Die Sache mit den Produktionsmitteln

Abgefahren (Bonn Hbf.)

Gestern den Menschen, Kolleginnen, Kollegen, in deren Twitter-Timeline ich noch vorkomme, mal wieder auf die Nerven gegangen mit zwei Links: Stop using Facebook, und, noch etwas spezifischer: Journalismus muss sich schrittweise von Facebook trennen – die Frage ist nur wie Nun wissen wir alle: Retweets und gepostete Links sind die Meinungsäußerung der Denkfaulen, und wenn … Weiterlesen

Verlage!

In der (Mause-) Falle

Bevor wir über euch, Zeitungs- und Zeitschriftenverlage, reden, sprechen wir kurz über mich. Ich bin ausgebildeter, hauptberuflicher und fest angestellter Journalist. Insoweit habe ich alles Verständnis dieser Welt dafür, dass andere in dieser Branche ebenfalls von ihrer Arbeit leben wollen, und ich finde es – obwohl Rädchen im öffentlich-rechtlichen System – absolut korrekt, dass privatwirtschaftlich … Weiterlesen

Der tägliche Besuch der alten Dame

Tagesschau 1970
Tagesschau 1970 (tagesschau.de)

Es muss was mit der redlich erworbenen Eigenschaft als Alter Zausel™ zu tun haben: (Fast) jeden Abend, kurz vor 20:00, geht der Griff zur Fernbedienung, drückt der Daumen auf die „1“ – nicht nur jetzt, wenn lange Abende in der Klinik herumzukriegen sind, sondern eigentlich immer.

Der Schreiber dieser Seiten lebt im 21. Jahrhundert und nimmt seine Nachrichten entsprechend auf. Mehrmals am Tag guckt er in den Feedreader und auf die Seiten einer Reihe von Nachrichtenanbietern. Eilmeldungen bekommt er per Push-Nachricht von verschiedenen Quellen, seinem eigenen Arbeitgeber inclusive. Zeitungen liest der Schreiber dieses seit Jahren nur noch sehr unregelmäßig, selbst in elektronischer Form. Für andere TV-Inhalte, also Nicht-Nachrichten, gibt es die Mediatheken und second screens. Und schon vor zehn Jahren verkündete ich meinem damaligen TV-Direktor das kommende Ende des linearen Programmes (was er nicht wirklich hören wollte).

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Relevanz, nicht Firlefanz

Schon früh im Berufsleben, also im letzten Jahrtausend, habe ich gelernt, dass bestimmte Themen einfach „ins Programm müssen“, damit das Programm beim Publikum als relevant angesehen (und gehört) wird. Diese Themen waren (und sind) von hohem Gesprächswert, wobei es leider egal war und ist, wer diesen hohen Gesprächswert initialisiert hat. So haben meine Kollegen und ich viele Male Themen ins Programm gepackt, die wir eher für unwichtig gehalten hatten, die aber eine bundesweite BILD-Schlagzeile „geadelt“ und zum bundesweiten Gesprächs- oder besser Aufregerthema gemacht hatte.

Viele dieser Aufregerthemen habe ich als Redakteur verantwortet oder als Moderator von Früh- oder Talksendungen diskutiert – oft, weil sie mich selbst auch interessiert hatten, oft aber auch, um die Relevanz des Programms oder Senders beim Publikum zu erhalten. Auch so funktioniert Journalismus.

Unter dieser Prämisse – was im bezahlten Journalismus funktioniert, muss doch auch im unbezahlten richtig sein – müsste ich in den vergangenen Monaten auf diesen Seiten, Journalist der ich bin, doch viel mehr meinungsstarke Texte abgelegt haben: Pegida, Flüchtlingskrise, der Rechtsruck in Polen, Ungarn, Frankreich und (etwas zivilisierter, aber nicht weniger erschreckend) in Großbritannien, zuletzt die Vorgänge am und im Kölner Hauptbahnhof – Themen für Aufregertexte gibt es mehr als genug, und das bestätigt mir auch jeder Blick in die Timelines auf Twitter, Facebook oder im Feedreader.

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