The Switch (Back), Folge 5

Der Trend geht zum Parallel-Universum. Doch manchmal wirkt die selbstgestellte Aufgabe, die hochintegrierte Umgebung einer Mac-OSX-iPhone-Landschaft so weitgehend wie möglich mit offenen Komponenten nachzubauen, schon so gut wie erledigt.

Folge 5: Der soziale Graf

Dass mein Ruf nahezu ruiniert ist, merkte ich an dem Tag, als ein Feueralarm meine Kollegen und mich kurzzeitig auf die Straße hinuntertrieb und mein Boss mich fragte, ob ich dieses Ereignis denn schon getwittert hätte. Dass ich nicht so schlimm bin wie mein Ruf, erkannten er und ich daran, dass ich das nicht getan hatte.

In Wahrheit bin ich unter den Benutzern von Twitter & Facebook ein eher Unterdurchschnittlicher. Deshalb – und weil es viele gute Twitter-Clients gibt – ist es mir eher wurscht, womit ich einen Tweet absetze, und wir können die heutige Folge der Switch-Reihe erfreulich kurz halten.

Ein Feature der aktuellen Ubuntu-Version ist das sogenannte „Me Menu„, ein Applet in der rechten oberen Ecke des Bildschirms (jedenfalls solange, bis man es entweder löscht oder woanders hin schiebt), mit dem man den Zugang sowohl zum Social Web-Client Gwibber (noch ein dämlicher Name für einen Twitter-Client!) als auch zum Instant Messenger Empathy (beide sind in Ubuntu 10.04 vorinstalliert, aber durchaus nicht die einzigen verfügbaren Anwendungen ihrer Art!) steuern kann.

Was soll ich sagen? Beide erfüllen aus meiner Sicht ihre Aufgaben so gut, wie es auf der Mac-Seite meines Lebens Tweetie und Adium tun. Beiden fehlt aus meiner Sicht keine der Funktionen, die Power-Usern manchmal wichtig sind (bin ja auch keiner), und beide sind – aber das gilt für die gesamte GNOME-Umgebung – sauber anzusehen, aber längst nicht so slick wie ihre Mac-Konkurrenten.

Einem Switch stehen sie keineswegs im Wege.

Der Vollständigkeit halber noch eins: Gwibber ist auch ein Facebook-Client, und unter Ubuntu 9.10 hatte ich das auch schon in Aktion gesehen. Auf meiner frischen Lucid-Lynx-Installation (Ubuntu 10.04) authentifizierte sich Gwibber zwar bei Facebook, wollte den Facebook-Account dann aber partout nicht wahrhaben. Da ich nicht der Einzige mit diesem Problem bin, war die Lösung schnell in vielen Ubuntu-Foren gefunden. Nötig war nur eine kleine Änderung in Zeile 13812639f der Datei habedennamenvergessen.py.

Unter OSX wäre das nicht passiert.