Die Aspirin-Lösung

Der vernetzte Mensch
Der vernetzte Mensch

Damit wir uns hier nicht falsch verstehen: Die von mir immer wieder und gerade erst erneut jedem ans Herz gelegte elektronische Verschlüsselung von Daten ist nur ein technisches Hilfsmittel zur Bekämpfung der Symptome eines viel tiefer gehenden Mißstandes – so wie Aspirin zwar helfen kann, einen Migräneanfall einigermaßen zu überstehen, aber nichts dagegen tut, dass die Migräne zu einem anderen Zeitpunkt wiederkehrt.

Das eigentliche Problem ist nicht, dass NSA, GCHQ & Co. nahezu beliebig in unsere Telekommunikation hineinhorchen können. Natürlich ist das alles andere als nett, und der Umfang, in dem das den berufsmäßig Neugierigen gelingt, ist glattweg beängstigend; aber das ist nur der empfundene Kopfschmerz, das Symptom also, gegen das technische Hilfsmittel wie verschlüsselte Mails oder IMs zumindest zeitweise helfen oder auch nur den Eindruck der Hilfe machen, als Placebos der digitalen Gesellschaft. Schließlich – auch das wissen wir aus den Veröffentlichungen der letzten Tage – ist nicht jede Verschlüsselungstechnik gleich undurchdringlich.

Das eigentliche Problem aber, die Krankheit also, die hinter dem zunehmend stärker auftretenden digitalen Kopfschmerz steckt, ist ein anderes. Man kann es so zusammenfassen, wie es Patrick Breitenbach hier tut:

Nicht Barack Obama ist der mächtigste Mann der Welt, denn der geht im Zweifel in 3 Jahren wieder, es sind die hochrangigen Beamten in den jeweiligen Geheimdiensten, die 20, 30 oder 40 Jahre unabwählbar und unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Schlüsselpositionen sitzen und denen es also egal ist wer “unter ihnen Präsident ist”. Eine Schattenregierung mit unglaublichen Machtoptionen.

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Google kriegt kalte Füße

Es wäre interessant, zu wissen, in wie vielen Konferenzräumen dieser Welt jetzt Schadensbegrenzung betrieben wird – nach den Veröffentlichungen von Guardian und WashPost, das PRISM-Programm zur umfassenden Datenerfassung von so ziemlich allem betreffend.

Die des derzeitigen Chefs des US-amerikanischen Überwachungsstaates, Barack „der Gute“ Obama, sah bisher eher mittelschwach aus. Die – übrigens durch nichts bewiesene – Behauptung, US-Bürger und Menschen, die in den USA lebten, seien von PRISM nicht betroffen, kann die überwiegende Mehrheit der Netznutzer dieses Planeten nur schwer beruhigen; der Hinweis, der Kongress hätte alles rechtlich unterfüttert und abgesichert, kann angesichts dessen, was der gleiche Kongress sonst gerne – und oft aus parteipolitischen oder gegen B. Obama gerichteten Gründen – so anstellt, nur als Witz angesehen werden.

Dann: Wie sicher sind die Daten, ob nun rechtmäßig oder nicht, mit Hilfe von Google & Co. zur NSA gelangt oder nicht, denn nun vor weiterem, definitiv unsauberem Zugriff? Bei diesem Supergeheimdienst, der es offensichtlich nicht einmal schafft, brisante, wenn auch hässliche PowerPoint-Präsentationen für sich zu behalten?

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Privat ist nicht mehr selbstverständlich

George Orwell
George Orwell (Photo: Wikimedia)

Es lässt sich nicht knapper und treffender formulieren, als es The Atlantic schon in der Titelzeile dieses Artikels tat:

All the Infrastructure a Tyrant Would Need, Courtesy of Bush and Obama

Infrastruktur so recht nach dem Geschmack eines Tyrannen also, bereitgestellt von Bush und Obama. Gemeint ist nicht (nur) PRISM, das Programm, das es US-amerikanischen Sicherheitsbehörden ermöglicht, für sie interessante Daten direkt auf den Servern so ziemlich aller großen Diensteanbieter der USA, von Google über Facebook bis, nun ja, AOL mitzulesen, wie der Guardian und die Washington Post berichtet haben; gemeint sind alle Vorgänge, Initiativen und Anweisungen, mit denen die Regierung Bush II., aber auch die Regierung Obama aus dem etwas schrulligen, aber doch einigermaßen funktionierenden Rechtsstaat USA einen Überwachungs- und Polizeistaat zu machen versucht haben – nicht ohne Erfolg.

Und hier teilen sich meine Gedankengänge in zwei Äste – mal sehen, ob ich sie bis zum Ende des Textes wieder zusammenbekomme.

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Habemus…

…praesidentem. Der neue ist der alte, Barack Obama hat four more years, seine Pläne durchzusetzen. Oder es gegen ein republikanisches Repräsentantenhaus wenigstens zu versuchen. In diesen Minuten dürfte Mitt Romney den traditionellen Gratulationsanruf beim Wahlsieger machen und danach seine Niederlage eingestehen. Danke, Amerika, für eine spannende Wahlnacht. Danke für eine letztendlich klare Entscheidung, auch wenn … Weiterlesen

Wer den Wal hat…

…hat die Qual. (Uralt-Kalauer, irgendwann aus den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts des letzten Jahrtausends) Also. Es wird spannend, die Sache mit der Wahl des nächsten Präsidenten der US of A. Dixville Notch, NH hat schon gewählt und ausgezählt, was nicht schwer ist, wenn in einem Winz-Kaff (12 Einwohner bei der letzten Volkszählung) alle Wahlberechtigten … Weiterlesen

Der Nicht-Twitterer

Total verrückt, dieser Obama. Als nächstes kommt auch noch heraus, dass er Redenschreiber hat und sich auch nicht alle möglichen Gesetze selber ausdenkt. Nico Lumma via Und seine Hemden bügelt er bestimmt auch nicht | Lummaland.

Der Ausbruch des Tages

…geliefert von Dave Winer, anlässlich der derzeit in den US of A vor sich gehenden Diskussion um die geplante Gesundheitsreform der Regierung von Barack Obama, und anlässlich der Wortwahl der Obama-Gegner: If you think Obama is Hitler you deserve to meet with others who agree with you, starving and freezing and dying in a cattle … Weiterlesen

Der Eid

Zum Mitsprechen: I do solemnly swear that I will faithfully execute the office of the President of the United States, and will to the best of my ability, preserve, protect, and defend the Constitution of the United States. The Inauguration | Change.gov: The Obama-Biden Transition Team.