Naneux?

The Neux TeuxDeux
The Neux TeuxDeux

Auf meiner To-Do-Liste für heute morgen: die interessierte Öffentlichkeit darauf hinweisen, dass die To-Do-Liste meiner Wahl gerade mit neuen, lang erwarteten Funktionen aktualisiert wurde und mit einem (naneux?) Bezahlmodell auf ein wirtschaftlich möglicherweise tragfähiges Fundament gesetzt wurde.

TeuxDeux ist – den durchaus unterhaltsamen FAQ des Dienstes zufolge – als Name zugleich „ridiculous and awesome“; verständlich wird er erst, wenn man das faux Français mit echtem amerikanischem Akzent ausspricht – dann kommt nämlich ein brummeliges „Tuu Duu“ heraus, und genau das ist, was TeuxDeux nach dem Willen seiner Macher ist: eine einfache, einfach zu bedienende und einfach (aber elegant) aussehende To-Do-Liste.

Ich benutze TeuxDeux schon seit, nun ja, Jahren, trage meine Aufgaben in die kalenderartige Web-Darstellung oder in die (von dritter Seite gebaute und jetzt an die neuen Funktionen angepasste) Android-App Tehda ein, verschiebe sie, wenn gerade im Prokrastinationsmodus, um einen Tag oder auch mehrere, streiche sie mit einem Mausklick als erledigt durch und gut ist. Das mit dem Verschieben ist übrigens nicht nötig; unerledigte Punkte wandern von Tag zu Tag mit, bis sie solange genervt haben, dass man sie vielleicht doch mal erledigt. (Angstvolle iPhone-User sollten wissen, dass es eine iPhone-App gibt; für iPads habe ich eine ebenfalls von dritter Seite stammende App gefunden, kann sie aber gerade nicht benennen, weil mein Dienst-iPad mein Dienst-iPad ist und deshalb nicht zuhause rumliegt.)

Nein, es gibt (bzw. gab) keine verschiedenen Listen, keine Mail- oder Push-Erinnerung, keine wiederholten Aufgaben. Im Grunde funktionierte TeuxDeux wie Papier und Bleistift – nur ohne Papier und Bleistift. The Zen of To Do, sozusagen.

Ja. Und dann passierte jahrelang nichts bei der Entwicklung von TeuxDeux, und ich bekam das ungute Gefühl, es hier mit einem Dienst zu tun zu haben, bei dem die Macher das Abschalten vergessen hatten.

Faux! Auftritt The Neux Teux Deux (immer dran denken: englisch aussprechen!) – mit wiederkehrenden Aufgaben, und mit der Möglichkeit, eigene, dann allerdings nicht zeitgesteuerte Listen für die anliegenden Projekte anzulegen. Außerdem beherrscht TeuxDeux jetzt Markdown, was bedeutet, dass man Einträge nicht nur formatieren, sondern auch als Hyperlinks anlegen kann. Und man hat sich auch meine Sorge (wg. vergessen, den Stecker zu ziehen) zu eigen gemacht und will mit TeuxDeux künftig Geld verdienen. $ 2.00 pro Monat im Jahresabo.

Oha. Das wird viele treue Nutzer vergraulen (schließlich gibt es im Internet ja alles umsonst) – zumal auch Wunderlist gerade frisch aufgehübscht ins neue Jahr geht. Nun, ich finde Wunderlist auch schön – aber es ist mir zu kompliziert, ebenso wie der Feature-Overkill namens Remember The Milk. Ich brauche eben nur Papier und Bleistift – und wenn es ohne Papier und Bleistift geht: umso besser.

Hinweis für alle, die fasziniert auf den Screenshot mit meinen To-Dos starren: Nein, es ist nicht so, dass ich am Montagabend schon alles erledigt habe. Erfahrungsgemäß füllen sich die Spalten in den ersten Stunden des Montagvormittags sehr schnell.

6 Gedanken zu „Naneux?“

  1. Ja, ich bin auch gerade über das neue TeuxDeux gestolpert – ich konnte mich nicht mehr einloggen. Allerdings wollen die Macher 3$ pro Monat von mir, und das ist mir für einen Dienst, den ich seiner Einfachheit halber liebe (und jeder Wunderlist vorziehen würde), tatsächlich zu teuer.

    Richtig: Teux Deux ist wie Papier und Bleistift – warum also nicht einfach mal das Medium wechseln?

    (Ich gebe zu, dass letzte Woche beim Google Reader der Stecker gezogen wurde bzw. in Kürze gezogen wird, spielt bei diesem Gedanken eine gewisse Rolle … )

    • Da klemmt dann aber etwas. Die TeuxDeuxer bieten zunächst einmal 30 Tage Testfahrt des Neux TeuxDeux für umsonst an. Ich konnte mich gestern ohne Probleme einloggen und erst einmal gratis weiterdeuxen (oder wie man das nennt, was man da macht).

      Wenn das nicht klappt, sollte man gleich eine Mail an TeuxDeux schicken, heißt es in den FAQ. Adresse: jen [at] teuxdeux.com

      Ganz nebenbei: Ich finde auch $ 24/Jahr nicht gerade wenig dafür, dass für mich gerade mal winzige Textschnipsel gespeichert werden. Muss jeder selbst wissen, wieviel es das wert ist. Und solange andere (Wunderlist) umsonst sind (auch da droht uns zumindest ein Pro-Account gegen Geld), lässt sich TeuxDeux auf ein ungewisses Spiel ein.

      • Ja, jetzt bin ich auch drin und darf gratis testen – die Änderungen sind allerdings, soweit ich das jetzt beurteilen kann, eher kosmetischer Natur bzw. teils auch in meinen Augen recht irrelevant. Brauche ich wirllich Markdown in nach Möglichkeit eher kurzen Tasks? Ich habe da meine Zweifel…

        Was den Preis angeht: Es zeigt sich mittlerweile dann an der einen oder anderen Stelle doch, dass man auch im Internet Geld verdienen muss, um seine Angebote zu finanzieren. Bei Software as a Service immer noch am einfachsten über ein irgendwie geartetes Subscription-Modell. Allerdings stellt jeder einzelne dieser Services dann auch die Gretchenfrage an den User: Brauchst du mich so sehr, dass es dir das Geld wert ist?

        Mal abgesehen von den zahlreichen Konkurrenten – wobei mich auch ein überteuertes teuxdeux nicht zum Wunderlist-User macht, allzumal das dort ja auch nur eine Frage der Zeit ist, bis sich das Geschäft rentieren muss…

        • Muss jeder für sich entscheiden, ob die Neuerungen wichtig sind. Ich finde wiederkehrende Tasks schon sehr wichtig (anlegen mit „[task] every week/month/year“ – die Wiederholungsangabe verschwindet beim Speichern, und die recurring tasks sind über ein Dropdown rechts oben beim Nutzernamen zu verwalten), und auch die Listen, die über „Someday“ hinausgehen, helfen mir bei der Organisation größerer Projekte. Markdown ist weniger wichtig – außer man möchte einen Eintrag mit irgendwas anderem verlinken; das ging bisher gar nicht, mit Markdown gehts.

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