Warum A. Merkel lieber unverschlüsselt telefoniert

Also erhob Edward Snowden über sieben Brücken Proxies seine Stimme und sprach zur SXSW (Video hier), und er sagte u.a., dass das wirksamste Mittel gegen flächendeckende Überwachung die flächendeckende Verschlüsselung sei – nicht, weil sie unknackbar sei (obwohl sie es nach dem heutigen Stand der Dinge nahezu ist), sondern weil sie die flächendeckende Überwachung bzw. die Auswertung der gesammelten Daten unverhältnismäßig schwierig und teuer und damit unwirtschaftlich machen könne. Und gleichzeitig jammern die wenigen, die sich aktiv und freiwillig mit Verschlüsselung beschäftigen, dass der ungewaschenen unverschlüsselten Mehrheit das alles zu kompliziert sei, weil man doch nichts zu verbergen habe. Doch.

Das sieht auch Edward Snowden als Problem an und lobt unter anderem die Arbeit von Open Whispersystems, die darauf zielt, verschlüsselte end-to-end-Kommunikation für den Nutzer transparent und einfach zu machen. Und weil das mit E-Mail, dem ollen Protokoll, bisher eher schwierig ist (obwohl: wenn es erst mal eingerichtet ist, ist es gar nicht schwierig…), setzt man dort auf (Android-) Apps für Sprach- und Texttelefonie.

Verschlüsseltes Handy (Symbolfoto)
Verschlüsseltes Handy (Symbolfoto)

Von einem wie Ed Snowden lasse ich mir sowas inzwischen sagen und habe deshalb TextSecure (für verschlüsselte Textnachrichten) und RedPhone (fürs drahtlose Gequatsche) installiert und ausprobiert. Hilfreich waren dabei meine Tochter, mit der ich auch sonst viele Textnachrichten austausche, und ein Freund und Kollege, der sich auch für Verschlüsselung interessiert. Schön an beiden Apps ist, dass sie im Quellcode bei GitHub liegen (über die o.a. Website erreichbar) und so von denen, die damit etwas anfangen können, auf Sicherheit und überhaupt geprüft werden können. Sollten andere vielleicht auch machen. Yes, Threema, I’m looking at you.

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