Wir haben 10-4

Es wird alles anders – einerseits grundsätzlich, andererseits in amerikanischen Krimis und Polizeiserien. Wo ein cop bisher ein knappes „10-32“ in sein Funkgerät bellte, muss er in Zukunft „Alarm“ schreien, wie die (ehemalige, aber immer noch gerne gelesene) Lokalzeitung berichtet. Polizeiverwaltungen in den USA müssen sich die „Zehner-Codes“ abgewöhnen, mit denen sie sich seit der Einführung des Sprechfunks in den zwanziger Jahren verständigt haben.

Der Hintergrund für die Einführung: Damals waren Radiokanäle teuer und hatten eine schlechte Qualität, weshalb sich Polizisten kurz und klar verständlich ausdrücken mussten. Der Hintergrund für die Abschaffung: Polizeiverwaltungen haben sich in den letzten 80 Jahren immer neue, individuelle Abkürzungen ausgedacht, was bei bezirksübergreifenden Einsätzen zu Verwirrung führt. Was für einen Arlington-Cop „Kollege in Schwierigkeiten“ bedeutet, ruft in Montgomery County auf der anderen Seite des Potomac einen Abschleppwagen. Aufgefallen ist das erst am 11. September 2001, als Einheiten aus allen möglichen Bezirken rund um Washington zum Pentagon gerufen wurden und sich plötzlich nicht mehr verstanden. Polizeibabylonische Sprachverwirrung.

Die Lösung, emp- und befohlen ausgerechnet vom Ministerium für Heimatschutz und Panikmache™: Sprecht englisch, Leute!