Vernetzt

Es ist doch jeden Abend dasselbe: Statt endlich den pulitzerpreisverdächtigen Bestseller zu schreiben, den ich schon lange zu schreiben vorhabe (müsste mir nur noch einfallen, was drin stehen soll), gucke ich mir zuerst Star Wars Episode IV (es gibt immer noch jemanden, der das noch nicht gesehen hat, und der geistige Begleitung dabei braucht, ob er will oder nicht) und danach ganz privat an, was ich da nun wieder im Netz angerichtet habe.

Da ist einmal dieses Weblog, bestehend mehr oder weniger kontinuierlich seit acht Jahren, elf Monaten und drei Tagen. Das wird gefüttert entweder direkt im ControlPanel, oder mit der WordPress-App für das iPhone, oder über meinen Posterous-Account, der den Vorteil hat, per Mail von überall her erreichbar zu sein und mit multimedialen inhalten super zurechtzukommen, aber den Nachteil, selbst wie ein Weblog auszusehen und mir deshalb möglicherweise Leser von hier fernzuhalten.

Außer von mir wird bluelectric.org auch noch von sich selbst gefüttert: der Lifestream fasst die Spuren, die ich im Laufe des Tages im Netz hinterlassen habe, einmal täglich zusammen, und mit Postalicious, einem anderen WordPress-Plugin, bekommen die bei del.icio.us (ich liebe diesen altertümlichen URL!) zusätzlich noch einen Ehrenauftritt, so dann und wann.

Das ist also, was reinkommt. Doch…

Entscheidend ist, was hinten rauskommt.

…sagte schon Helmut Josef Michael Kohl am 31. August 1984, und wo der Mann recht hat, hat er recht.

Wo gehen also blauelektrische Inhalte hin? Bitte anschnallen, das Rauchen einstellen und die Tische vor ihnen hochklappen.

  • in meinen Twitter-Account via WP to Twitter
  • in meinen Friendfeed-Account via WP SUP
  • (dort landet übrigens auch die Twitternachricht; eins von beiden wird aber dankenswerterweise von Friendfeed meist wieder ausgeblendet)
  • in Ihrem Feedreader via RSS (hauseigene Lösung, nix mit Feedburner oder so)
  • in meinem Facebook-Account via Networked Blogs‚ Facebook-Anwendung
  • (dort landet übrigens, wiederum via Friendfeed, auch der Friendfeed-Eintrag und der Tweet, der ja ebenfalls in Friendfeed auftaucht)
  • Können Sie mir noch folgen? Gut. Ich nämlich nicht mehr.
  • in Nachrichtenaggregatoren, von denen ich längst nichts mehr weiß, oder von denen ich noch nie was gewusst habe
  • jetzt auch noch auf einer eigenen bluelectric.org-Facebook-Seite, dessen erster und einziger Fan ich selbst bin, aber auch nur, weil ich da irgendwas aus versehen angeklickt habe; gefüttert immerhin nur über den bereits bekannten Weg via Networked Blogs
  • und dann noch seit dem 3. September via PubSubHubbub in Echtzeit weiß der Geier wo…

Ist es jetzt gut mit dem Verstricken Vernetzen im Internetz? Erzeugt bluelectric.org inzwischen – speziell auf den multipel gefütterten Seiten – genug Redundanz und/oder Grundrauschen? Ist bluelectric.org endlich überall dort auffindbar, wo ich es aufgefunden wissen möchte?

Immerhin habe ich die Redundanz schon reduziert, habe meinen Identi.ca-Account (als Nebentwitter) wieder abgeschaltet, habe externe Lifestreams gekappt, lasse die blauelektrischen RSS-Feeds nicht mehr auf alle Seiten schmutzen auslesen, derer ich habhaft werden kann, etc.

Aber: wäre es nicht doch an der Zeit, die ganze Sache ein wenig zu streamlinen, wie wir Streamliner zu sagen pflegen? Und wenn ja, wie?

Fragen über Fragen. Und alles hat mit einem ganz einfachen Weblog auf Perl-Basis, ohne Kommentarfunktion und ohne Leser angefangen.

Ach ja: Aufgefallen ist mir die Sache mit der Redundanz vorgestern. Seitdem schickt sich WordPress nämlich täglich mindestens einmal selbst einen Pingback. Wahrscheinlich, um sich zu vergewissern, dass es das alles nicht träumt.