Tropfenweise Ärger

Mit dem wie immer ebenso kreativen wie nichtssagenden Titel ist nicht die Kombination „Morgengewitter – offenstehendes Küchenfenster – Überschwemmung in der Küche“ gemeint. Die habe ich schon im Griff.

Dropbox, inzwischen nicht mehr ganz so beliebter Speicher-, Backup- und Sharing-Dienst, hat ein Problem. Dieses Problem sitzt entweder ungefähr 40 Zentimeter vor dem Bildschirm (= Dropboxens User) oder in der Rechtsabteilung der Firma. Es ist zu vermuten: letzteres.

Übers Wochenende habe ich wie viele, vermutlich alle Dropbox-User Mail von Dropbox bekommen, Mail der Art, die man aufmerksamst lesen sollte, aber ungelesen wegklickt. Die Nutzungsbedingungen haben sich geändert. Hier der Ausschnitt, um den es jetzt in New Blogginton – und demnächst auch in Klein-Bloggersdorf – geht:

We sometimes need your permission to do what you ask us to do with your stuff (for example, hosting, making public, or sharing your files). By submitting your stuff to the Services, you grant us (and those we work with to provide the Services) worldwide, non-exclusive, royalty-free, sublicenseable rights to use, copy, distribute, prepare derivative works (such as translations or format conversions) of, perform, or publicly display that stuff to the extent reasonably necessary for the Service. This license is solely to enable us to technically administer, display, and operate the Services. You must ensure you have the rights you need to grant us that permission. (zitiert nach Agile Bits, Hervorhebung von mir)

Aha. Dropbox will also die Rechte an den Daten, die ich dort gespeichert habe.

Das ist – gelinde gesagt – ungeschickt formuliert von den Leuten, die für Nutzungsbedingungen zuständig sind (man nennt sie „Juristen“). Natürlich – und das steht da auch so – braucht Dropbox meine Erlaubnis, Daten weiterzugeben, die ich mit anderen teilen möchte. Das aber als Anspruch auf

worldwide, non-exclusive, royalty-free, sublicenseable rights to use, copy, distribute, prepare derivative works

zu formulieren, geht rechtlich etwas zu weit und führt zu heftigen Ausschlägen auf der Ungeschicklichkeitsskala. Dave Winer, immer für einen Brüller gut, hat auch prompt seinen Account gelöscht.

Soweit gehe ich angesichts des Nutzens der Dropbox noch nicht. Aber alle Daten, die ich nicht geteilt haben möchte, werde ich jetzt löschen und anderweitig speichern.

3 Gedanken zu „Tropfenweise Ärger“

  1. Oder man wirft alles über den Umweg encfs in die Dropbox. Natürlich gibt es dann keinen mobilen Zugriff mehr, die Plattform ist aber immer noch nützlich 😉

    • Och. Wenn man stattdessen GnuPG nutzt und auf dem Androiden die Android-Implementation APG hat, dann klappt sogar der mobile Zugriff.

      In dem Fall geht es mir nicht so sehr um die Sicherheit (glaube nicht, dass irgendjemand Interesse daran hätte, eine Bearbeitung abgelaufener Airline-Tickets in Umlauf zu bringen), sondern um die übergroße Dämlichkeit eines diesbezüglich schon in Verruf geratenen Unternehmens im Umgang mit Nutzerbefindlichkeiten.

Kommentare sind geschlossen.