Werter Herr Bisky von der Linkspartei!

(Man schrub doch „werter“ bei Ihnen, wo unsereiner ein „sehr geehrter“ geheuchelt hätte, nicht?)

Was ist das, was Sie da der Bild am Sonntag und ihren Lesern weismachen? Es soll keinen von der DDR-Führung ge- und unterschriebenen Schießbefehl gegeben haben – oder ein solcher sei Ihnen zumindest nicht bekannt?

„Für mich ist nicht belegt, dass es einen generellen Schießbefehl gab. Denn den hätte nur der Nationale Verteidigungsrat beschließen können. In dieser Form ist er meines Wissens nicht dokumentiert“, sagte Bisky der „Bild am Sonntag“. (Quelle: SParGEL)

Wenn Sie es, werter Herr Bisky, dabei belassen hätten – nun gut. Hätte man Ihnen eben einen leichten Fall von Realitätsverweigerung attestiert, und die Sache wäre erledigt. Kommt in den besten Häusern vor, sowas.

Im Weiteren aber die Schüsse an der Grenze durchaus zuzugeben und darauf zu verweisen, man hätte – wie der kürzlich gestorbene Ulrich Mühe, eine in Ost und West anerkannte Gutfigur – ja nicht schießen müssen, das hat schon eine gewisse Dreistigkeit. Denn damit verschieben Sie die Verantwortung einerseits nach unten, zu den tatsächlichen Mauerschützen, andererseits nach oben, ins Politbüro nach Moskau. Nur die Herrschaften der DDR-Führung waren unschuldig, Herr Bisky, die Gruppe, zu der auch Sie gehören.

Wissen Sie was, Herr Bisky? Sie und all die anderen, die den Schießbefehl nicht wahrhaben wollen, Sie müssen nicht erwarten, an dieser Stelle künftig „sehr geehrt“ noch auch nur „wert“ genannt zu werden.

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