Und nu?

Zunächst möchte ich den Wählerinnen und Wählern danken – nicht, dass sie mich gewählt haben (dafür habe ich einfach zu wenig kandidiert), sondern dafür, dass sie mir uns allen anderen mit einem relativ klaren Ergebnis gezeigt haben, wo’s lang geht in diese Land in den nächsten Jahren. Ich gebe zu: ich hatte mit einer Fortsetzung der angeblich Großen Koalition gerechnet, und ich war von der Aussicht nicht begeistert.

Nu also schwarz-gelb. Wir werden sehen, ob die Rezepte aus der rechten Hälfte des Parteienspektrums uns wirklich weiterhelfen. Skepsis ist angesagt. Und die SPD hat jetzt ein paar Jahre Zeit, darüber nachzudenken, ob das Konzept „Volkspartei“ noch stimmt (Angela Merkel glaubt wohl noch dran), ob sie nach den letzten elf Jahren überhaupt noch Stammwähler hat, ob es nach 63 Jahren nicht doch Zeit für eine Fusion der linke(re)n Parteien ist, ob es vor allem nicht langsam mal Zeit für eine Generalüberholung und -verjüngung ist.

Westerwelle Außenminister? Nun ja. Ist jetzt wohl so.

Piraten bei 2 Prozent? Das ist das beste, was ihnen passieren konnte: ein klarer Zugewinn (mehr, als die Grünen bei ihrer ersten Bundestagswahl hatten), damit ein klares Signal – und jetzt ein paar Jahre Zeit, die Hektik des Wahlkampfs hinter sich zu lassen, erwachsen zu werden, ohne wie die anderen zu werden, ein Programm zu entwickeln und beim nächsten Mal…? Wir werden sehen.

Ist übrigens schon jemand aufgefallen, dass ich nicht von den „nächsten vier Jahren“ schreibe?

Demokratie ist doch was Spannendes. Gut, dass wir sie haben.