This is how I work

Da hat jemand was losgetreten:

Eine meiner Lieblingsreihen im Internet ist “This is how I work” beim Gawker-Blog Lifehacker.

Nun gibt es bei den deutschen Bloggern einige, die sehr fleißig und organisiert sind, es gibt die hin-und-wieder-Blogger *hüstel*, die Foodblogger und wahrscheinlich noch einige andere Typen die mir nicht einfallen. Da würde es mich bei einigen sehr interessieren, wie sie denn so arbeiten.

Frau Gröner hat es aufgegriffen, und weil auch ich zu ungefragter Selbstauskunft neige, greife ich jetzt ebenfalls:

Blogger-Typ: unsortiert. Vor allem Technik, Politik, Medienkram. Und weiterhin unsortiertes.
Gerätschaften digital: Asus Netbox mit LMDE, Acer Aspire One Notebook mit LMDE, Samsung Chromebook (faszinierendes Arbeiten in den Armen der Datenkrake!), Google Nexus 7, Motorola RAZR XT910. Irgendwo liegt noch eine Casio-Exilim-Knipse, weitgehend unbenutzt.
Gerätschaften analog: Moleskine A6, Montblanc Starwalker – beides viel zu teuer. Punkt.
Arbeitsweise: Sagen wir mal: assoziativ.

Welche Tools nutzt du zum Bloggen, Recherchieren und Bookmark-Verwaltung? Unter der Haube brummt WordPress. In den frühen Tagen habe ich viel mit anderen Systemen herumgespielt, von denen heute keiner mehr etwas weiß; seit 2007 oder 2008 ist es WordPress, und obwohl ich manchmal unzufrieden, manchmal auch nur neugierig auf etwas Neues bin, halte ich mich zur Abwechslung an den getwitterten Rat eines klugen Menschen und versuche, eine ruhige Hand zu bewahren. Für die Recherche habe ich das große weite Internet, die Suchmaschine meiner Wahl heißt DuckDuckGo, um bei allem Google-Fantum die Spuren doch etwas weiter zu verteilen (Hinweis: DuckDuckGo speichert nicht und trackt nicht!). Für Bookmarks nutze ich pinboard.in, und daraus erstellt WordPress mit einem eigentlich veralteten Plugin auch die jetzt wieder eingeführten Linkschleudern auf dieser Seite. Gefundene Texte speichere ich zwischendurch mit Instapaper.

Wo sammelst du deine Blogideen? Augen und Ohren offenhalten. Medien konsumieren. Feeds lesen (vor dem angekündigten Ende des Guglrieders via Feedly). Ideen notieren mit Evernote oder gleich umsetzen. Am liebsten gleich umsetzen – obwohl das Tippen einer längeren Geschichte in der WordPress-Android-App doch so mühsam ist, dass ich gerne warte, bis ich wieder an einer Tastatur sitze.

Was ist dein bester Zeitspar-Trick/Shortcut fürs Bloggen/im Internet? Wenn ich hier Frau Gröner zitieren darf:

Haha. Zeitsparen im Internet? Ich lachte.

Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

Benutzt du eine To-Do List-App? Welche? Na, aber sicher. Seit ich vor fünf Jahren den Begriff „Burnout“ persönlich kennengelernt habe, bemühe ich mich, Stress zu minimieren. Das geht (ach was!) leider weniger oft, als gut für mich wäre; bei der Selbstorganisation habe ich aber große Fortschritte gemacht. Dazu gehört eine To Do List, und nach vielen Experimenten von Google Tasks (dann doch zu simpel) über Wunderlist (1 und 2) und Remember the Milk bin ich bei TeuxDeux gelandet. Weil ich ein Faible für einfache Lösungen im eleganten Design habe.

Übrigens: Für meine Redaktion arbeite ich an einer eigenen gruppenorientierten Task-Lösung. Das Projekt gibt es seit 2010, seit 2011 ruht es. Aber jetzt könnte es weitergehen – möglicherweise bald ein Thema auf diesen Seiten…

Gibt es neben Telefon und Computer ein Gerät ohne das du nicht leben kannst? Erstaunlicherweise: der Fernseher. Erstaunlich ist es, weil ich vergleichsweise selten die Glotze anmache. Weniger erstaunlich ist es, wenn man weiß, dass ich beim Fernsehen arbeite und zumindest ab und zu sehen möchte, was die anderen in der Branche so treiben.

Gibt es etwas, das du besser kannst als andere? Möglich. Mit-Geld-umgehen gehört sicher nicht dazu.

Was begleitet dich musikalisch beim Bloggen? Nichts. Ich habe jahrelang bei Radiosendern gearbeitet, die überwiegend Musik ausstrahlten. Gedudel kann ich seither nur noch schwer ab. Gelegentlich schalte ich mein Internet-Radio ein und suche nach der Musik zur aktuellen Stimmung.

Wie ist dein Schlafrhythmus – Eule oder Nachtigall? Wenn ich die Frage mal korrigieren darf: Beide Vögel sind nachtaktiv (wie ich weiß, seitdem ich im Grünen lebe und nachts Nachtigallen zuhören darf, also schon ziemlich lang), von „oder“ kann also keine Rede sein. Wenn ich darf, wie ich will, bin ich ein Spätmensch. Der Beruf (Frühsendungen, aktuelle und Bereitschaftsdienste) hat mich jedoch gelehrt, einzuschlafen (und wieder aufzuwachen), wenn es in den Tages- oder Nachtablauf passt. Also: variabel.

Eher introvertiert oder extrovertiert? Ganz klar: intro. Das passt nicht wirklich zusammen mit meinem beruflichen Verhalten, vor Mikrophonen, Kameras oder auch mehr oder weniger großen Menschenansammlungen frei zu sprechen (und dabei hoffentlich auch rüberzubringen, was ich rüberbringen will), ist aber trotzdem so. Nach einem Arbeitstag bin ich oft froh, erst einmal von niemandem angequatscht zu werden (er hat „angequatscht“ gesagt!) und niemandem antworten zu müssen. In der S-Bahn bin ich derjenige, der so verbiestert guckt.

Wer sollte diese Fragen auch beantworten? Jeder, der es nach dem Lesen dieser Antworten will. Ich freue mich über Trackbacks, weil ich so immer wieder neue Blogs für den Feedreader finde.

Der beste Rat den du je bekommen hast? Dazu habe ich doch gerade erst etwas geschrieben. Habe mich nur nicht an den Rat gehalten. Was vielleicht auch gut so war. Trotzdem: bester Rat.

Noch irgendwas wichtiges? »Wichtig is jarnischt, dafür is de Welt zu groß.«

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