Whiter Shade of…

Als ich noch Apple-Jünger war, tauchten die ersten „distraction-free„-Schreibprogramme auf: einfache Textverarbeitungen, die zum Teil lustige Namen wie Ommwriter (wie in „Ommmmmm….“) trugen und vor allem eins wollten – ihre Nutzer nicht durch Unmengen von Menus, Schaltknöppen, Ribbons und anderen Schnickschnack vom Schreiben ablenken.

Mein Bedarf an einem solchen Schreibprogramm war damals eher gering; der Bestseller in mir schnarchte noch tief und schlummert auch heute noch den Schlaf des Nicht Geschriebenen Buches. Und überhaupt: ein Schreiber, der sich von seiner Arbeitsumgebung ablenken lässt? Bah, Humbug!

Auftritt WordPress 3.2. Ausgerechnet.

Text purGestern schrieb ich also diesen freundschaftlichen Text über meinen vierbeinigen Mitbewohner und seine Eigenheiten, speziell seinen Freiheitsdrang, immer dann abzuhauen, wenn es gerade ganz ungünstig ist. Und beim Schreiben fiel mir ein, dass die neue WordPress-Version doch jetzt auch distraction free writing unterstützt…

Was soll ich sagen? Es ist tatsächlich angenehmer, einfach auf einer weißen Fläche zu schreiben (s. Bild). Die nötigen Knöppe des WordPress-Editors werden schon sanft eingeblendet, wenn man mit der Maus in das Browserfenster klickt – und sie verschwinden ebenso sanft, wenn man entschlossen weitertippt. Natürlich lassen sich einzelne Funktionen wie Fett- und Kursiv-Satz auch per klassischer Tastenkombination (Strg+b bzw. Strg+i) ein- und ausschalten.

Ich will nun nicht sagen, dass die Qualität der Texte sich allein dadurch schwerst verbessern lässt; und auch der Bestseller bleibt vorerst in mir. Das Konzept der nur bei Bedarf erscheinenden Bedienelemente sollten die Macher aller möglichen (Web-)Anwendungen doch bitte bei Gelegenheit weiterverfolgen.

Ach ja – mit diesem Knopf in der Editor-Toolbar von WordPress (der vierte von rechts) schaltet man auf distraction free um:

WordPress-Editor, Toolbar

In other, unrelated news: Die Sache mit dem neuen Theme ist noch nicht ausgestanden…