The Switch goes on

Liebe Windows-Gemeinde, und vor allem liebe Linux-Freunde,

Ihr müsst jetzt mal ganz tapfer sein. Denn wie viele Konvertiten wird Euch jetzt einer, der mal einer von Euch (im Falle Windows: ca. 1992 bis 2005, im Falle Linux von 1999 bis 2006) war, ganz gehörig auf den Zeiger gehen. Der Switch, abgebrochen durch einen Hardwarefehler (wir stänkerten berichteten), geht auf diesem Schreibtisch (o.) nämlich seit Donnerstag weiter – und auch wenn ich noch längst nicht alle Möglichkeiten getestet habe, die mir der Mac (links im Bild) bietet, und nicht alle Programme installiert habe, die ich zu brauchen glaube, so habe ich doch einen ersten in die Tiefe gehenden Eindruck vom Computing Mac style bekommen – und dieser Eindruck ist ganz anders als erwartet.

  1. It just works. Was das schnöde von mir im Stich gelassene Linux-Duo Ubuntu/Kubuntu gerade in der eben herausgekommenen Version 6.06 nahezu überzeugend bewiesen hat, gilt erst recht für den Mac. Programme lassen sich mühelos installieren und stehen dann sofort, ohne Reboot oder ähnliche Turnübungen, zur Verfügung. Anders als bei Linux weiß ich nicht, wo sie liegen; das muss ich aber auch nicht (hat auch unter Linux immer nur mäßig mein Interesse geweckt), denn selbst das De-Installieren ist eine Sache von Drag and Drop (nämlich in den Papierkorb). Gleichzeitig ist OSX eben doch ein BSD-Abkömmling, mit all der Erfahrung von hundert Jahren Unix, die man erwartet, und der Benutzerfreundlichkeit, die man bezahlt hat (Hinweis an Microsoft: Nicht nur ihr baut Betriebssysteme, mit denen der Mensch sofort umgehen kann!)
  2. So verspielt die Maschine und die Benutzeroberfläche auch aussehen mögen: ein Mac signalisiert Arbeit. Ernsthafte Arbeit, die sich schnell (2 GHz Intel Core Duo, 2 GB RAM) erledigen lässt. Nun ist Arbeit genau das, was ich eigentlich mit einem Rechner erledigen möchte; ich möchte nicht nächtelang daran herumbasteln, auch wenn ich dabei immer noch was lerne (Linux), ich möchte nicht serienweise Patches einspielen müssen (Windows), ich möchte auch nicht Spiele spielen (nun ja) – und der Mac ermöglicht mir all dies, bis hin zu der Abwesenheit von Mac-eigenen Spielesammlungen. Das wird aber mehr als ausgeglichen durch einen großen Spaß an der Produktivität, der durch kleine Feinheiten wie flickr-Plugins für iphoto nur gesteigert wird.
  3. You get what you paid for. Das gilt auch für Linux (du zahlst nichts, musst das System aber dafür selbst fertigstellen), das gilt nicht für Windows (Du zahlst eine Menge und bekommst ein wenig). Für Mac-Applikationen muss ich, soweit sie nicht open source oder Freeware (ja, liebe Linux-Gemeinde, das habt nicht nur ihr!) sind, bezahlen, mache das aber gerne, weil ich weiß, dass es just works (s.o.).

Was also habe ich hier? Einen Rechner (OK, das Bild oben zeigt zwei, aber der Cube – auch erst kürzlich von Linux auf OSX umgestellt – dient derzeit nur der Dekoration, weil ich ihm den Bildschirm weggenommen habe, um auf zwei Monitoren gleichzeitig arbeiten zu können – auch eine sehr empfehlenswerte Erfahrung, by the way!)… einen Rechner also, der effizient, schnell, offenbar zuverlässig und außerdem auch noch schön anzusehen ist. Ein Rechner für erwachsene, mündige Bürger des 21. Jahrhunderts, sozusagen. Und nein, ich bekomme für diese Aussagen und Formulierungen kein Geld und keine Sachleistungen.