Wolkig bis wolkig

Anfang des Jahres hatte ich mitgeteilt, dass 2010 für mich the year of the cloud sein würde (damals auf englisch, weil ich mir einbildete… aber lassen wir das!). Versuchsweise wollte ich, was in der Wolke zu erledigen ist, auch in der Wolke erledigen.

Das Jahr ist noch nicht rum, auch wenn das Wetter da draußen (Jahres-) Endzeitstimmung verbreitet. Aber schon jetzt, Anfang Oktober, zeichnet sich ab, dass der Umzug in die Wolke wohl permanent ist. Das zeigt sich schon am Dock meines derzeitigen Haupt- und Staatsrechners:

Für einen Mac sieht das vielleicht seltsam aus, was daran liegt, dass es keiner ist, sondern Ubuntu mit dem AWM-Dock (An die Arbeit mit einem Dock habe ich mich in der Mac-Zeit doch sehr gewöhnt). Was das mit dem Umzug in die Wolke zu tun hat, zeigen vor allem zwei Umstände: Ich habe nur noch wenige Anwendungen als Launcher im Dock, und nur zwei davon arbeiten ausschließlich lokal, ohne Netzanschluss.

Von links nach rechts:

  • Das Ubuntu/GNOME-Hauptmenu
  • Der Dateibrowser, entsprechend dem OSX-Finder, mal besser, mal schlechter als der
  • Google Chrome, Haupteinfallstor zur Arbeit in der Wolke
  • gedit, der GNOME-Standard-Editor unter Ubuntu, einer der beiden lokalen Anwendungen; derzeit im Dock, weil ich an einer PHP-Anwendung für mein Team in der Arbeit werkele. gedit ist nicht der ausgefuchsteste Editor auf der Welt – für meine Zwecke reicht er dicke.
  • Filezilla – denn irgendwie muss der mit gedit geschriebene Kram doch auf den Server
  • Gwibber, der Social Media Client, der mit Ubuntu mitgeliefert wird und in der Twitter-Timeline sogar gerne als Ubuntu firmiert
  • Empathy – IM-Client für Linux/GNOME. Und ich frage mich gerade, warum der überhaupt im Dock ist, so selten, wie ich IM bin nutze
  • Shotwell – die zweite lokale Anwendung, zur Verwaltung von ein paar tausend Bildern. Und, wie ich jetzt erst (shame!) herausgefunden habe, ein brauchbarer Uploader. Warum lokal? Na, was sollen ein paar tausend meiner Bilder bei Flickr?
  • Und die gute alte Kommandozeile, mit der ich mehr im Netz anstelle, als man so glauben möchte…
  • Nicht hier zu sehen: der Dropbox-Daemon, über den ich Dateien sichere und austausche – mit meinen anderen Rechenknechten und mit anderen Menschen
Was ich sonst so brauche für den digitalen Teil des Lebens, findet überwiegend bis ausschließlich im Browser statt. Anfangs kam ich mir noch affig vor, einen Brief mit Google Docs zu schreiben und als PDF herunterzuladen, bevor ich ihn ausdrucke. Die ganzen ausgefuchsten Funktionen einer vollen Office-Suite, ob nun von Microsoft oder auch nicht, vermisse ich aber seit dem Umzug ins Netz nicht, und die erzeugten Dokumente kann ich mit allen austauschen, die ich so kenne. Nur wenn mir jemand ein Word-2007-Dings schickt, muss OpenOffice Nope. Auch damit kommt Google Docs zurecht.
Was mich dazu bringen würde, wieder aus der Wolke herabzusteigen? Begrenzungen der übertragenen Datenmengen in künftigen Provider-Verträgen wären eine Möglichkeit, die Entdeckung von Video-Schnitt als neue Lieblingsbeschäftigung eine andere. Aber das mache ich ja schon beruflich.