Wikischnarch

OK. Dann regt euch eben auf über die Art und Weise, wie die Angehörigen des mehr oder weniger diplomatischen Dienstes der US of A sich über die Politik, die Würdenträger und überhaupt den Rest der Welt äußern. Feiert die Wikileaks und den Beitrag, den sie zu Offenheit und Transparenz oder – je nach Sichtweise – zur Zerstörung bisher guter diplomatischer Beziehungen geleistet haben. Lasst es rauschen im Netz. Macht nur.

Ich habe nach vier Absätzen SpON aufgehört zu lesen. Ich fand es schlicht nicht sonderlich interessant, was dort zu lesen war. Nennt mich einen Zyniker, aber soviel ich weiß, reden bzw. schreiben Menschen in genau dieser Art über andere Menschen, wenn sie sich unbeobachtet glauben. Ganz unten und, wie wir jetzt nachlesen können, auch ganz oben (in der diplomatischen Hierarchie).

Peinlich ist nicht, was veröffentlicht wurde (bzw. was ich davon gelesen habe, bevor mir die Augen zugefallen sind) – jedenfalls nicht für die Amerikaner. Dass Horst Seehofer ein unberechenbarer Populist ist, steht nicht nur ungefähr jede Woche im Spiegel, sondern ist vor allem peinlich für diejenigen, die ihn das ungehindert sein lassen. Gleiches gilt für die berufliche Qualifikation Dirk Niebels und die intellektuelle (oder eben weniger intellektuelle) Konstitution Guido Westerwelles.

Kann sein, dass da noch irgendwo Sprengstoff verborgen ist in den Dokumenten. Dann ist er aber gut versteckt.

Ach ja, doch – eins ist peinlich: Dass im State Department offenbar immer noch für unnötig gehalten wird, vertrauliche oder gar geheime Dokumente zu verschlüsseln und verschlüsselt zu speichern. Die meinen da offenbar immer noch, der „Geheim“-Stempel auf dem Mail-Ausdruck sei wirksam genug.