The Online Identity

Und weil das alles ja noch nicht genug ist (was: „alles“? Egal…), finde ich gestern auch noch eine Mail von unserem lieben Freund Google, und ich dürfe jetzt endlich Google Friend Connect auf meiner tollen Seite installieren.

Nicht, dass ich mich erinnern hätte können, dafür jemals Interesse gezeigt zu haben – aber man guckt sich das Objekt einer solchen Einladung ja gerne an. Und stellt mehrerlei fest:

  1. So wirklich allein mit dieser Einladung bin weder ich (oder anders: ab sofort dürfen alle…), noch ist es Google, denn am gleichen Tag bringt Facebook etwas ganz ähnliches auf den Markt.
  2. aber stelle ich mir die Frage: Brauche ich eigentlich eine Google- bzw. Facebook-Anmeldebox auf meiner tollen Seite?
  3. antworte ich mir: Hmmm.

Denn bei Facebook habe ich keine Freunde mehr, seit mein Account ruht (löschen kann man das Dingen ja nicht!), und bei Google sowieso nicht. Stattdessen habe ich meine Freunde erstaunlicherweise im First Lifeâ„¢, verlange auf dieser tollen Seite ohnehin keine Anmeldung und biete schließlich und yberhops für alle die, die lieber nur ein Feld ausfüllen als zwei, gerne auch beim ersten Kommentar an meiner Moderation vorbeiwollen und im Übrigen eine OpenID haben und wissen, wie man damit umgeht, die Möglichkeit, sich bei Kommentaren (und nur bei solchen!) mittels dieser OpenID anzumelden. Denn OpenID ist nicht proprietär, Ihre Daten bleiben hier (wenn überhaupt), und weder Facebook noch Google bekommen was von Ihrem Besuch bei bluelectric.org mit. Und das ist gut so (Erwin Wowereit, ca. 1956).

Eat this, Google.

Update, keine Viertelstunde später: Auch anderswo beschäftigt man sich mit dem Thema, und durchaus etwas ernsthafter als icke hier.

Offen bleibt, was die von kommerziellen Anbietern getriebene, langsame Öffnung ihrer Dienste für das OpenID-System bedeutet. Mittlerweile beteiligen sich zwar viele relevante Internetanbieter in gewissem Grad an diesem dezentralen Single-Sing-On-Verfahren, das ultimativ einen einheitlichen Login bei allen teilnehmenden Services ermöglichen soll. Trotz zahlreicher Teilerfolge haftet OpenID aber nach wie vor ein stark technisches Image an. Außerhalb internetaffiner Kreise hält sich die Kenntnis über die Existenz von OpenID ähnlich wie im Falle von RSS sehr in Grenzen.

Aber das muss ja nicht so bleiben, auch wenn die Googles und Facebooks mit ihrer Martkpräsenz aus dem Stand einen großen Vorsprung haben.