Die Mailtabelle

We the Net People
We the Net People

Während andere Menschen sinnvolle Dinge treiben, wie für den Weltfrieden zu sein, den Garten umzugraben oder einfach zu leben, habe ich mich seit dem Sommer 2013, dem sog. „Snowden-Sommer“, damit beschäftigt, mich von GMail, GMX & Co. zu lösen und einen etwas sicherheitsbewußteren, besser meine Daten schützenden Mailanbieter zu finden. Im Verlauf der letzten Monate habe ich mir dabei einige Anbieter näher angeguckt, die in ihrem Auftritt betonen, sicher zu sein und die Daten ihrer User nur unter ganz bestimmten Umständen – oder gar nicht – herauszugeben. Die gewonnenen Erkenntnisse habe ich in einer Reihe von Beiträgen aufgeschrieben; weil das dem Menschen auf der Suche nach einer Alternative aber wenig nützt, habe ich die wesentlichen Daten in den folgenden Tabellen zusammengefasst. Update: Seit dem 16. Mai befindet sich auch der Schweizer Anbieter ProtonMail in der öffentlichen Beta-Phase; ich habe ihn nachträglich in die Tabelle aufgenommen. Zweites Update: Auch Tutanota ist jetzt in der Tabelle, und Startmail hat die Betaphase verlassen und ist jetzt öffentlich. Drittes Update: MyKolab.com ist jetzt auch dabei – dank eines kostenfreien Testaccounts (Disclosure, das). Viertes Update: Unseen aus Island ist jetzt ebenfalls dabei.

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Was Sie schon immer über E-Mail wissen wollten…

Wie sagte Ladar Levison, Ex-Betreiber des Ex-Mailanbieters Lavabit, doch kürzlich?

If you knew what I know about email, you might not use it either.

Die meisten von uns wissen sicher weniger über E-Mail als Mr. Levison, aber in diesen Zeiten kommen wir nicht umhin, jeden Tag etwas hinzuzulernen – und nicht immer ist das Gelernte erfreulich. US-Firmen geben mehr oder weniger freiwillig mehr oder weniger tiefen Zugang zu den Mails ihrer Kunden, Telekom, GMX & Co. erzählen uns das Sommermärchen von der sicheren E-Mail made in Germany, und (Pofalla-Alarm!!!) unsere Regierung erklärt, dass das, worüber sich die halbe Welt aufregt, doch überhaupt kein Grund zur Aufregung ist, weil es so ohnehin nie stattgefunden hat, und man fragt sich, was schlimmer ist: dass unsere Regierung glaubt, uns so für dumm verkaufen zu können, oder dass sie es womöglich selber glaubt.

Unterdessen sitzt im Berliner Südwesten einer (= ich), der sich Gedanken darüber macht, ob seine Empfehlungen – die immer mehr Leser anlocken, Google sei Dank! – auch korrekt sind.

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Gegenüber vom Briefkasten

Gehe ich nach den Anfragen, mit denen Rat- und Informationssuchende von Google hierher geschickt werden, scheinen „sichere Email-Anbieter“ oder gar „sicherste Email-Anbieter“ (nur echt mit dem Superlativ™!) derzeit stark nachgefragt zu werden. Den von Google vorgeschlagenen Artikel, in dem ich den kanadischen Mail-Anbieter Hushmail beschreibe, habe ich allerdings unter dem Eindruck der vergangenen Tage und vor allem der Nachrichten von heute, die plötzliche Schließung von lavabit.com und Silent Circles Silent Mail betreffend, zunächst mit dem Hinweis aktualisiert, dass auch Hushmail möglicherweise nicht mehr der „sicherste Email-Anbieter“ ist.

Und während ich den Arbeitstag damit verbrachte, die möglichen Hintergründe der Lavabit-Schließung zu erklären (das deutsche Video incl. rauer Stimme und einem Hänger im Text ist hier, das englische Gespräch haben die Kollegen offensichtlich nicht ins Netz gepackt ist auf dieser Seite, etwas weiter unten)  und dabei dem Vorschlag meiner Kollegen widerstand, die Revolution auszurufen (warum eigentlich?), dachte ich an den Vorschlag des Lavabit-Gründers Ladar Levison, bis zu einer grundsätzlichen Änderung der politischen und Rechtslage keine persönlichen Daten mehr auf den Servern von Firmen abzulegen, die irgendwie mit den USA verbunden sind:

This experience has taught me one very important lesson: without congressional action or a strong judicial precedent, I would _strongly_ recommend against anyone trusting their private data to a company with physical ties to the United States.

Wieviele Menschen würden wohl diesem Aufruf folgen, frage ich mich und fürchte mich vor der Antwort: keiner.

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Von einem, der auszog…

Man fällt doch immer wieder auf das buzzword du jour herein, nicht wahr? Heute: Datensparsamkeit.

Bruhahahahahehehihischluchz…

Mal im Ernst: Der Deal war: Google (und andere, aber den Namen kennen ja alle und Tante Erna) bietet uns einen Superservice mit Supersoftware und Superzuverlässigkeit, und dafür lassen wir Google (und andere) automatisch durch unsere Daten (Mails, Surfverhalten etc.) schnüffeln, damit Google (und andere) uns im Ausgleich für den Superservice mit mehr oder weniger gezielter Werbung bespaßen darf und kann.

The deal is off, seit sich herausgestellt hat, dass es eben nicht nur ein Deal zwischen Google (und anderen) und uns war, sondern dass sich da auch andere dazwischengedrängelt haben und mitlesen, und durchaus nicht zum Zwecke der Werbung. Dabei spielt inzwischen schon keine Rolle mehr, wer wann wieviel gewusst hat, und wozu die Mitleserei gut sein soll. Es ist wie mit einer Beziehung: Sobald festzustellen ist, dass da ein Dritter mit im Spiel ist, ist das Spiel zum Scheißspiel geworden.

Und Franz K. Netzbürger macht sich – wie andere auch – auf die Suche nach Alternativen.

Zahlen aus der Schweiz zeigen: Rund ein Viertel der dortigen User erwägt Veränderungen bei der Onlinenutzung. Diese Erwägung garantiert natürlich nicht, dass es tatsächlich dazu kommt. Aber ein übler Nachgeschmack wird bei vielen zurückbleiben. Dieser kann sich für die führenden Webkonzerne zu einem großen Problem entwickeln.

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