Druck und Gegendruck

Druck-Welle

Druck-Welle

Uhrenvergleich: In diesem Moment, in dem ich diesen Text zu tippen beginne, ist es… 13:44 Uhr am 20. Juni 2017. Vor etwas mehr als drei Stunden (deshalb ist es wichtig, zu wissen, wie spät es ist), um 10:35 Uhr, klingelte, wie das Gesetz es befahl es in der Ankündigungsmail stand, der DHL-Bote. Ich hatte nach zwei Monaten Druckerabstinenz einen Drucker bestellt. Weil ich was zu drucken habe.

Nun habe ich (Krückstockgefuchtel) Multifunktionsdrucker immer als des Teufels angesehen. Weil es aber für einen Gelegenheitsdrucker wie mich ein eher billiges Dings sein sollte, und weil die billigen Dingse alle Multifunktionsdrucker zu sein scheinen… nun ja, ich habe einen Multifunktionsdrucker bestellt. Von HP, weil ich schon mehrere HP-Drucker in meinem Leben hatte. Einen Grund musste ich ja haben.

Regentänze bei hochsommerlichem Wetter

Long story short: Von 10:45 bis kurz vor Beginn der Arbeit an diesem Text habe ich versucht, von meinem Notebook (Windows 10, auf dem Bild links) ein PDF zu drucken. Bevor ich das machen konnte, musste ich reichhaltig HP-Drecksware-Software installieren und mehrere Regentänze vollführen, um das Druckdings mit dem WLAN bekannt zu machen. Als Belohnung bekam ich reichlich Statusmeldungen ausgedruckt (in der Bildmitte) – so kriegt man die mitgelieferten Tintenpatronen auch rasch leer.

Zwischendurch zerschoss mir die HP-Drecksware sämtliche WiFi-Verbindungen und das Audio-Setup meines Rechners; plötzlich hatte ich keine (installierten) Lautsprecher mehr. Ein Lob der Windows-Störungssuche, die ab und zu doch zu was gut ist und den Audiokram vom Setup-Laufwerk wiederherstellte.

Und das Ergebnis?

Nein. Der Laptop sieht den Drucker nicht. Oder er sieht ihn, aber der Drucker druckt nichts – außer Statusmeldungen. Der Drucker ist mit dem Internet verbunden. Der Drucker ist mit dem Internet nicht verbunden. Der Drucker ist verbunden, der Laptop sieht ihn, und er druckt nichts. Außer Statusmeldungen. Seit drei Stunden.

Weiterlesen →

Die Tendenz geht zum Zweitbuch

Mein Face im Facebook

Mein Face im Facebook

Die Überschrift ist ein Kalauer, den ich seit den frühen Achtziger Jahren regelmäßig anwende, wenn mir jemand zum G’tag, zu W’nachten oder sonst so ein Buch schenkt. Meine unterwürfige Bitte um Verzeihung all denen, die das schon mal hören und höflich drüber lachen mussten.

Es gibt da aber wirklich eine Tendenz. Hier ist, was bisher geschah:

Der Grund für diese Entscheidung: zuviele Nachrichten, Warnungen, Plinks, Beeps, Einmischungen in mein Leben. Außerdem: eine >200 MB-App nur für so’n bisschen Klingklang? Nö.

It’s not you, it’s Facebook

In der Jacken- bzw. Hosentasche herrscht seit dem 9. Juni also Facebook-Ruhe. Als alter Zausel™ nutze ich schließlich auch noch Desk- bzw. Laptoprechner; mir würde das freundschaftliche Gewese schon nicht fehlen.

Und doch…

Weiterlesen →

Ich habe gelesen (Trump-free edition)

Lesestoff (Auswahl)

Lesestoff (Auswahl)

Zeit, die Ecke des Feedreaders mit der Überschrift „Read later“ wieder aufzuräumen. Hier einiges, das ich in den vergangenen Tagen lesenswert fand:

Dieselautos und Funkquatschen

Autofahrern und Nicht-Autofahrern in den USA ist erst in den letzten Jahren klar geworden, dass man mit einem Dieselmotor auch einen PKW antreiben kann. Benzin war einfach viel zu lange viel zu billig. Deshalb wird vielen neu sein, warum, wie The Atlantic schreibt, Diesel-PKWs in Europa so populär sind, und warum es sie bald nicht mehr geben wird: The End of Diesel. Mir war vor allem neu, was ungefähr in der Mitte des langen Textes steht: Wer spielte eine große Rolle bei der Verdieselung Europas? Richtig, Ferdinand Piëch, wer sonst?

Weiterlesen →

Ich bin kein GMail-Doktor

Post an den richtigen Empfänger (Symbolbild)

Post an den richtigen Empfänger (muss dringend meine Symbolbild-Sammlung erweitern)

Seit mehr als zwölf Jahren habe ich eine GMail-Adresse. Und auch wenn ich sie nur noch selten zum aktiven Mailen benutze, bleibt sie doch meine. Schließlich habe ich unter dieser Adresse viele Android-Apps und sogar ein paar eBooks gekauft, die ich nicht einfach in den Wind schießen will.

Die Adresse verrät nicht viel über meine Kreativität (oder nur soviel, dass ich selbige bei der Adressen-Auswahl nicht sonderlich angestrengt habe). konstantinklein bei Gmail – das ist es schon. Und dank einer Eigenheit von GMail führt auch jede Adresse zu meiner Inbox, in der in dem String konstantinklein irgendwo ein Punkt vorkommt (zum Beispiel zwischen konstantin und klein).

Der Plural von Konstantin Klein?

Nun gibt es mehr als einen Konstantin Klein. Und es gibt Menschen, die meinen, „ihren“ Konstantin Klein damit zu erreichen, dass sie ins Adressfeld ihrer Mail den Vornamen, einen Punkt, den Nachnamen und @gmail.com schreiben. Warum diese Menschen das tun, weiß ich nicht – es kann doch schließlich nicht sein, dass einer dieser anderen Konstantin Kleinse (oder wie der Plural von mir auch lauten mag) selbst glaubt, das sei seine Mailadresse – wo es doch, dank der GMail-Eigenheit mit dem Punkt, in Wahrheit meine ist.

Weiterlesen →

Verständnisloses Krückstockgefuchtel im Bus

Radfahrer im Bus

Gefahrenrad

Abt. Dinge, die ich nicht verstehe, nie verstehen werde und auch nicht verstehen will: Aus Bussen der Berliner Verkehrsbetriebe, die sich selbst BVG nennt, obwohl im Wort „Betriebe“ nicht ein einziges „G“ vorkommt, aber das ist eine ganz andere Geschichte…

Aus Bussen der BVG also war ich es gewohnt, dass der Mensch vorne links am Steuer mit hart erarbeitetem Charme der Marke „Rau aber schmerzlich“ für Ruhe im Puff Ordnung im Bus sorgt. Besonders gerne denke ich an den Fahrer zurück, der am Alexanderplatz, am Beginn seiner Strecke nur die vordere Tür öffnete und auf die Bitte eines Fahrgastes, auch die mittlere zu öffnen, damit sein Kumpel mit dem Fahrrad einsteigen könne, raunzte: „Der kommt ma hier nich rein.“

Und so sehr ich Vorschriftenfaschisten nicht abkann: Der Mann hatte Recht. Wer schon mal zur Hauptverkehrszeit drei Mütter mit Kinderwagen und zwei alte Menschen mit Rollatoren in einem Berliner Bus gestapelt gesehen hat, weiß, dass Radfahrer auch selbst fahren können. Also außerhalb des Busses, auf eigenen Rädern. Dazu sind sie ja da. Die Räder, von denen jedes Fahrrad sogar zwei hat.

Nun also Rheinland statt Berlin, SWB statt BVG. Hier gelten andere Regeln, lässigere. Hier sind aber auch kleinere Busse unterwegs, und nach einem Rollstuhl und zwei Kinderwagen ist Schicht im Schacht, und wenn der nächste Bus erst in 20 Minuten kommt: Pech gehabt, Mutti. Aber das ist das ganz normale harte Leben. Was ich aber wirklich nicht verstehe, ist da oben, gleich unter der Überschrift abgebildet.

Krückstockgefuchtel: ein

Ein junger, sportlicher Mann irgendwo zwischen 17 und 22 Jahren, der (was man nicht sieht, was aber trotzdem so ist) bei Sonnenschein und angenehmen 20 Grad Außentemperatur sein Rad im Bus spazierenfährt. Im Bus. Auf einer Strecke, die nie weiter als 500, 600 Meter vom Rheinufer entfernt ist, also nahezu eben verläuft. Wahrscheinlich, weil es geht™.

Mir geht es dabei nicht um weggenommenen Platz im Bus. Platz war genug da, bis noch der zweite Jüngling mit Fahrrad den Bus erkletterte. Und als der erste ausstieg, kam noch ein dritter mit Fahrrad, damit der zweite und sein Fahrrad sich nicht so allein fühlten unter meinen gewitterlichen Blicken.

Jung. Gesund. Sportlich. Männlich. Und zu faul, die zwei oder drei Kilometer mit dem mitgeführten Zehngangrad zu fahren.