Wenn es Nacht wird im Netz…

Von Zeit zu Zeit wird es richtig unheimlich im Netz. Wenn man von einem an sich ganz netten Menschen eine unangekündigte Mail samt Attachment bekommt (etwas, das man als sicherheitsbewusster Mensch ohnehin ablehnt), und wenn sich dann beim Öffnen dieser Mail DigiBlondie zeigt und einem die Mail vorliest. Mit einer Kälte, wie sie in einem hitzeanfälligen Pentium-Chip so nicht zu vermuten wäre…

OK, was ist das hier? Das Ganze heisst „FaceMail“, was uns irgendwie einleuchtet, und wurde von LifeFX entwickelt (download für die ganz Unerschrockenen über die Seite der Firma oder über C|Net). Es ist ein Gratis-Service (sehen wir hier mal wieder ein Beispiel des begnadeten business plans, mit einem Produkt Millionen zu verdienen, das nichts kostet?), und es soll selbstverständlich noch stark ausgebaut werden – im Endstadium soll es mehr als nur fünf Gesichter und zwei verschiedene Stimmen geben, und der furchtlose User soll sogar ein eigenes Passphoto digitalisieren und animieren lassen können…

Die Idee dahinter ist ja nicht falsch: Eine Mail mit Gesicht und Stimme frisst zwar Bandbreite, dass es eine wahre Pracht ist, wirkt aber doch netter und vor allem 21.-Jahrhundert-mässiger als der reine Text.

Nur dass das eigentlich nichts neues ist. Wer eine Webcam besitzt, weiss, dass sich damit auch VideoMail produzieren und verschicken lassen. Die hat den Nachteil, dass sie meistens noch mehr KiloBits auf die Waage bringt, aber den Vorteil, dass sie das Original zeigt und deshalb nicht gespenstischer wirkt als der Absender persönlich (was manchmal schon gespenstisch genug sein kann, aber das ist eine ganz andere Geschichte…).

Nun gut, mein Geld isses ja nicht. Macht, was Ihr wollt. Und wer FaceMail ausprobieren will, kann mir ja eine schicken – ich habe noch Platz auf der Festplatte und werde deshalb den dazugehörigen Player nicht sofort löschen…