…und zum Dritten!

Melde dem Herrn Sozialgraf gehorsamst: Pflicht erfüllt, Like-Buttons dorthin gepackt, wo sie von der usability her hingehören – ans Ende des vom geneigten Publikum gefälligst gut zu findenden Einzelbeitrags nämlich. (Wo die Dinger aus Gründen der privacy und der Offenheit des Netzes hingehören, ist eine ganz andere Frage, aber mit der beschäftigen wir uns ein ander Mal.)

Wie schon gestern beschrieben, gibt es – einfach weil es mich interessiert hatte – schon länger, und ebenso lange ungenutzt, bluelectric.org als Facebook-Applikation. Diese App kann zwar nichts; ihre Existenz ist aber Voraussetzung dafür, die umstrittenen Like-Buttons und den Social Graph nach Zuckerberg’scher Art seriös und mit etwas mehr Funktionalität in die eigene Seite einzubauen. Den Teil der App-Erstellung hatte ich also schon hinter mir.

Schritt zwei: Wer den Button nicht als iFrame einbauen will – mit all den Unschärfen, die das mit sich bringt – muss FB-Tags verwenden. Diese funktionieren aber nur, wenn man das Facebook’sche Javascript-SDK nutzt. Dazu lädt man sich besagtes SDK, wie auf dieser Seite beschrieben, von der eigenen Seite; ich habe den Aufruf ganz an den Schluß gesetzt, um durch Facebook-Störungen wie die vor drei Stunden nicht den Seitenaufbau zu behindern.

Schritt drei: An die Stelle, an der die Facebook-Funktion auftauchen soll, packt man sich einen FB-Tag, der in der einfachsten Form so aussehen kann:

<fb:like action="like" width="280" colorscheme="light" />

Dieser Aufruf hat gestern noch das Widget in der rechten Spalte aller bluelectric-Seiten belebt – und hat insoweit funktioniert, dass es beim Klick auf den Like-Button an Facebook gemeldet hat, auf welcher Seite einer was gut gefunden hat. Auf einer Seite mit einem Einzelbeitrag fand der Mensch also diesen Einzelbeitrag gut, auf der Übersichtsseite das ganze Weblog, auf der Seite mit dem Impressum das Impressum etc.

Das ist natürlich Quatsch. Sinnvoll sind Like-Buttons nur dann, wenn sie sich auf konkrete Inhalte beziehen. Deshalb flog das Like-Widget wieder aus der Seitenleiste, und der Button sollte sich zu jedem Beitrag hinzugehörig fühlen.

Dafür besitzt das FB-Tag ein sehr passendes Attribut:

<fb:like href="http://bluelectric.org" action="like" />

Und wer sein Blogsystem in- und auswendig kennt, weiß auch, wie er den URL eines Postings, egal wo es sich befindet (auf der Hauptseite, einer Archivseite, der Einzelseite) ausliest und als Variable an Facebook übergibt.

Nun bin ich ja, was die Arbeit mit Blogger angeht, wieder ein Neuling. Es hat mich geschlagene anderthalb Stunden und einige peinliche Versuche mit JavaScript gekostet, die Funktionsweise eines Blogger-Tags so zu verstehen, dass auch Facebook damit was anfangen konnte. Die Schwierigkeiten hatten auch damit zu tun, dass Blogger wie Facebook es dem Anfänger ganz leicht machen; anspruchsvollere Aufgaben sind aber mit schwankender Qualität und Verständlichkeit dokumentiert.

Für alle Blogger-Nutzer, die das jetzt auch machen wollen: So sieht das in der XML-Hölle, die bei Blogger ein Seitentemplate sein soll, bei mir jetzt aus:

<div class='post-footer-line post-footer-line-3'><br/>
<fb:like expr:href='data:post.url' layout='standard'
show_faces='false' width='500'/></div>

Der fettgedruckte Teil liest den URL des Einzelbeitrags in Blogger-Syntax aus und übergibt ihn so an Facebook, dass es auch was damit anfangen kann.

Und damit schließen wir das Kapitel „Facebook Like“ ab und können uns jetzt oder in Zukunft auch mal mit OpenLike beschäftigen. Wenn dann bei aller normativen Kraft des Faktischen noch ein Hahn danach kräht.