rpTEN – re:seufz

re:publica bei der Arbeit
Der Affenfelsen: re:publica bei der Arbeit

Ich weiß nicht: Ist es die innere Grundstimmung, die die persönliche Themensetzung auch auf der rpTEN beeinflusst? Oder sind es die Themen, die die Grundstimmung in Richtung Ab-Grund drückt?

Wie auch immer: Ich habe ein seltenes Talent, dafür zu sorgen, dass sich meine ganz persönliche re:publica 2016 zum Kreis schließt. Angefangen hat die Sache mit einer sehr düsteren Keynote, und kurz vor Schluss höre ich am dritten Tag noch die Präsentation zweier Wissenschaftler der University of Cardiff, die sich mit der Stimmung im United Kingdom in den Jahren seit Snowden beschäftigt haben: Digital Citizenship in an Age of Mass Surveillance. Mit dem Ergebnis, dass der Problemkomplex Überwachung vs. Privacy immer noch unzureichend in der Öffentlichkeit diskutiert wird – nicht unschuldig daran sind die Medien, die allein durch die Auswahl ihrer Quellen schon unausgewogen berichten (1 Snowden gegen hunderte von Sicherheits-Politikern und -Experten…). Mit dem Ergebnis, dass sich die Bürger unzureichen informiert fühlen. Mit dem Ergebnis, dass es zwar oberflächliche Reformen, aber keine grundlegenden Änderungen der Machtverhältnisse gibt (warum fällt mir dabei der verschlüsselte Messenger WhatsApp aus dem datenhungrigen Hause Facebook ein?). Und mit dem auch von mir schon gelegentlich geäußerten Verdacht, dass den Mitgliedern der sog. Öffentlichkeit die Sache nach wie vor zu fremd ist, um sich groß darüber aufzuregen.

Ich sag’s ja: Seufz.

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rpTEN – Am dritten Tag…

Am dritten Tag aber geschah es, dass ich mich (so weit) an meinen ursprünglichen Plan hielt und das hier ganz schnell schreiben muss, denn gerade fängt ein Panel an, das eigentlich in meinem Plan steht, zu dem ich aber jetzt doch nicht gehe, weshalb diese Einleitung schon mal so was von obsolet ist. Egal.

100% transparente Zuhörer
100% transparente Zuhörer

Wer früh genug da ist, kann Transparenz wunderbar visualisieren (s. Symbolbild). Wer pünktlich da war, konnte zumindest noch den STATE OF THE OPEN im deutschsprachigen Raum kennenlernen, also den Stand der Zugänglichkeit von Daten, die eigentlich öffentlich sein sollten. Vier Bundesländer ohne Informationsfreiheitsgesetzt, drei mit einem Transparenzgesetz, der Rest mit mehr oder weniger funktionierenden IFGs. Fazit: Es ist nicht ganz schlecht, aber es gibt noch viel zu tun. Huh.

Weiß der Geier, warum mich das interessiert. Beruflich habe ich (derzeit) mit dem Wälzen öffentlicher Unterlagen weniger zu tun, und privat stellt der Stand der Dinge InDULa kein übermäßiges Aufregerpotenzial dar. Vielleicht gerade deshalb, weil ich die Sache etwas ruhiger angehen wollte?

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rpTEN – Der Abend nach dem Morgen

Ganz kurz, was ich heute gelernt habe: Ironie ist etwas, was auch das sog. Schicksal nur in Grenzen beherrscht. Dass der Vortrag zum Thema „The dark side of Digitization: what if the system doesn’t work“ von einem Manager der zur Deutschen Telekom gehörenden Firma T-Systems gehalten wurde, hielt ich beim Planen meines Tages für einen … Weiterlesen

rpTEN – Der Morgen danach (wonach?)

Sie kennen die Situation? Sie sitzen in einem Raum, in dem Interessantes ge- oder besprochen wird, Ihnen kommt gerade ein möglicherweise revolutionärer Gedanke zum Thema, da fängt irgendwo im Raum einer an zu husten. Und hört nicht mehr auf, hackt seine Lunge stückweise in die Umgebung, tut einem irgendwo auch leid, aber kann der Arsch nicht einfach mal den Raum verlassen?

Der Arsch war ich, bis ich vor etwa zehn Minuten den Kampf gegen den Hustenreiz und die weitere Teilnahme an der Veranstaltung CTRL aufgab.

We live in an era of ubiquitous surveillance. Surveillance is however seldom a goal in itself, but part of a larger scheme of socio-political domination. This talk will examine a few pieces of the puzzle leading to societal control: control of your activities via the internet, of your thoughts via the media and of your movement via border surveillance.

Eigentlich Pflichtprogramm, auch wenn ich auch hier – wie überhaupt oft auf der re:publica – den Eindruck hatte, es würde zu den bereits Bekehrten gepredigt. Aber das gehört auch zum re:publizieren (oder wie das Verb zur re:publica heißt): die Bestätigung der eigenen Meinung durch andere, möglicherweise Kompetentere.

Womit wir bei Gunter Dueck wären.

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rpTEN – wieder was gelernt

Der erste Tag der rpTEN ist alles andere als vorbei, und doch habe ich schon was gelernt: Nach der OP ist anders als vor der OP. Die letzte re:publica fand statt einen Monat, bevor ich entdeckte, dass ich bei weitem nicht so gesund bin, wie ich dachte. Die aktuelle re:publica findet zwei Wochen nach der … Weiterlesen

rpTEN is on

Es gibt (mindestens) zwei Arten, eine Veranstaltung wie die rpTEN zu eröffnen. Da wäre einerseits die fröhliche, optimistische, vielleicht auch etwas sentimentale Art, wie sie die Menschen hinter der re:publica, also die, die die wirkliche Arbeit machen, zum Zehnjährigen auf die Bühne gebracht haben. Die üblichen Verdächtigen (nein, das meine ich nicht böse) von Th. Knüwer bis M. Beckedahl erinnern sich mit Tränen in den Augen (des einen oder anderen im Publikum) an die Zeiten in der Kalkscheune (ich erinnere mich an Platzangst auf der Treppe in den ersten Stock derselben), als das WLAN nicht funktionierte (ich schreibe diesen Text über UMTS, weil das WLAN, nun ja…), als jeder noch ein Blog hatte und Twitter erst noch kennenlernen musste…

Spiegeldeko auf der rpTEN
Reflektion und Selbstreferenzialität: die re:publica im 10. Jahr

Klar, das kann man so machen, Wenn ich zum zehnten Mal eine re:publica auf die Beine gestellt hätte, würde ich das auch so machen, sentimentales Tränentier, das ich bin.

Weil ich aber nicht nur das bin, bin ich sehr dankbar dafür, gerade die Keynote von Mishi Choudhary und Eben Moglen zu hören (während ich dies schreibe – die Schlusspointe war also noch nicht). Die beiden sprechen vom net we do not want (dem kommerziellen, überwachenden, analysierenden Netz), an dem wir durch unsere Mitwirkung mitbauen, und das wir, so sehr wir es selbst nicht wollen, drauf und dran sind, der noch nicht vernetzten Hälfte der Menschheit überzustülpen. (Ein Satz wie dieser kommt dabei heraus, wenn man komplizierten Sachverhalten auf englisch zuhört und gleichzeitig auf deutsch zusammenzufassen versucht.)

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Ich packe meinen re:Koffer

Erinnerung an Urlaubsfahrten mit minderjährigen Familienmitgliedern: „Ich packe meinen Koffer und lege hinein…“, und es folgt eine immer länger werdende Liste von oft reichlich unsinnigen Dingen, die in diesen Koffer gelegt werden, und die vom nachfolgenden Mitspieler genau wiederholt werden muss, bevor er ein weiteres Ding hinzufügt bzw. in den virtuellen Koffer legt. So gesehen, … Weiterlesen

Wg. r:p

Allüberall auf den Tannenspitzen in den Blogs (hier, hier, hier…) steht schon, wie die dazugehörigen Blogger/in die ersten drei Tage der nächsten Woche verbringen wollen. Na, auf der rpTEN, wo denn sonst? Weil ich meinen Brecht gelesen habe (zumindest ausschnittweise: „Ja, mach nur einen Plan…“), habe ich auch schon einen vollen r:p-Kalender. Einen sehr vollen, denn weglassen kann und werde ich immer noch. Und an diesem und den oben verlinkten Kalendern sehe ich, dass es nicht nur eine re:publica gibt, sondern mehrere zugleich, und dass es gute Chancen gibt, die ganzen drei Tage über das Gelände zu laufen und niemanden zu treffen, den man kennt. Noch besser sind – das zeigen die Erfahrungen – dagegen die Chancen, doch jemand zu treffen, den man kennt. Und sei es, dass man zu einer Veranstaltung tigert, auf der die- oder derjenige spricht.

Egal – so sieht mein Plan aus, zusammengestellt unter den Gesichtspunkten professioneller wie persönlicher Interessen und unter dem Einfluss des Wissens, dass mein Arbeitgeber mir das Ticket bezahlt, subject to change without notice:

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