Lebe wild und gefährlich

Wild und gefährlich (Symbolbild)

In den siebziger Jahren bedeutete „wild und gefährlich“ für mich, aus Flugzeugen zu springen, in den Achtzigern hatte es mit bewusstseinserweiternden Drogen zu tun, in den Neunzigern mit der Tätigkeit als freier Journalist in einem anderen Land. Und jetzt, im Jahr zwei Corona, fällt schon ein einwöchiger Verwandtenbesuch unter diese Kategorie.

Die Andere Toscana

In Empfehlenswerten Gegenden™ habe ich mich gerne und, wenn’s ging, oft aufgehalten. Und warum soll ich davon hier nicht erzählen? Eben.

Toscana ist, wenn der mit einem Baedeker bewaffnete Bildungsreisende auf der Piazza Hartweizen-Cantucci in den Bio-Vin Santo tunkt, wenn Joseph Martin Fischer grinsend um die Ecke schlendert, wenn der Kanister Olivenöl leise im Kofferraum vor sich hin köchelt und jeder Abend ein Kalenderblatt für sich ist.

Oder auch nicht. Meine Sicht auf die Toscana ist urwüchsiger.

Alpe Apuane

Ich verdanke sie im Grunde meinem Ururgroßvater, der schon im vorletzten Jahrhundert in diesen nördlichen Zipfel der Toscana, nach Forte dei Marmi, zum Baden kam und – Maler, der er war – sich bei den örtlichen Honoratioren unbeliebt machte, weil er sie zu realistisch malte. Meine Großmutter kam als junge Frau hierher, nicht um zu malen, sondern um zu baden, mein Vater kam… you get the picture. Tatsache ist, dass ich vom 10. Lebensjahr bis zum Umzug in die USA Mitte der 90er immer wieder hier war – und nach ein paar Jahren Pause seit letztem Jahr wieder.

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