The Switch (Back), Folge 1

Es ist ziemlich genau vier Jahre her, da machte ich den Switch von einem Windows-ähnlichen, aber Windows-freien Betriebssystem (Kubuntu-Linux) zu Apples OSX und bloggte damals über meine ersten, staunenden Schritte in einer Arbeits-, Lese- und Spielumgebung, in der eins mit dem anderen nahtlos zusammenarbeitet. (Die Artikel von damals sind nach mehreren Umzügen nicht mehr online, aber wer kehrt?)

Nun, vier Jahre später, gehe ich den umgekehrten Weg, vom, was user-friendliness angeht, immer noch vorbildlichen OSX hin zu Ubuntu, das die Zeit eindeutig genutzt hat, um erwachsen zu werden. Meine Versuche, die hochintegrierte Mac-Welt mit mehr oder weniger offener Software nachzubauen, werde ich an dieser Stelle dokumentieren.

Folge 1: Schreibkram

Als ich vor vier Jahren in meinem Mac-Office ankam, war ich schwer beeindruckt. Apples Mail.app, die hauseigene Kontaktverwaltung und der dito Kalender glichen sich mit ihren Online-Gegenstücken bei Dotmac (später und bis heute MobileMe) ab, und über MobileMe schaffte ich auch eine elegante, weil im Hintergrund ablaufende Synchronisierung zwischen dem zuerst angeschafften MacBook und dem bald darauf folgenden Desktop-Mac. Und auch das später erworbene iPhone gliederte sich nahtlos in die Datenkette ein.

Schade nur, dass MobileMe durchaus spürbar Geld kostet und durchaus spürbar lange das schlechteste Produkt aus dem Hause Apple war. Langsame Datenverbindungen, häufige, zum Teil mehrere Tage dauernde Ausfälle und immer wieder danebengehende Synchronisierungen nervten. Sie nervten mich so sehr, dass ich es nur so lange mit MobileMe aushielt, bis Google für GoogleMail, Google-Kontakte und GoogleKalender eine Microsoft-(shudder!)-Exchange-Unterstützung anbot und das iPhone das gleiche tat.

Und sofort glich ich Mail, Kalender und Kontakte über die Google-Accounts ab – auf dem iPhone mit den dafür vorhandenen apps, auf den Macs im Browser, wo sie dank Googles AJAX-Zauberei so gut wie eine Desktop-Anwendung liefen.

Und das ist der Grund, weshalb der erste große Schritt bei einer Migration Apple-Linux für mich ein sehr kleiner Schritt ist: Die Google-Anwendungen laufen in einem Linux-Browser so gut wie in einem OSX-Browser, und das iPhone habe ich ja schon vor einem dreiviertel Jahr durch ein AndroidPhone ersetzt.

Office-Anwendungen? OK, ich schreibe die meisten Office-Dateien im beruflichen Zusammenhang, und dort habe ich MS Office. Zuhause und unterwegs nutztete ich MS Office for Mac; heute nutze ich eben OpenOffice. Über diese Kombination ist soviel geschrieben worden, dass ich mir über Gemeinsamkeiten und Unterschiede jetzt keinen abbrechen werde.

Und außerdem schreibe ich zunehmend auch meinen Office-Kram online. Auf Mac und Linux gleichermaßen. So gesehen: Gleichstand zwischen OSX und Ubuntu.

Wie es weitergeht? Nicht ganz so einfach, denn jenseits der Welt des Schreibkrams wird der Switch rasch anspruchsvoller. Stay tuned!