Wg. Hillary

Hätte mich auch gewundert. Senator Clinton of New York ist nicht der Typ, die Nummer zwei für irgendjemand zu spielen. Es ist ihr schon schwer genug gefallen, zu ihren Zeiten im Weißen Haus im richtigen Moment die Klappe zu halten (etwas, was sie mir bei aller Nervensägenhaftigkeit durchaus sympathisch machte), und damals war nicht sie gewählt, sondern ihr holder Mann. Diesmal geht’s um eine Wahl, diesmal wäre der president in question ein junger, unerfahrener Schnösel – jedenfalls wenn man nach Sen. Clintons bisheriger Wahlkampfrhetorik geht. Und so einem den Stellvertreter zu machen…?

Soweit die naheliegenden Gedanken. Im Zeitalter B.B.II (before Bush II) hätte das auch noch so eingeleuchtet und funktioniert. Im Zeitalter nach Bush – und darüber reden wir, wenn wir über eine potentielle Präsidentschaft Obama reden (und ich kann es mir immer noch nicht vorstellen, dass meine Wahl-Landsleute von 1996 bis 2003 nach acht Jahren Bush II einen solchen Linksruck zusammenwählen, dass nicht Sen. McCain der nächste Präsident wird, aber das nur nebenbei) – im Zeitalter nach Bush aber ist, Darth Dick Cheney sei Dank, sowieso alles anders. Darth Dick Cheney hat bewiesen, dass der Vizepräsidentenjob eben nicht auf Abwesenheitsstellvertretung, das Erfinden des Internets und das Eröffnen von Museen und Kleingartenanlagen beschränkt sein muss, sondern – wenn man den zahlreichen Büchern glaubt, die ich derzeit zur US-amerikanischen Politik lese – prima dazu verwendet werden kann, einen Präsidenten mehr oder weniger direkt fernzusteuern.

Und das wäre etwas, das ich auch Sen. Clinton zutrauen würde – mit für die Betroffenen weniger desaströsen Ergebnissen, aber im Grunde doch ganz ähnlich.

Weshalb ich auch dem derzeitigen Dementi (s.o.) noch nicht bis ins Letzte glauben kann.