Umdenkmal

We the Net People
We the Net People

Es wird Zeit, der Wirklichkeit ins Auge zu sehen. Es wird Zeit, anzuerkennen, dass wir, was die Sicherheit unserer Daten angeht, nahezu niemand vertrauen können; und weil das Wort „nahezu“ zwar eine faire Herangehensweise suggeriert, letztlich aber nur Unschärfe in den Gedankengang bringt, wird es Zeit, uns klarzumachen:

Was die Sicherheit unserer Daten angeht, können wir niemand vertrauen. Außer uns selbst (hoffentlich).

OK. Google (bei „OK, Google“ horcht mein Handy auf) gilt, „Don’t be evil“ hin oder her, als Inkarnation der Datenkrake – was unfair gegenüber den Kraken ist. Wir wissen und bekommen es von interessierter Seite auch immer wieder unter die Nase gerieben, wie Google Daten unseres Verhaltens, unserer Vorlieben und unserer Interessen sammelt und daraus verwertbare Profile baut.

Wir wissen – auch wenn (oft die gleichen) interessierte Seiten uns das gerne vergessen machen würden -, dass außer Kontrolle geratene Geheimdienste unsere Daten abgreifen, wo sie nur können, und gleichzeitig versuchen, Politik und Industrie zu beeinflussen, die Entwicklung und Einführung von Technologien, die das Abgreifen verhindern oder sinnlos machen können, zu verbieten.

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Zwei Schlussfolgerungen und ein schwarzes Telefon

Aha. Die NSA und ihre Freunde vom (von der?) GCHQ kriegen den Hals nicht voll und lesen also auch unsere SMSen. Sagt ein Snowden-Dokument von 2011, zu sehen (wo sonst?) beim Guardian. Daraus ergeben sich für mich einige Dinge: Jeder Terrorist, der sein Geld auch nur einigermaßen wert ist, verzichtet spätestens jetzt auf jegliche Art … Weiterlesen

Quantenerklärbär

Der Mensch wächst an seinen Herausforderungen. So gesehen, war der heutige Arbeitstag ein guter Tag zum Wachsen: Herausforderung des Tages: Quantencomputer in zwei Minuten erklären. Live. Was sonst? — Konstantin Klein (@konstantinklein) 3. Januar 2014 Anlass war der Bericht der WashPost über die Snowden-Enthüllung du jour, die Bemühungen der NSA betreffend, einen für ihre Zwecke … Weiterlesen

Scheiss Technik

Dinge, die ich heute als einer von (nach Veranstalterangaben) 20.000 Teilnehmern der „Freiheit statt Angst 2013“ gelernt habe: Mit 55 und auch einige Jahre nach einer erfolgreichen Meniskus-Operation ist gemeinschaftliches Rumstehen und Durch-die-Straßen-Schlurfen nicht mehr so einfach wie mit 25. Ach. Note to self: Mehr spazierengehen. Wer sich mit 20.000 gleichgesinnten Handynutzern die selben zwei … Weiterlesen

Lotta Continua

Elektronische Schlüssel zum Anfassen
Elektronische Schlüssel zum Anfassen

Vorsicht, in den nächsten Absätzen wird’s technisch! Und politisch! Oder beides! Aber wir müssen da durch, also Ohren auf, anschnallen und Tischchen und Sitzlehnen senkrecht stellen!

Nach einem langen Arbeitstag und einer nur mittelgut verbrachten Nacht gucke ich also mit kleinen Augen an diesem Morgen in meine diversen elektronischen Nachrichtenfächer und finde einerseits eine aufmunternde Mail eines mir bisher Unbekannten (dazu später mehr), der mich motivieren will, doch wieder mehr Menschen von den Vorteilen von elektronischer Verschlüsselung überzeugen zu wollen (ich hatte das ja schon mehr oder weniger aufgegeben), andererseits aber auch die besorgte Anfrage eines Menschen, dem ich zwar alles Mögliche, aber eben nicht Sorgen wie die in seiner Nachricht angesprochenen zugetraut hätte. Ich zitiere mal:

Sachmal, das mit der NSA, das Neueste, dass die mit prächtigen Großcomputern auch sämtliche Kryptos (oder vielleicht heißt es auch „Kryptoi“) knacken können – ist Dir das neu? Ich vermute: Du wusstest es schon!

Nein, lieber Klaus N., das wusste ich so noch nicht, und weitere Blicke aus plötzlich erheblich wacheren Augen, hinein in die Nachrichtenlage dieses Morgens (The Guardian: NSA and GCHQ unlock privacy and security on the internet; Die ZEIT: Selbst SSL-Verschlüsselung ist nicht vor NSA-Spionage sicher etc.) sagen mir, dass die Lage hoffnungslos, aber nicht ernst doch ein wenig anders ist – ohne deswegen wirklich besser zu sein.

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Volksverdummung

Eigentlich kein Wunder. Bis 1933 und ab 1945 sahen und sehen sich die Deutschen selbst gern als Volk der Dichter und Denker (dazwischen waren es eher Richter und Henker); also muss man sich nicht darüber wundern, wie stark bundesdeutsche Politiker auf die Kraft des Wortes™ vertrauen. Vor allem der ihres eigenen Wortes. Kommt ein Kanzleramtsminister … Weiterlesen

Agenda setting

Ich lese zwar keine Zeitung mehr, informiere mich aber – versteht sich wohl von selbst, oder? – weiterhin morgens, mittags und abends über die Dinge, die so in der Welt vorgehen; dabei spielen für mich neben dem meines eigenen Arbeitsgebers die Newsletter von zeit.de, nzz.ch und, nun ja, SParGEL.de (ach guck – Verlagshäuser der klassischen … Weiterlesen

Wer die Wahl hat etc.

Seit einigen Tagen lasse ich mir jeden Morgen (Qualitätsjournalismus!) von zeit.de unter der Überschrift „Fünf vor 8:00“ einen Kommentar zum Tage (man nennt sowas auch Leitartikel) in die Mailbox schmeißen (gibt es auch als Feed!). Es schadet nichts, vor dem Weg zur Arbeit ein paar schlaue Gedanken zu lesen, über die man sich aufregen kann oder auch nicht.

Seit gestern morgen, fünf vor acht, liegt ein Kommentar von Robert Leicht in meiner Mailbox rum, der da zu begründen versucht, warum wir keinen Wahlkampf erleben, und zur behutsamen Nichtbefassung nahezu aller, jedenfalls aber der beiden großen Parteien mit NSA, Prism & Co schreibt:

[…] ist aus den Hauptthemen dieser Vergangenheitsbewältigung kein parteipolitisch zündender Funke zu schlagen. Und zwar deshalb, weil beide große Parteien an dieser Vergangenheit jeweils selber maßgeblich beteiligt waren.

Hier irrt Leicht (diesen Satz hatte ich schon immer mal schreiben wollen!). Obwohl ihm auch noch Ex-Innen- und Verunsicherungsminister Otto Schily (SPD) als Kronzeuge zur Verfügung steht, der die herrschende Aufregung über NSA, Prism & Co. als „Getöse“ bezeichnet.

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Liebes Mitvolk!

Gucke ich mir doch so an, was die Tagesschau auf Facebook ankündigt: Oha, liebes Mitvolk. „Auf die Wahlentscheidung wirkt sich dies jedoch kaum bis gar nicht aus“? Ist die Sache also aus deiner Sicht genau so, wie die Kanzlerin und ihre sog. Mannen es uns vorturnen: Illegal, aber scheißegal? #neuland, in dem man sich nicht … Weiterlesen

Ne-Mail

Ich muss nicht jedes Detail der laufenden Veröffentlichungen des Guardian in Sachen PRISM nacherzählen; das machen schon genug andere, inclusive deutscher Leitmedien. Aber diese Sache hat mich doch grinsen lassen, zumal sie ein anderes meiner Steckenpferde, die gesetzlich für sicher erklärte De-Mail, betrifft (und das wird die Leser, die in der letzten Zeit verstärkt mit … Weiterlesen