Scheiss Technik

Dinge, die ich heute als einer von (nach Veranstalterangaben) 20.000 Teilnehmern der „Freiheit statt Angst 2013“ gelernt habe: Mit 55 und auch einige Jahre nach einer erfolgreichen Meniskus-Operation ist gemeinschaftliches Rumstehen und Durch-die-Straßen-Schlurfen nicht mehr so einfach wie mit 25. Ach. Note to self: Mehr spazierengehen. Wer sich mit 20.000 gleichgesinnten Handynutzern die selben zwei … Weiterlesen

Wer die Wahl hat etc.

Seit einigen Tagen lasse ich mir jeden Morgen (Qualitätsjournalismus!) von zeit.de unter der Überschrift „Fünf vor 8:00“ einen Kommentar zum Tage (man nennt sowas auch Leitartikel) in die Mailbox schmeißen (gibt es auch als Feed!). Es schadet nichts, vor dem Weg zur Arbeit ein paar schlaue Gedanken zu lesen, über die man sich aufregen kann oder auch nicht.

Seit gestern morgen, fünf vor acht, liegt ein Kommentar von Robert Leicht in meiner Mailbox rum, der da zu begründen versucht, warum wir keinen Wahlkampf erleben, und zur behutsamen Nichtbefassung nahezu aller, jedenfalls aber der beiden großen Parteien mit NSA, Prism & Co schreibt:

[…] ist aus den Hauptthemen dieser Vergangenheitsbewältigung kein parteipolitisch zündender Funke zu schlagen. Und zwar deshalb, weil beide große Parteien an dieser Vergangenheit jeweils selber maßgeblich beteiligt waren.

Hier irrt Leicht (diesen Satz hatte ich schon immer mal schreiben wollen!). Obwohl ihm auch noch Ex-Innen- und Verunsicherungsminister Otto Schily (SPD) als Kronzeuge zur Verfügung steht, der die herrschende Aufregung über NSA, Prism & Co. als „Getöse“ bezeichnet.

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Liebes Mitvolk!

Gucke ich mir doch so an, was die Tagesschau auf Facebook ankündigt: Oha, liebes Mitvolk. „Auf die Wahlentscheidung wirkt sich dies jedoch kaum bis gar nicht aus“? Ist die Sache also aus deiner Sicht genau so, wie die Kanzlerin und ihre sog. Mannen es uns vorturnen: Illegal, aber scheißegal? #neuland, in dem man sich nicht … Weiterlesen

Denkzettel to self

Es ist ganz einfach: Wenn wir, die Bürger dieses schönen Landes, merken, dass die Regierung des gleichen schönen Landes etwas vorhat oder betreibt, mit dem wir ganz und gar nicht einverstanden sind, dann wählen wir diese Regierung eben ab und geben denjenigen Macht und Verantwortung, die uns versprechen, mit diesem Vorhaben oder Treiben aufzuhören. Dachten … Weiterlesen

Ne-Mail

Ich muss nicht jedes Detail der laufenden Veröffentlichungen des Guardian in Sachen PRISM nacherzählen; das machen schon genug andere, inclusive deutscher Leitmedien. Aber diese Sache hat mich doch grinsen lassen, zumal sie ein anderes meiner Steckenpferde, die gesetzlich für sicher erklärte De-Mail, betrifft (und das wird die Leser, die in der letzten Zeit verstärkt mit … Weiterlesen

Von einem, der auszog…

Man fällt doch immer wieder auf das buzzword du jour herein, nicht wahr? Heute: Datensparsamkeit.

Bruhahahahahehehihischluchz…

Mal im Ernst: Der Deal war: Google (und andere, aber den Namen kennen ja alle und Tante Erna) bietet uns einen Superservice mit Supersoftware und Superzuverlässigkeit, und dafür lassen wir Google (und andere) automatisch durch unsere Daten (Mails, Surfverhalten etc.) schnüffeln, damit Google (und andere) uns im Ausgleich für den Superservice mit mehr oder weniger gezielter Werbung bespaßen darf und kann.

The deal is off, seit sich herausgestellt hat, dass es eben nicht nur ein Deal zwischen Google (und anderen) und uns war, sondern dass sich da auch andere dazwischengedrängelt haben und mitlesen, und durchaus nicht zum Zwecke der Werbung. Dabei spielt inzwischen schon keine Rolle mehr, wer wann wieviel gewusst hat, und wozu die Mitleserei gut sein soll. Es ist wie mit einer Beziehung: Sobald festzustellen ist, dass da ein Dritter mit im Spiel ist, ist das Spiel zum Scheißspiel geworden.

Und Franz K. Netzbürger macht sich – wie andere auch – auf die Suche nach Alternativen.

Zahlen aus der Schweiz zeigen: Rund ein Viertel der dortigen User erwägt Veränderungen bei der Onlinenutzung. Diese Erwägung garantiert natürlich nicht, dass es tatsächlich dazu kommt. Aber ein übler Nachgeschmack wird bei vielen zurückbleiben. Dieser kann sich für die führenden Webkonzerne zu einem großen Problem entwickeln.

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Sicher ist sicher

Privat war gestern. Und der britische GCHQ ist im Abhören noch etwas besser und/oder gründlicher als die NSA. Und überhaupt können wir mal gleich auf ein Schild malen, was wir denken, und das vor uns hertragen. Wir können es den Mitlesern allerdings auch etwas schwerer machen. Und auch wenn verschlüsselte Nachrichten die NSA – angeblich – erst … Weiterlesen

Legitim, legal, scheißegal

We the Net People
We the Net People

Zum Bedauern auch meiner Kollegen ist meine Stimme im Rahmen des Projektes „Demokratische Erkältung – Stimme abgegeben für die nächsten vier Jahre“ noch nicht wieder zurück; wenn sie es wäre, hätte ich in den vergangenen Tagen wiederholt den Erklärbären i.S. (im Studio) meines Arbeitgebers zum Thema „Was weiß die NSA (noch nicht) über uns?“ geben dürfen. So durfte es heute ein anderer Konstantin sein, der kluge Sätze zum Thema sagen durfte.

In die Vormittagskonferenz der Redaktion, immerhin, röchelte ich zwei Punkte, die – glaube ich – nicht jedem im Rahmen der aktuellen Aufregung immer so ganz klar sind. Beide finde ich nur mäßig tröstlich.

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Wider das Mitlesen

Cafeteria (Symbolbild)
Cafeteria (Symbolbild)

Es war vor anderthalb Wochen. Mit Kollegen – in etwa im gleichen Alter oder auch etwas jünger – saß ich in der Cafeteria (siehe Symbolbild) des World Headquarters meines Arbeitgebers in Bonn. Und wie es so ist, wenn Männer dieses Alters zusammenhocken: Wir redeten über Gadgets und die halb- bis dreiviertelwüchsigen Töchter, die man in diesem Alter eben so hat. Kombinieren ließen sich die beiden Themengebiete, Gadgets und Nachwuchs, mühelos beim gegenseitigen Erfahrungsaustausch über die töchterliche Gadget-Nutzung (durchgehend hoch, was bei derart technikaffinen Vätern nicht weiter verwundert) und die gadgetgestützte Erreichbarkeit der Brut (durchgehend niedrig, weil Eltern doof sind).

Und gleichzeitig wehrte einer der Anwesenden – erfolgreich! – den Versuch seiner Tochter ab, mittels WhatsApp das Passwort der heimischen Fritz!-Box zu erfahren. Eltern sind vielleicht doof – aber so doof nun auch wieder nicht, dass sie Passwörter herausrückten.

Es entwickelte sich eine Diskussion über WhatsApp und darüber, dass das wohl die Kommunikationsstruktur of choice der Nachkommenschaft sei. „Hell no!“ behauptete ich und gab ein wenig mit meiner Tochter an, die ganz ohne väterlichen Einfluss den Weg hin zu Linux eingeschlagen hatte, und die sicher nie auf die Idee käme, mit ihren homies (oder wie man das nennt, als Vater hat man da ja keine Ahnung) mit einem derart notorisch löchrigen Tool Kontakt zu halten.

Würde sie nicht? Hmmm…

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Google kriegt kalte Füße

Es wäre interessant, zu wissen, in wie vielen Konferenzräumen dieser Welt jetzt Schadensbegrenzung betrieben wird – nach den Veröffentlichungen von Guardian und WashPost, das PRISM-Programm zur umfassenden Datenerfassung von so ziemlich allem betreffend.

Die des derzeitigen Chefs des US-amerikanischen Überwachungsstaates, Barack „der Gute“ Obama, sah bisher eher mittelschwach aus. Die – übrigens durch nichts bewiesene – Behauptung, US-Bürger und Menschen, die in den USA lebten, seien von PRISM nicht betroffen, kann die überwiegende Mehrheit der Netznutzer dieses Planeten nur schwer beruhigen; der Hinweis, der Kongress hätte alles rechtlich unterfüttert und abgesichert, kann angesichts dessen, was der gleiche Kongress sonst gerne – und oft aus parteipolitischen oder gegen B. Obama gerichteten Gründen – so anstellt, nur als Witz angesehen werden.

Dann: Wie sicher sind die Daten, ob nun rechtmäßig oder nicht, mit Hilfe von Google & Co. zur NSA gelangt oder nicht, denn nun vor weiterem, definitiv unsauberem Zugriff? Bei diesem Supergeheimdienst, der es offensichtlich nicht einmal schafft, brisante, wenn auch hässliche PowerPoint-Präsentationen für sich zu behalten?

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