Vergess-Bar

Vielleicht, weil Freitag ist, vielleicht aber auch aus anderen Gründen berichten die Geier von El Reg über die Ideen von Viktor Mayer-Schönberger, Österreicher, Software-Unternehmer und Professor an der John F. Kennedy School of Government in Harvard. Der Professor macht sich nämlich Gedanken über die offene Gesellschaft und darüber, wie offen sie in der Zeit des absoluten Datensammelns noch sein kann.

Wenig überraschenderweise steht der Professor der Datensammelwut sehr kritisch gegenüber; erheblich überraschender dürfte sein, dass er nicht etwa das Department of Homeland Security der Vereinigten Staaten oder das Bundesministerium des Inneren als den größten Datensammler von allen anprangert, sondern – Google.

Like the Soviet state, Google does not forget. But unlike the Soviet Union that ceased to exist fifteen years ago, Google has become an indispensable tool for hundreds of millions of people around the world, who use it every day.

Unter anderem dank Google hat unsere Gesellschaft vergessen zu vergessen, sagt der Professor, auch wenn er das Wortspiel mit Absicht vermeidet.

If whatever we do can be held against us years later, if all our impulsive comments are preserved…our words and actions may be perceived years later and taken out of context…the lack of forgetting may prompt us speak less freely and openly.

The Register macht sich wohlwollend lustig über den Professor – dennoch sollte man sich sein Papier „Useful Void: The Art of Forgetting in the Age of Ubiquitous Computing“ mal durchlesen. Bei Gelegenheit. Und bevor man es vergessen hat.