The Future’s so Bright

Schon seit Wochen stehen im S-Bahnhof Pankow orange gekleidete Menschen herum und halten vorbeihastenden Menschen orangefarbene Prospekte in den Weg. Jetzt habe ich mal nachgeguckt, was MAXXonair, das beworbene Produkt, denn eigentlich ist – und staunte. Genaugenommen staune ich immer noch.

MAXXonair ist der erste mir über den Weg gelaufene Versuch, WiMAX kommerziell und im großen Rahmen einzusetzen. WiMAX ist eine Art WLAN ohne das „L“ (für „Local“), also das drahtlose Netz über größere Entfernungen (ca. 2 km, also mehr als von der Küche bis ins Schlafzimmer), und wurde als möglicher Ersatz für die sog. „letzte Meile“ gehandelt, also den Teil einer (DSL-)Leitung, den bisher noch fast jeder Provider von der Telekom mieten muss.

Dass WiMAX in Pankow vermarktet wird, ist nur logisch: Dieser Berliner Bezirk ist zum großen Teil von DSL-Land abgeschnitten, weil er in den frühen neunziger Jahren mit Glasfaserkabeln erschlossen wurde, die mit DSL nix anfangen können – oder umgekehrt. Während ich also eine U-Bahnstation weiter südlich in DSL-Wonnen schwelge (mit Geschwindigkeiten, die mir MAXXonair derzeit und bis auf weiteres nicht bieten kann), war der gemeine Pankower bisher darauf angewiesen, sich neidvoll mit Modem- oder ISDN-Geschwindigkeiten zufrieden zu geben.

Dass WiMAX aber überhaupt vermarktet wird, erstaunt mich viel mehr – vor Jahren habe ich mit Interesse von dieser neuen Technik gehört – und seither nie wieder. War wohl doch nicht nur eine Luft(kicher!)blase.