Wuff…?

Bin ich eigentlich der Einzige, der das Video von Bruce Service Pack und der Vista Street Band unsagbar peinlich und eklig findet? (Update am Morgen: Nein, ich bin nicht der einzige.)

Here’s why:

Man kann Bruce Springsteen mögen oder auch nicht, man kann ihm seine kernige Ehrlichkeit abnehmen oder auch nicht – down to Earth, mitten im durchaus nicht leichten Leben ist er, und ist auch seine Musik allemal. Einen nur wenig begabten Springsteen-Darsteller blutleere Texte über productivity, data security, desktop and mobility röhren zu lassen, demaskiert nicht den Darsteller noch den echten Springsteen, sondern nur die Blutleere, die in den Microsoft-Produkten ganz grundsätzlich steckt.

Microsoft hat das ungeheure Pech, mit blutleerer Software richtig viel Geld zu verdienen. Bunter Schnickschnack, Media Player-Kram und sogar die Tatsache, die Plattform für Spiele schlechthin zu bieten, ändern nichts daran, dass Windows sich vor allem an Geschäftskunden verkaufen muss, um Microsoft die erwarteten Gewinne zu bringen. Nicht umsonst macht sich in dem Video auch ein übergewichtiger Anzugtyp, dem man den CEO eines multinationalen Konzerne nicht wirklich abnimmt, zum hüftenwackelnden Deppen. Und nicht umsonst macht man sich in Redmond Sorgen darüber, dass die Geschäftskunden nicht in Scharen zu Vista überlaufen.

OK. Apple ist in seiner Verschlossenheit kaum besser als die Kollegen aus Redmond. Aber Apple-Produkte haben Charisma – unter anderem durch die unterkühlte Art des Oberbosses. Linux ist noch immer von der Nutzerfreundlichkeit der kommerziellen Kollegen entfernt, aber sogar es hat ein gewisses, leicht ungewaschen riechendes Charisma. Windows hat Steve Ballmer.

„Vista’s sales team rocks“ – Ogottogott. Der Witz an der Sache ist: Es spielt noch nicht einmal eine Rolle, ob das Video tatsächlich, wie behauptet, ein Microsoft-internes Motivationsvideo ist oder eine Parodie. Denn für eine Parodie ist es weder gut noch komisch genug; der deprimierende Hintergrund, wie beschrieben, bleibt aber so oder so.

Disclosure: Autor dieses ist seit Jahren Linux- und Mac-User. Mit Microsoft-Produkten hat er mehr oder weniger freiwillig seinen Frieden gemacht. Aber die bald schon verzweifelt anmutenden Versuche, Windows und speziell Vista ein schillerndes Kleid anzudichten, können mich immer noch rasend machen.

So. In diese Seite eingebettet habe ich die Peinlichkeit nicht. Aber hinklicken können Sie sich – sagen Sie aber nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt.

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