The Switch, zweiter Abend

Ob das hier kurz davor steht, monothematisch zu werden? Ja, wahrscheinlich – ist eben nicht zu ändern.

Also, wichtigster Eindruck der ersten 24 Stunden als Mac-User: Die Mac-Gemeinde scheint noch viel hilfsbereiter zu sein als die Anhänger der Kirche der Open Source; kaum stelle ich eine Frage (oder drei), schon kommen sehr nützliche Hinweise zur Problemlösung, für die ich mich ganz herzlich bedanken möchte (doch, wirklich!). Sowas verführt aber dazu, in einem Weblog keine Lösungen mehr zu präsentieren, sondern einfach danach zu fragen.

Deshalb schreibe ich an dieser Stelle auch nichts über meine Probleme mit X11, das ich von der Tiger-DVD installiert habe, das aber trotzdem nicht läuft und deshalb auch nicht die Installation von The GIMP und OpenOffice möglich macht (inzwischen gefundene Lösung: X11 nochmal installieren); und ich schreibe auch nichts über die Überlegungen, mit welchem Text-Editor sich HTML-Seiten am besten bearbeiten lassen (inzwischen gefundene Lösung: ein Testlauf von SubEthaEdit). Nicht wirklich ideal: die Darstellung von X11-Programmen unter OSX. Aber soll ich deshalb doch MS Office:Mac benutzen?

Der aktuelle Stand: Deinstalliert ist die Testinstallation von besagtem Microsoft Office – wer hat die denn bestellt? Installiert sind Firefox und Opera. Default-Browser ist jedoch vorerst Safari, Default-Mailer ist Apple-Mail, um beides mal ein wenig besser kennenzulernen. Das Erscheinungsbild ist – aber wem sage ich das? – sehr elegant – die Funktionalität des Browsers gegenüber Firefox (und z.T. auch Opera) jedoch ein wenig eingeschränkt, speziell auf Seiten mit heavy scripting. FTP-Client du jour ist Cyberduck – etwas ungewohnt für Nutzer von gFTP oder WS_FTP, aber wohl recht funktionell.

Wovon ich Spielkind und eye candy-Genießer jedoch vollends begeistert bin – und das hat aber auch gar nichts mit dem Mac als productivity machine zu tun – ist die mitgelieferte kleine Fernbedienung und ihre Art, iTunes, iPhoto etc. zu steuern: da fliegen die Icons nur so über den Schirm, dass es eine (in Worten: 1) Pracht ist.

Jetzt aber zur Philosophie: Bisher habe ich mich groß als Anwalt von OSS (Open Source Software) geriert und die Vorteile freier Software gepredigt. Jetzt sitze ich plötzlich hinter einem proprietären Betriebssystem (das auf Open Source aufbaut) und nutze überwiegend proprietäre Software. Bin ich deshalb ein Verräter? Diese Frage geht an die 5 % der Leser, die hier mit einer Linux-Maschine vorbeikommen.

Oder bin ich einer, der einfach nur ein stabiles, sicheres und benutzbares System haben will, gerne auch noch eine grafische Oberfläche zwischen sich und den UNIX-Kern kommen lässt, sich von einem System gerne unterstützen, aber ungern bevormunden lässt, und der sich auch noch von der Eleganz dieser Oberfläche blenden lässt?

Fazit nach 25 Stunden: Schicke Maschine mit einer Menge PS unter der Haube, und dazu ein, nun ja, anderes Betriebssystem. Bis jetzt bin ich mit der Entscheidung für den Switch noch voll und ganz einverstanden. Und die Sache mit X11, The GIMP und OpenOffice krieg ich auch noch hin.

Nächste Aufgabe: Das MacBook mit einem UMTS-Handy ins Netz bringen – aber dazu brauche ich erst mal eine UMTS-Quatsche.