Web vs. Desktop

Aufmerksamen Lesern (also allen dreien) ist es nicht entgangen: Ich schwanke schon wieder zwischen GMail und richtiger Mail hin und her; neben der Datenschutzproblematik beschäftigt mich dabei aber vor allem die Entscheidung zwischen Mail als Desktop-Anwendung (das wäre dann also Mail.app) und Mail als Web-Anwendung (also GMail).

Ich habe eigentlich immer Webmail als irgendwie zweitklassig empfunden. In Bezug auf Erweiterungen wie PGP- oder auch S/MIME-Verschlüsselung stimmt das auch, und den großen Vorteil von Webmail (universale Verfügbarkeit) kann der User dank IMAP auch mit dem Mail-Client auf dem Desktop genießen. Auf der anderen Seite sind Webmail-Anwendungen wie GMail mehr als genügend für den täglichen Bedarf, man spart sich die Konfiguration der Clients auf mehreren Maschinen (wenn man sie nicht ohnehin, z.B. mit einem .Mac-Account oder ähnlichem synchronisiert) – und ist Mail nicht eigentlich die Netz-Applikation schlechthin und damit im Rahmen einer Web-Oberfläche durchaus zuhause?

Aber ich schweife ab – denn eigentlich geht es um das Zusammenwachsen von Desktop- und Web-Computing.

Personal computing is currently in a state of transition. While traditionally users have interacted mostly with desktop applications, more and more of them are using web applications.

…heißt es im Mozilla Labs Blog, und mit diesen klugen Sätzen beginnt die Vorstellung neuer Aktivitäten der Mozilla-Leute:

Mozilla Labs is launching a series of experiments to bridge the divide in the user experience between web applications and desktop apps and to explore new usability models as the line between traditional desktop and new web applications continues to blur.

Erstes Projekt: Prism – ein Versuch, Webapplikationen wie Desktop-Anwendungen aussehen zu lassen. Die Webanwendung, also eine Webseite, wird dabei einfach in einen Fensterrahmen ohne die übliche Browseroberfläche, also ohne Adress-Zeile, Navogationsknöpfen etc. gepackt und soll wie eine lokale Anwendung durch Doppelklick auf das dazugehörige Icon gestartet werden.

Was das soll? Hm. Leute beruhigen, denen die Idee von Anwendungen im Browserfenster irgendwie unheimlich ist, nehme ich an. Ausprobieren kann ich die Sache nicht, da Mozilla Labs zunächst an einer frühen Windows-Version von Prism (Obacht, Link lädt eine .exe-Datei herunter!) arbeiten; die Versionen für Macs und Linuxbüchsen kommen später.

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