Es war einmal… eine Zeit, in der ich beruflich viel unterwegs war und trotzdem keinen Dienstlaptop hatte (der kam später, als wir alle wg. Corona kaum noch unterwegs waren und zuhause mit besagtem Dienstlaptop mobil arbeiten sollten). Weil ich unterwegs aber das Denken nicht einstellen wollte und konnte, brauchte ich eine Möglichkeit, Ideen oder auch ganze Texte unterwegs so zu speichern, dass ich zuhause oder im Büro Zugriff darauf hatte. Seitdem war ich ein Fan des Speicherns in der cloud. Natürlich wusste ich, dass das keine echte Wolke (im Bild oben) war, sondern einfach nur der Computer anderer Leute, aber hey - Hauptsache, ich konnte von überall her und mit allen möglichen Geräten darauf zugreifen!
Das ist lange her, seit über zwei Jahren reise ich überhaupt nicht mehr beruflich (mangels Beruf, Rentner reisen nur noch privat), aber von der (Un-)Sitte, alles in der cloud zu speichern und so gut wie nix auf einem Gerät, über das ich auch physisch die Kontrolle habe, konnte ich mich bisher nicht recht lösen.
Der Vorteil an dieser Verhaltensweise war, dass ich mir über Backups selten Gedanken machen musste; ich hatte für alles zwei verschiedene Speicherplätze, und angeblich machen Cloud-Anbieter ja auch Backups. Der Nachteil daran war, dass ich nicht alles offen im Netz rumliegen lassen will und mir deshalb immer auch Gedanken über die Verschlüsselung meiner Daten machen musste, die dann von Windows (früher), Mac (früher), Linux, Android (früher) und iOS aus zugänglich sein sollten. Was nicht unmöglich war und ist, aber doch einen gewissen Aufwand voraussetzt(e).
Zu meinen fixen Ideen gehörte neben der Wolkenschieberei aber auch, mein privates Büro weitgehend paperless zu halten. Das geschah lange, indem ich alles, was nicht sowieso als PDF reinkam, einscannte und bei einem externen Service ablegte. Dort wurde alles per OCR ein- und die wichtigsten Metadaten ausgelesen, und statt in Ordnern zu wühlen, fand ich, was beispielsweise für Steuererklärungen nötig war, mit einer einfachen Stichwortsuche. Sehr bequem das, aber das waren schon wieder Daten, die irgendwo herumlagen (im konkreten Fall im Elsass). Über Sicherheitsvorfälle hatte ich dort wie auch bei anderen Cloudanbietern meiner Wahl nichts gehört - aber es musste auch nicht soweit kommen, näch?
Auftritt - nein, nicht Paperless NGX, obwohl ich davon in Social und anderen Media lobendes gehört habe. Leider ließ es sich bei mir irnzwie nicht installieren, weshalb ich bei der Alternative Docspell gelandet bin. Installiert, zum ersten Mal etwas mit Docker zu tun bekommen (auch sowas, was ich in nächster Zeit näher begucken sollte), zum Laufen gebracht und die Dokumente und Belege aus 15 Jahren aus dem Netz ex- und in Docspell importiert. Der Spaß hat auf meinem kleinen Rechner sechs Stunden gedauert, aber jetzt sind die Daten alle unter meiner Kontrolle und wieder ein Cloud-Account gelöscht.
Ja, aber… Jetzt kann ich doch gar nicht mehr von unterwegs darauf zugreifen? Stimmt - und das habe ich schon seit Jahren nicht mehr getan.
Nächster Halt: Nie (oder fast nie) gelesene Dateiarchive nach Hause auf heimische Speichermedien bringen.