ein schickes Blog, mit dem ich immer wieder Großes vorhabe (und dessen Zuhause ich im Tausch gegen einen günstigen Tarif bis ins Jahr 2020 bezahlt habe). Gleichzeitig töne ich herum:

Und was geschieht? Seit Wochen sammelt sich hier Staub an, und seit Tagen hat mein Buffer-Account heftig zu tun und füttert meinen Twitter- (s.o.) wie auch meinen angeblich völlig verwaisten Facebook-Account (und die dahinterstehenden Firmen) mit Inhalten unterschiedlicher Art und Qualität.

Ich glaube, ich muss mal mit mir reden. Also stören Sie mich jetzt nicht.

(Für diejenigen, die nicht konzentriert mitgelesen haben: Das Artikelbild zeigt eine weitgehend sinnfreie Rolltreppe in Downtown Bad Godesberg.)

Trump und so: Lesestoff für den Sonntag

Dies und jenes

Dies und jenes

Ganz ohne Trump geht die Chose auch diesmal nicht ab. Aber weiter unten gibt es auch andere Leseempfehlungen – versprochen!

Mit der Überschrift „Lazy Boy“ bringt Newsweek Donald Trump aufs Titelbild, im Fernsehsessel, mit Fernbedienung in der Hand und Chips auf der Hose, und mit der Unterzeile:

Donald Trump is bored and tired. Imagine how bad he’d feel if he did any work.

Unter der Überschrift „Trump, America’s boy king: Golf and television won’t make America great again“ geht Autor Alexander Nasaryan dann richtig zur Sache:

When the weekend concludes, Trump returns to the D.C. swamp with all the enthusiasm of an office lackey slouching toward his cubicle on Monday morning. Only six months in, he seems “a most unhappy warrior,” in the words of Trump biographer and CNN commentator Michael D’Antonio. The scowl that haunts his face, the monotone he uses to deliver official pronouncements: These suggest a second-term lame duck dreaming of a lucrative post-Washington book deal.

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Der Schwarzschreiber, das Auto und ich

Der Schwarzpenner

Der Schwarzpenner

Der Arzt, ach was, die Ärzte (im deutlichen Plural!) haben mir verboten, mich unnötig aufzuregen. Deshalb lese ich nie (nun ja, selten) Kommentare unter Heise.de-Artikeln, und ich lese so gut wie nie die Kolumnen von Jakob Augstein und Jan Fleischhauer bei SParGEL online. Augstein nicht, weil ich, was er schreibt, in der Mehrheit seit Jahren verschwurbelt und wenig zielführend finde. Fleischhauer nicht, weil er eine konservative Klickhure ist es erkennbar vor allem darauf anlegt, mit schwarzen Thesen die Klickzahlen bei SPON zu steigern.

Nun, Ausnahmen bestätigen die Regel.

Jan F. und der Untergang der Wohlstandsgesellschaft

Und deshalb habe ich mir Fleischhauers Text „Sag zum Abschied leise Polo“ angetan. Es ist eine Apokalypse, in der er den Untergang der Wohlstandsgesellschaft als direkte Folge von Dieselskandal und verändertem Autokaufverhalten heraufbeschwört.

Das ist so hanebüchen, dass ich glaube liebe hoffe fürchte, dass Fleischhauer diesen Quark zur Abwechslung wirklich ernst meint.

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