Lebe wild und gefährlich

Wild und gefährlich (Symbolbild)

In den siebziger Jahren bedeutete „wild und gefährlich“ für mich, aus Flugzeugen zu springen, in den Achtzigern hatte es mit bewusstseinserweiternden Drogen zu tun, in den Neunzigern mit der Tätigkeit als freier Journalist in einem anderen Land. Und jetzt, im Jahr zwei Corona, fällt schon ein einwöchiger Verwandtenbesuch unter diese Kategorie.

Here we go again

Berlin, 31. August 2014, abends. Unbemerkt von der Welt, geht mein Jahresurlaub zu Ende. Er war nicht so lange wie die Pause seit dem letzten Eintrag auf diesen Seiten, aber lange genug, um sicherzustellen, dass ich morgen den Vormittag überwiegend damit verbringen werde, eine voraussichtlich vierstellige Anzahl von Mails zu scannen und eine hoffentlich nur zweistellige … Weiterlesen

North by North-East

In Empfehlenswerten Gegenden™ habe ich mich gerne und, wenn’s ging, oft aufgehalten. Und warum soll ich davon hier nicht erzählen? Eben.

Was Sozialisation so ausmacht: Für mich als Bundesbürger Süd war „Meer“ immer „Mittelmeer, Sommer, heiß, baden“. Weil es von München nach Italien schneller ging als an die Nordsee, und weil wir im Winter lieber zum Skifahren in die Berge fuhren. Es musste erst eine Mauer fallen und eine Beziehung zu einer meer-vernarrten Frau entstehen, bevor ich die (ost-) deutsche Ostseeküste entdeckte.

Rot, Gelb, Blau
Rot, Gelb, Blau

Obwohl: Zum ersten Mal war ich schon 1993 („schon“ – ha!) auf Usedom, doch ein verregnetes April-Wochenende war vielleicht nicht der allerbeste Einstieg. So dauerte es bis 2004, dass ich endlich die Ostsee zwischen Kühlungsborn (links, im Frühnebel eines dann strahlend schön werdenden Junitages) und Rerik entdeckte – mit ihrem Charme früher Badeorte, unbedeutender Fischerdörfer und der Spannung zwischen ehemaligen Ferienobjekten der DDR und der durchaus nicht immer geschmackssicheren Hotellerie und Beherbergungsindustrie der 90er und Nuller-Jahre.

Generell lässt sich sagen: Die frühkindliche Prägung, die jahrelang (und auch jetzt noch) in Toscana-Urlauben resultierte, hat sich gewandelt. Jetzt liegt das Meer im Norden, es ist durchaus auch im Sommer nicht immer heiß, und wenn es das ist, fällt das Baden möglicherweise wegen Quallenplage flach, flacher, am flachsten. Und trotzdem fahren wir immer wieder hin, gerne auch dann, wenn man an toscanischen Stränden nur mitleidige Blicke von warm, aber schick eingemummelten Italienern geerntet hätte – außerhalb der Badesaison, mittendrin in der Spaziergeh-, Glühwein- und Tief-Lufthol-Saison.

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Northern Light

In Empfehlenswerten Gegenden™ habe ich mich gerne und, wenn’s ging, oft aufgehalten. Und warum soll ich davon hier nicht erzählen? Eben.

Ohne dieses Internet hätten wir Stavsnäs wahrscheinlich nie entdeckt. Zwar kommt der kleine Hafenort, ungefährt 40 km östlich von Stockholm, in der Millennium-Trilogie von Stieg Larsson ein- oder zweimal vor, aber die kannte hier noch keiner, als ich 2006 die Idee durchsetzte, Urlaub mal nicht südlich, sondern erheblich nördlich des Wohnortes zu machen. Die Google-Suche „Ferienhaus UND Schären“ brachte uns schließlich nach Stavsnäs.

Die Ostsee. Doch, doch.

Die Schären vor Stockholm sind überwiegend kleine und kleinste Felseninseln, die von den Gletschern der letzten Eiszeit rundgeschliffen zurückgelassen wurden. Es gibt aber auch größere Schären; Stavsnäs liegt in der Gemeinde Värmdö, die aus mehreren dieser größeren und (lt. Wikipedia) aus 10.000 kleinen Inseln besteht. Das Ergebnis: Man kommt mit dem Auto von Stockholm aus über mehrere Brücken hierher, hat viel Wasser um sich herum und hat doch ein wenig Festlandfeeling. Der Blick auf dem Foto da oben geht auf die Ostsee, auch wenn es nicht so aussieht: Die Inseln bilden zum Teil enge Buchten, die Seen ähnlicher sehen als der See (den Nebensatz lese ich mir jetzt laut vor). Mit dem Boot ist der Mensch aber in wenigen Minuten auf dem offenen Wasser. Und fürchtet sich, weil das Boot vielleicht doch etwas klein ist.

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Die Andere Toscana

In Empfehlenswerten Gegenden™ habe ich mich gerne und, wenn’s ging, oft aufgehalten. Und warum soll ich davon hier nicht erzählen? Eben.

Toscana ist, wenn der mit einem Baedeker bewaffnete Bildungsreisende auf der Piazza Hartweizen-Cantucci in den Bio-Vin Santo tunkt, wenn Joseph Martin Fischer grinsend um die Ecke schlendert, wenn der Kanister Olivenöl leise im Kofferraum vor sich hin köchelt und jeder Abend ein Kalenderblatt für sich ist.

Oder auch nicht. Meine Sicht auf die Toscana ist urwüchsiger.

Alpe Apuane

Ich verdanke sie im Grunde meinem Ururgroßvater, der schon im vorletzten Jahrhundert in diesen nördlichen Zipfel der Toscana, nach Forte dei Marmi, zum Baden kam und – Maler, der er war – sich bei den örtlichen Honoratioren unbeliebt machte, weil er sie zu realistisch malte. Meine Großmutter kam als junge Frau hierher, nicht um zu malen, sondern um zu baden, mein Vater kam… you get the picture. Tatsache ist, dass ich vom 10. Lebensjahr bis zum Umzug in die USA Mitte der 90er immer wieder hier war – und nach ein paar Jahren Pause seit letztem Jahr wieder.

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Dasamawieda.

Welcome back, world! 14 Tage Offline-Dasein (mit der Ausnahme einer gelegentlichen Twitter-Hochladung) haben auch so ihre Berechtigung. Nämlich.