The Opera, the Operaaah…

Webkit-Opera
Webkit-Opera

Man hat es ja nicht leicht so als Browser auf (m)einem Androiden. An sich bin ich Chrome-Fan, aber die Android-Version war mir gerade letzte Woche doch ein wenig zu lange auf Version 18beta stehengeblieben (auf dem Desktop werkelt längst Version 25), außerdem langsam und buggy. Also flog von Henndie und Tablet Chrome runter und – doch, ja! – Firefox drauf, und schon surfte es sich wieder angemessen schnell und stabil.

Dann kam – gerade vor ein paar Tagen – Google auf den Trichter und brachte Chrome 25 für Android raus. Firefox runter, Chrome drauf – und schon wieder ein Qantensprünglein Richtung 21. Jahrhundert.

Und heute also: Opera 14 für Android beta. Raufs aufs Henndie (siehe Screenshot) und aufs Tablet, und ab ins Netz.

Der Quantensprung findet diesmal auf einer anderen Ebene statt. Opera – das war immer der handgestrickte Norwegerbrowser, der vieles früher machte als andere Browser (tabbed browsing zum Beispiel, oder Zoomen in der dargestellten Seite), aber immer alles anders – weil man sich in Oslo weder auf Netscape/Mozillas Gecko-Technik, noch auf die Trident-Engine des (schauder!) Internet Explorer und auch nicht auf die Webkit-Engine einlassen wollte, die neben Apples Safari auch in den diversen Chrome- und Android-Browsern werkelt. Opera war anders um des Anderssein-Wollens, benutzte aus Prinzip die hauseigene Presto-Engine im Browser, und weil das irgendwann nur noch schräg war, hörte auch ich auf, meinen früheren Lieblingsbrowser zu benutzen.

Mit Opera 14, zunächst eben für Android, später dann auch für WindowsMacLinux & Co., wird das anders. Opera hat erkannt, dass Andersseinwollen allein kein Argument ist und schließt sich den Webkit-Browsern an.

Mit dem Ergebnis, dass der Beta-Opera in meinen Serverstatistiken gleich mal als „Google Chrome“ auftaucht – solange ich ihn ungehindert browsen lasse. Wenn ich den lustig genannten „Offroad“-Modus einschalte (nochmal: siehe Screenshot), aktiviere ich ein Feature, das schon vor dem Wechsel zu Webkit ein Merkmal der (mobilen) Opera-Browser war: Die Datenkompression über einen Opera-Proxy – der natürlich dann auch in den Abrufstatistiken auftaucht – als Opera Mini. Die Kompression über einen Firmenserver mag unter Datenschutz-Gesichtspunkten nicht ganz problemfrei sein (Vorsicht, Kollege liest mit!) – für Menschen mit beschränkten Datenflats (und wer hat sie nicht) ist eine Datenersparnis von 70 bis 90% auf jeden Fall ein Argument. Update, einen halben Tag später: Dass eine solche Kompression via Proxy sinnvoll sein kann, hat man offenbar auch bei Google erkannt und bietet es in der Beta-Version von Chrome für Android auch an – incl. Mitlesen durch Google.

Viel kann ich über die neuen Operas noch nicht sagen – sie sind erst ein paar Stunden installiert, und man hat ja auch noch anderes zu tun. Aber trotz Beta-Status habe ich jetzt einen stabilen, schnellen und – wenn „offroad“ – sparsamen Browser auf dem Mobilgerät. Von der ebenfalls versprochenen Steuerung durch Gesten habe ich noch nichts bemerkt; entweder bin ich dösig und/oder sie hat es in die Beta-Version noch nicht geschafft. So ist Opera eine brauchbare Alternative in der Webkit-Welt mit dem einen und später vielleicht auch einem anderen Opera-Plus, mit guter Integration in die Android-Welt (Weitergabe von Seiten und Links an andere Android-Apps – immer wieder eine Freude!), und ohne die lustige Eigenbrötelei, die die Desktop-Versionen von Opera auszeichnete und bis heute noch auszeichnet.

Sollte sich bei dem Text in den nächsten Tagen noch Aufsehenerregendes tun: stay tuned.

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