Untaugliche Mittel

Der folgende Text entstand als Gastbeitrag für irights.info (CC by-nd Lizenz):

Früher war alles… nun ja, vielleicht nicht besser, aber doch sehr viel einfacher mit diesem Fernsehen. Man hatte eine Handvoll Fernsehprogramme, öffentlich-rechtlich (West) oder staatlich (Ost), man hatte zwei Farben (schwarz und weiß), und wer nicht pünktlich zur Sendung vor dem Fernsehgerät saß, dem blieb nur auf eine Wiederholung zu hoffen und zu warten.

Das ist lange her. Dann wurde es kompliziert. Wir Zuschauer wurden unabhängig(er) von den Sendezeiten, vorausgesetzt, das Geld reichte für einen Videorecorder, und wir schafften es, das Ding korrekt zu programmieren. Die Anbieter jammerten zwar, dass die VHS-Technik ihnen das Geschäft kaputtmachen würde; gleichzeitig entdeckten sie, wie man mit der Hilfe der gleichen Technik Geld verdienen konnte, indem man bespielte Kassetten an die verkaufte, die es nicht geschafft hatten, ihren Videorecorder so zu programmieren, dass er aufnahm, was er aufnehmen sollte.

Und dann kamen die digitalen Medien, die CD, die DVD, die Blu-Ray-Disk, die MP3- und MP4-Dateien. Und seitdem ist alles – sagen wir – unübersichtlich.

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Mausdownload

Nicht die Sendung mit der Maus
Nicht die Sendung mit der Maus

Was bisher geschah: Ein Freund (ein guter Froind, trallala… wo war ich?), wie viele von uns in Patchwork-Verhältnissen lebend, möchte seine Töchter zu zeitsouveränen Medienkonsumentinnen erziehen und deshalb mit ihnen die „Sendung mit der Maus“ nicht dann gucken, wenn sie im Fernsehen kommt, sondern wenn seine Töchter bei ihm sind. Bis zum Jahreswechsel benutzte er ein Mac-Programm für seine Maus-Downloads aus der ARD-Mediathek; seit dem Jahreswechsel tut das Programm es nicht mehr, wahrscheinlich, weil ARD und ZDF an den Mediatheken herumgeschraubt haben. Auftritt K., der gerade bei Volker Weber nachgelesen hat, wie der das Problem gelöst hat, und die Sache nachbaut.

Das Ergebnis hatte ich hier dokumentiert: Tagesschau-Downloads klappen alle super, alles andere nicht. Der Ruf als Fachmann ist ramponiert, und Freund und Töchter gucken die Maus, wenn sie im Fernsehen kommt, und im Übrigen in die Röhre.

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No Maus for you!

VLC Player spielt nichts
VLC Player spielt nichts

Zwei Seelen wohnen, hach!, in meiner Brust. Die eine ist die Seele eines bundesdeutschen Rundfunkbeamten, der sich seit Jahren mit Verwendungsrechten für Video-Inhalte beschäftigt und gelernt (wenn auch nicht verstanden) hat, dass bei der Vergabe bzw. Nichtvergabe von Verwendungsrechten für Videos im Netz ein Unterschied zwischen Streaming (= gucke gleich, meist im Browser) und Downloads (= lade herunter, gucke, wann und wie ich will) gemacht wird. Warum ich das nicht verstehen kann: Was über das Netz auf meinen Rechner kommt, kann ich auch speichern, ob nun vom Anbieter so gewollt oder nicht. Und es gibt Anbieter, die wollen nicht – oder dürfen nicht wollen und handeln entsprechend, wohl wissend, dass Sperren immer nur solange sperren, bis jemand sie umgeht.

Hier kommt die zweite Seele (hach!) in meiner Brust auf die Bühne. Für einen Freund mit drei Töchtern im unterschiedlichen Alter sollte ich möglich machen, dass er auch im neuen Jahr, nach dem Ende des bisher dafür genutzten Programms, die Sendung mit der Maus auf seinen Mac herunterladen kann.

Der Rundfunkbeamte in mir sagt: Das darf er nicht, wahrscheinlich weil der WDR als produzierende Anstalt selbst nicht alle Rechte an der Sendung hat, auf jeden Fall, weil die Mediatheken der ARD aus bekannten Gründen (Zeitungsverleger etc.) ein nur sehr begrenztes Angebot machen dürfen.

Der hilfsbereite Mensch in mir macht, was vowe sagt (der Freund mit den Töchtern hat einen Mac). Und der Mensch scheitert – grandios. Herunterladen und speichern kann ich mit dem angepriesenen Programm MediathekView und den anderen von vowe aufgezählten Tools nur, was von ARD und ZDF auch so gedacht ist („har, har“, sagt der Rundfunkbeamte…), nämlich die Tagesschau und einige Podcasts. Alles andere bricht ab.

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Schnell, schnell

via kottke.org Doch. Unheimlich entspannend, zuzusehen, wie andere höchst hektisch Dinge erledigen.