The Switch (Back), Folge 2

Der Trend geht zum Parallel-Universum. Und deshalb – und aus ein paar anderen Gründen, mit denen ich niemand (mehr) anöden möchte – baue ich mir derzeit ein ebensolches aus. Die selbstgestellte Aufgabe: die hochintegrierte Umgebung einer Mac-OSX-iPhone-Landschaft (mein digitales Zuhause vor anderthalb Jahren) jetzt so weitgehend wie möglich mit offenen Komponenten nachzubauen. Den Anfang machte der Umstieg von iPhone auf AndroidPhone, jetzt versuche ich, den heimischen Desktop-Mac durch ein Desktop-Linuxsystem zu ersetzen. Bericht folgt.

Folge 2: Backup, Baby

Nicht bei meinem Wechsel von (K)Ubuntu zu OSX im Mai 2006, aber wenig später, mit dem Erscheinen von OSX 10.5, bot Apple eine elegante Backup-Lösung vorinstalliert auf jedem Mac an. Backups – wir wissen es alle – ist etwas, das alle tun sollten, aber längst nicht alle tun. Apples Time Machine erledigt das automatisch, im Hintergrund, so dass man es kaum bemerkt und doch immer ein aktuelles Backup hat. So nutze ich für die immer noch reichlich im Haus vorhandenen Macs (Experimente wie das in dieser Serie beschriebene mute ich schließlich nicht der ganzen Familie zu) eine gemeinsame Time Capsule als Backup-Medium – eine typische Apple-Lösung: Nicht ganz billig, aber elegant, und it just works.

Mist. Sowas in einer Linux-Umgebung restlos nachzubauen, ist nahezu unmöglich. Auf der anderen Seite: In den drei Jahren oder so, in denen hier Time Machine für Backups sorgt, habe ich ganze drei Male (!) eine Datei bzw. eine Einstellung wiederherstellen müssen; der Aufwand ist also beträchtlich, verglichen mit dem tatsächlich erarbeiteten Nutzen. Eine etwas weniger komfortable Lösung ist also erlaubt.

Auftritt Déjà-Dup. Das ist eine einfache grafische GNOME-Oberfläche für das ebenso einfache Backup-Tool Duplicity – für Ubuntu-Benutzer sowohl über apt, aptitude wie auch über das Ubuntu-eigene „Software-Center“ zu bekommen.

Déjà-Dup bzw. Duplicity macht Backup von beliebig auswählbaren Ordnern auf dem heimischen System – anders als die Time Machine, die grundsätzlich erst einmal den ganzen Mac sichert. Wie bei der Time Machine lassen sich beliebige Ordner ausschließen. Und während die Time Machine inkrementelle Backups in einem hauseigenen Format ablegt, bastelt sich Duplicity die Backups in verschlüsselten tar-Dateien.

Eine wesentliche Forderung an Datensicherung erfüllten meine Time Machine-Backups nicht, nämlich die, an einem anderen Ort abgelegt zu sein, um gegen Überschwemmungen, Erdbeben, Meteoriteneinschläge gesichert zu sein (meine Time Capsule steht direkt neben meinem Schreibtisch). Meine neuen Déjà Dup-Backups erfüllen diese Forderung dagegen durchaus – sie liegen auf Amazon S3-Servern, irgendwo, wo zumindest nicht der gleiche Meteorit Schaden anrichten kann.

Ein Backup zurückzuspielen, ist nicht so komfortabel wie in der Time Machine, in der der Mensch sich genau eine Datei zur Wiederherstellung aussuchen kann, wenn es nicht gerade darum geht, eine ganze Festplatte wiederherzustellen. Déjà Dup kann nur letzteres: komplette Wiederherstellung. Angesichts der Häufigkeit, mit der ich zumindest in der Vergangenheit ein Backup tatsächlich benötigt habe, ist das verschmerzbar.

Wie geht es weiter? Musikalisch. Demnächst berichte ich von den Mühen, die es mich kostete, eine umfangreiche Musiksammlung aus iTunes zu befreien.