Früher war mehr Garten

Verwirrter Kater auf vernetztem Balkon
Der Kater sagt: Früher war mehr Garten

Ich weiß, dass Marlon spätestens seit den Umzugsvorbereitungen hier eine kleine, aber feine Fangemeinde hat. Und ich weiß auch, dass diese Gemeinde auf Neuigkeiten aus Marlons neuer Welt wartet.

Für alle zur Erinnerung: Marlon war all die Jahres seines Katerdaseins ein Freigänger. Er war es gewohnt, draußen herumzustreunen, dem Fuchs aus dem Weg zu gehen und anderen Katern eins auf die Glocke zu geben (oder von anderen K. eins auf die G. zu bekommen, je nachdem). Als ich nun am neuen Ort eine neue Wohnung im ersten Stock fand (aber auf die Schnelle keine mit Gartenzugang), schwante bzw. katerte mir Übles.

Nichts davon. Sechs Wochen leben wir beide jetzt in der neuen Wohnung, und der Kater schien mit dem Leben hinter Glas(fenstern) ganz einverstanden. Trotzdem war klar: Der Balkon muss vernetzt werden (nicht im Sinne von TCP/IP, sondern von Nylon), damit der Katz rauskann, ohne in seinem fortgeschrittenen Alter vom selben zu fallen.

Tscha. War nicht so einfach. Ein lokaler Katzennetzmontageexperte machte mir einen Kostenvoranschlag. Fast € 700 wollte er für die Katersicherung eines 4,5-qm-Balkons. Also habe ich bei Amazon für rund € 90 eingekauft: ein Netz, vier Katzennetzpfosten und eine Menge Kabelbinder (weil der Vermieter es nicht so gerne hat, dass seine Mauern von außen angebohrt werden).
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Ich habe gelesen (und beinahe vergessen, zu posten)

Medien-Nutzer (Archivbild)
Medien-Nutzer (Archivbild)

Der Mensch, gerade wenn er berufsmäßiger Redakteur ist, liest ja viel und gerne. Das stumpft ein wenig ab, auch was gute Texte angeht. Aber ab und zu stolpert der Mensch auch über sehr gute Texte, gerne in sog. Qualitätsmedien.

Ein solches ist (und bleibt!) der New Yorker. Und dort habe ich allen Ernstes mit einer gewissen Atemlosigkeit gelesen, How Roger Ailes Degraded the Tone of Public Life in America. Zur Kenntnis: Roger Ailes war mehr oder weniger der Erfinder von  Fox News as we know it, also an entscheidender Stelle (mit)verantwortlich für die Entwicklung der republikanischen Partei zu dem, was sie heute ist, für die Spaltung der politischen Landschaft der US of A, für Aufstieg (und Fall) von Bill O’Reilly und letztlich auch für den eigenen Fall.

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Bissi Hausputz

Hausputz (Symbolbild: Zerstörter Bankautomat)
Hausputz (Symbolbild, schlechtes)

In neun Tagen wird diese Inkarnation meines Weblogs vier Monate alt. Im Januar habe ich es schnell zusammengehustet, dieses und jenes Plugin installiert, und der L-l-laden ha-hatte sich (wer mir sagen kann, aus welchem Comic der sechziger oder siebziger Jahre dieses gestotterte Zitat stammt, darf sich’n Keks nehmen).

Als Theme habe ich damals, weil es schnell gehen sollte, Yoko aus dem von mir sehr geschätzten Elmastudio gewählt. Mit Themes aus diesem Hause habe ich schon eine ganze Reihe von Projekten umgesetzt; auch die vorherige Inkarnation dieses Weblogs lief mit einer Elma-Produktion: Nilmini. Was ich an den Elma-Themes besonders schätze, ist ihre Klarheit und ihr Hang zum Minimalismus.

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Kollaborateur? Oder nur ein Idiot?

US-Flaggen am Washigton Monument
Red, White and Blue – in besseren Tagen

Wieder was gelernt: Wenn man schon im Bett liegt, den Schundroman auf die Seite gelegt und das Licht ausgemacht hat, sollte man es nicht wieder anmachen, nur um noch ein paar Nachrichten im Feedreader zu lesen. Dieses Verhalten könnte zu Schlaflosigkeit führen.

Die ehemalige Lokalzeitung, der ich trotz allem einiger journalistischen Entscheidungen, die ich nicht so ganz verstehe, immer noch vertraue, berichtet: Trump revealed highly classified information to Russian foreign minister and ambassador.

Ja, richtig gelesen und übersetzt: Bei einem Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lavrov und dem russischen Botschafter in Washington hat Donald Trump geheime Informationen weitergegeben.

“This is code-word information,” said a U.S. official familiar with the matter, using terminology that refers to one of the highest classification levels used by American spy agencies. Trump “revealed more information to the Russian ambassador than we have shared with our own allies.”

Oh-ha! Um das Treffen im Oval Office hatte es in der US-Hauptstadt schon Hickhack gegeben, weil als einziger Fotograf einer der russischen Nachrichtenagentur TASS dabei sein durfte.

Und jetzt also die Nachricht von den geheimen Informationen über den IS, bezogen von einer Quelle, die eine Weitergabe an Dritte (und die Russen sind in diesem Zusammenhang „Dritte“) ausdrücklich ausgeschlossen hat. Damit dürfte diese Quelle für die USA verbrannt sein. John Gruber, der nun eher als der Erfinder von Markdown denn als politischer Beobachter bekannt ist, bringt es so auf den Punkt:

Is Trump a Russian collaborator? A bumbling idiot? Both? No matter what the answer is, he’s unfit to be president. This would be comical if the stakes weren’t so high. If a cabinet secretary had blabbed about this they’d be fired on the spot.

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WoRüBli

Kinder unterschiedlichen Alters im Bällebad
Kinder unterschiedlichen Alters im Bällebad

Ein Wochenrückblick. Sowas mache ich sonst ja eher nicht, weil das hier ja ein kein Internet-Tagebuch ist. Und wer sich an diese Bezeichnung für Weblogs noch erinnert, darf sich gleich für ein Seniorenmenü anstellen.

OK, dann also ein Wochenrückblick

Marlon auf einem Mini-PC
Diensthabender Kater

Trotzdem ist dies ein Wochenrückblick. Weil die re:publica-Berichterstattung hier einerseits zugunsten meines Arbeitgebers gar nicht erst recht in Fahrt gekommen ist und andererseits an dieser Stelle formal nicht abgeschlossen wurde. Weil viereinhalb Stunden ICE mit einer unerzogenen Nebensitzerin (ausgefahrene Ellbogen, Kopfablage beim ICE-Schlaf auf meiner Schulter, muffiges Gesicht, wenn ich mal aufstehen wollte) plus anderthalb Stunden Nahverkehr wg. Bauarbeiten zwischen Köln und Bonn, weil der diensthabende Kater eine mittelgroße Willkommensshow abgezogen hat, und weil mich eine re:publica bei aller Freude und Begeisterung doch ein wenig fertig macht. Man ist nicht mehr der Jüngste.

Mit Jens Scholz habe ich am letzten Tag eine ganze Veranstaltung lang (in die wir nicht hineingekommen waren) gequatscht, über alles Mögliche, über die, die nicht mehr zur re:publica kommen… Und wir waren uns einig: es war eine gute re:publica, aber irgendwie war die r:pTEN (oder r:pNET) doch spannender. Egal. Es waren gut verbrachte drei Tage, und das nachträgliche Angucken der nicht besuchten Sessions wird mich in den nächsten Tagen immer wieder nach Berlin zurückbeamen.

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