Thingsbums

Das habe ich kommen sehen. Vor zwei Monaten, auf der Suche nach der mir am besten passenden GTD-Lösung, hatte ich mich nach längerem Ringen (ca. eine Woche) dafür entschieden, den Webdienst „Remember the Milk“ als GTD-Lösung auszuwählen und zu beschäftigen. Zu den Gründen gehörte ein guter iPhone-Client und die Tatsache, dass RTM immer einen Weg fand, mich an Ausstehendes zu erinnern: per iPhone, per Mail, per Twitter – und wenns sein musste, auch über das Web-Interface, das zwar durchaus eine beeindruckende Leistung der Schwarzen Kunst des AJAX darstellte, aber mit den Anforderungen an eine Selbst-Management-Lösung nur bedingt zurecht kommt.

Schon damals war Things aus der Stuttgarter Softwaremanufaktur Cultured Code, eine Kombi aus Desktop-Client für den Mac und iPhone-Client (ja, Windows-Nutzer dürfen hier aus Interesse mitlesen), nur knapp auf dem zweiten Platz gelandet – vor allem deshalb, weil Things zwar auf dem iPhone einen hervorragenden, aufgeräumten und leicht nutzbaren Eindruck machte, das Gegenstück für den großen Mac dagegen noch tief im Preview-Stadium steckte und ganz wesentliche Funktionen einfach nicht hatte.

Tscha. Nächste Woche kommt Things 1.0 offiziell heraus, und auf meinem Desktop läuft seit dem Wochenende die vor- und die letzte Vorversion. Und schon schwanke ich wieder.

Things speichert die Daten nicht im Netz, sondern lokal, auf Mac und iPhone. Das muss nicht unbedingt schlecht sein; das einzige Backup findet sich so allerthings in meiner Time Machine. Synchronisiert werden die beiden auf eine ganz seltsame Art – über das heimische WLAN, in einer Ad-hoc-Connection. Ich kann also nur synchronisieren, wenn ich zu Hause bin. Andererseits: Wann sonst würde ich diese Synchronisation denn brauchen? Solange das iPhone läuft. habe ich meine Daten ohnehin in der Jackentasche.

Things nervt auch nicht per Mail oder Twitter – und das finde ich wirklich schade. Ich muss aktiv nachgucken, ob was ansteht, und das ist für patentierte Schussel wie mich ein dickes Minus.

Andererseits ist die Gliederung in Projekte und Aufgaben (auch „Haushalt“ ist ein Projekt, noch dazu ein nie endendes…), die frei mögliche Kombination mit Bereichen, Personen, Tags und die übersichtliche Darstellung nach Wunsch ein großes Plus gegenüber speziell der Weboberfläche von RTM, aber auch bis zu einem gewissen Grad gegenüber RTM auf dem iPhone (was ich immer für das bessere RTM hielt).

Hm. Ein paar Tage lasse ich noch beide, Things und RTM nebeneinander herlaufen – und Windows-Nutzer (ich habe Euch nicht vergessen!) sind mit RTM wirklich gut bedient. Aber dann, so sieht es an diesem ersten Tag des neuen Jahres aus, werde ich mich wohl für Things als GTD-Lösung entscheiden. Willkommen an Bord!