The Readman

Mein KindleSchon mein erster Walkman (für die Unter-40-Jährigen: Das waren tragbare Abspieler für sogenannte Audio-Cassetten, mit denen die Firma Sony im letzten Jahrhundert massig Geld verdiente und Hörschäden verursachte) hatte es nicht leicht mit mir, ebenso wie alle späteren Nachfolger, MP3-Player und diverse iPods.

Ich höre zwar gerne Musik, aber längst nicht oft genug, um die Ausgaben, die ich vor allem für Produkte aus dem Hause Apple getätigt habe, zu rechtfertigen. Ich höre gerne Musik, würde mich aber nicht als ernsthaften Musikhörer bezeichnen.

Mit dem Lesen ist das anders.

Schon als Kind habe ich Bücher verschlungen, und bis heute bekomme ich teils bewundernde, teils kritische Blicke wegen meines Bücherverbrauches, der – ich gebe es zu – durchaus mehr von Leselust und Lesehunger als vom hohen Anspruch geprägt ist.

Was mein Umfeld nur bedingt versteht: warum ich dieser Leselust zunehmend mit dem Lese-Gegenstück zu iPod & Co., mit einem eBook-Reader nachgehe. In diesem Zusammenhang fallen gerne Argumente von der Sinnlichkeit frisch bedruckten Papiers. Und ich kann sie nicht ganz von der Hand weisen.

Aber ich habe auch Argumente, und sie haben nicht einmal scheinheilig mit dem Schutz für meinen Freund den Baum zu tun. Ich bevorzuge immer öfter das eBook, weil -zig von ihnen im Koffer genauso viel Platz wegnehmen wie ein einziges, weil ich eine kleine Bibliothek mit mir herumtragen und – ich bin Amazon-Kunde und Benutzer des von Amazon vertriebenen Kindle-Lesers (Affiliate-Link) – via WLAN oder UMTS an jedem Ort der Welt jederzeit und in wenigen Sekunden Nachschub bekommen kann. Und jetzt hat Amazon sogar einen deutschen Kindle-Store (Affiliate-Link) aufgemacht – oh the Joy!

Und kommt mir nicht mit dem geschäftlichen Tod des Buchhändlers um die Ecke. Da ist nämlich schon lange keiner mehr, dank des unermüdlichen Einsatzes der bekannten Ketten.

Ach ja, auch wenn Amazon den Einkauf auf den eigenen Geräten besonders leicht macht: Natürlich versteht der Kindle auch andere Formate, natürlich habe ich auf dem heimischen Rechner Calibre installiert, eine Software (für Windows, Macs und Linux), mit der eBooks nahezu beliebig in alle möglichen Formate gewandelt werden, und natürlich lese ich nicht nur auf dem Kindle, sondern mit der entsprechenden Kindle-App auch auf dem Tablet und dem Telefon (auf dem ich übrigens auch unter der Bettdecke, im Schein einer Taschenlampe, diesen Text geschrieben habe…), wenn ich den Reader mal nicht dabei habe. Für die Augen eindeutig angenehmer ist aber das e-Paper des Reader.

Ja, ich bin ein Lesejunkie. Und?