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Aufgabenplan
Aufgabenplan

Der Unterschied zwischen Microsoft und Google?

Microsoft wartet, bis jemand eine gute Idee hat, kopiert sie dann, patentiert sie gegebenenfalls und drängt den Inhaber der Originalidee früher oder später aus dem Markt. Google dagegen hat selber gute Ideen.

Das hält Google aber nicht davon ab, auch mal Ideen von anderen zu kopieren, wenn sie gut sind – so geschehen kürzlich in meiner GMailbox. GMail – wir wissen es – ist software in the cloud, d.h. ab und zu kommen ungefragt neue Funktionen dazu, ohne dass der Kunde – also ich – irgendetwas aktualisieren muss. Seit gestern steht in der linken Spalte meines GMail-Accounts „Aufgabenplaner“, heute kam noch ein dezentes rotes „Neu!“ hinzu, und als Ritter des GTD-Ordens muss ich mich wohl oder übel daran machen, auch diese Lösung der Aufgabenverwaltung näher anzusehen.

Erster Eindruck: Google, die Meister der AJAX-Artistik, sind noch eine ganze Strecke davon entfernt, wie Remember The Milk, mein derzeitiger GTD-Dienstleister, seine Lösung in der Weboberfläche anbietet. Der Aufgabenplaner von Google erscheint in einem kleinen Fenster in der GMail-Oberfläche und ist insoweit durchaus vergleichbar mit dem RTM-Gadget für GMail. Er kennt verschiedene Listen (= Projekte), kann aber offenbar immer nur eine zur gleichen Zeit anzeigen; RTM bietet auch die Möglichkeit, quer durch alle Listen alles anzuzeigen, was heute oder morgen fällig ist, und auch, was überfällig ist. Darüber hinaus kann ich bei RTM Aufgaben taggen; bei Google geht das nicht. Mit Notizen versehen kann ich Aufgaben in beiden Systemen.

Aufgabenplaner auf dem iPhone
Aufgabenplaner auf dem iPhone

Auf Mobilen Endgeräten (sprich: auffem Henndie) hat RTM die Nase nur unwesentlich vorne: Für Windows-Mobile- und für iPhones gibt es ein eigenes Frontend; andere müssen mit einer optimierten Weboberfläche vorlieb nehmen. Den Google-Aufgabenplaner habe ich auf dem iPhone ebenfalls optimiert wiedergefunden, wobei optimiert in diesem Fall nicht „der Bildschirmgröße angepasst“ heißt; schon das Browserfensterchen passt mühelos auf ein Henndie. Optimiert heißt in diesem Falle: eleganter und klarer umgesetzt.

Tscha. Der Google-Aufgabenplaner ist schlichter als RTM. Andererseits ist RTM eine der ausgefuchstesten Lösungen auf dem Markt, und längst nicht jeder nutzt die Funktionalitäten voll aus.

Bleiben also die üblichen Argumente: Will ich Google noch mehr Daten zur Verfügung stellen? (Antwort: Solange sie sich auf dem Niveau der hier abgebildeten Beispielaufgaben bewegen, warum nicht?) Brauche ich die ganzen zusätzlichen Funktionen von RTM, wie Twitter-, iCal- und Mail-Integration, Tagging, Verbindung mit Google(!) Maps etc.? (Antwort: Klar, ich Spielkalb, ich.) Oder bin ich zufrieden, weil ich in meiner Mailoberfläche (vorausgesetzt, sie ist überhaupt GMail…) jetzt das auch noch vorfinde und mein Leben darüber hinaus auch ohne technische Lösung im Griff habe, thank you very much?

Update: Anderswo hat man sich mit etwas mehr Zeit an die Bewertung gemacht und noch einige Punkte notiert, die mir auch wichtig wären, die aber in der Google-Lösung fehlen:

  • Priorisierung
  • Wiederkehrende Aufgaben
  • Suche (ausgerechnet die hat Google vergessen?)

Andere Punkte, wie das fehlende Tagging oder die automatischen Erinnerungen habe ich schon selbst vermisst. Sieht so aus, als hätte RTM eine gute Chance auf Weiterbeschäftigung in dieser Ecke des Netzes.