Zerknirschung und Routine

Rechnungen. Rechnungen schreiben. Rechnungen bezahlen. Eine längst überfällige Steuererklärung vergessen haben (aber der Steuerberater auch – weia!). Auf einen wichtigen Anruf warten. Briefmarken kaufen, Druckerpapier (früher: Schreibmaschinenpapier; eigentlich: Schreibpapier) kaufen, Druckerpatrone kaufen. Einem Kollegen einen Auftrag vermitteln. Immer noch auf den Anruf warten. Einer Kollegin erklären, dass die Maus kaputt ist, wenn die Maus nicht geht, eine andere aber doch.

Montagvormittag am Schreibtisch. Zur Mittagspause etwas Toten Baum gelesen: eine alte Ausgabe von „Yahoo! Internet Life“, das mit Yahoo! nur den Namen und mit der Netzausgabe auch nicht viel mehr gemeinsam hat. Immerhin zwei Links herausgefischt, die mich über die Lunchpause gebracht haben:

The Joe Queenan Contrition Web Site (etwa: Joe Queenan’s Zerknirschungs-Seite). Mr. Queenan ist Journalist (ha, ein Kollege!), und er scheint sich (im Gegensatz zu gewissen anderen Journalisten) noch genauestens daran zu erinnern, wem er im Laufe seiner Karriere schriftlich auf die Füsse getreten ist. Und jetzt fühlt er den Drang, sich bei all denen zu entschuldigen. Grafisch ganz und gar nicht aufregend, aber lustig. Selbst wenn man die Beleidigungen selbst nicht kennt.

YesterLand ist ebenso nichts anderes als eine anspruchslose Homepage. Und in solchen Fällen muss eben der Inhalt über die Gestaltung hinweghelfen. YesterLand bringt uns zurück in die Zeit, als EuroDisney nur ein Albtraum französischer Kulturwächter war (ist es heute noch), als alle noch an eine Zukunft voller Space-Tourismus und an saubere AKWs glaubten. Und das ist so rührend, dass man darüber fast vergisst, was für ein unsympathischer Patron olle Walt himself war.

Es folgt etwas Werbung:

<WERBUNG>In anderen Weblogs lese ich eifrige Diskussionen, mit welcher Software und auf welche Weise sich Weblogs am besten führen lassen. In diesem Zusammenhang möchte ich doch nochmal auf NewsPro hinweisen, ein Perl Script, das hier die ganze Arbeit für mich erledigt. Es sorgt dafür, dass auf der Index-Seite der jeweils neueste Beitrag steht, auf der Weblog-Seite die Beiträge der letzten sieben Tage, es sorgt für die Archivierung mit Suchfunktion und für die Headlines auf fast jeder Seite; und mit einigen Add-ons (wie das Script selber: gratis!) verschickt es die Einträge einer ganzen Woche an alle, die es gerne so haben. Ausserdem sorgen die Add-ons für die Kommentar-Seiten, und eines erzeugt ein RSS file, das für den Einbau eines Channels in eine fremde Seite nötig ist.

Alles fungseniert vollautomatisch, und wenn man das Gesamtkunstwerk erst einmal installiert und konfiguriert hat, komplett über den Browser. Grosser Vorteil hierbei: Das Script greift (mit Ausnahme der Kommentar-Seiten) nie direkt auf die HTML-Dateien zu, sondern erzeugt nur txt-Dateien, die dann vom Server per SSI in die Seiten eingebaut werden. Finde ich beruhigend, dass mir so ein Script nicht die Seiten zerschiessen kann.

Das bedeutet natürlich auch, dass die Gestaltung der Seite ganz dem Webmaster überlassen bleibt – weshalb auch nicht das Script für die graublaue Erscheinung dieser Seiten verantwortlich ist, sondern ich.

Ach ja, Grafiken kann es auch. Muss ich mir aber nach dem Relaunch der Seiten erst wieder basteln.</WERBUNG>

Wollte ich nur mal gesagt haben.