Politik, deutsche!

Glaub bloß nicht, dass ich die ganze Zeit nur verliebt auf mein neues Spielzeug bzw. auf die zollamtliche Ankündigung desselben starrte und deshalb nicht mitbekäme, was du so treibst in der Zwischenzeit. Ich habe durchaus mitbekommen, dass die SPD als solche das Leistungsschutzrecht zwar schlecht findet, aber trotzdem – aus Angst vor der Axel Springer AG, etwa? Kanndonnich… – widerstandslos durch den Bundesrat läßt. Ich habe auch die Sache mit der Neuregelung der Bestandsdatenauskunft mitbekommen – auch wenn mir wie auch anderen nicht klar ist, wie ein Gesetz mit so wenig Sachkenntnis… aber lassen wir das.

Jedenfalls wundert mich inzwischen nicht mehr, dass Schwarz-Geld und Rot-Grün auch bei den Wählern inzwischen auf dem gleichen Niveau angekommen sind; mich wundert nur, dass es immer noch so hoch ist.

Politik, wir müssen reden.

Weiterlesen

Verboten isel…

Nicht, dass es in den insgesamt mehr als zwölf Jahren (brutto), die dieses Weblog nun besteht, jemals soweit gekommen wäre, dass ich das gebraucht hätte…

…und auch nicht, dass ich meinte, dass es wirklich was hülfe (ey, ein Konjunktiv!)…

…aber ich bin diesem Beispiel gefolgt und habe meine Nutzungsbedingungen ein wenig ergänzt – um eine Sonderregel für Printmedien. (Weil ich auch zickig sein kann und weil dies hier meins ist und ich machen kann, was ich will.)

Weiterlesen

Und tschüss!

Drei Monate nach der Kündigung meines letzten Tageszeitungsabos habe ich heute auch das Abo auf die Sonntagszeitung gekündigt. Nach der Verabschiedung des Leistungsschutzrechtes haben die bundesdeutschen Zeitungsverleger ja ein tragfähiges Geschäftsmodell im Internet-Zeitalter und sind auf mein Geld nicht mehr angewiesen. Wenn sie sich da nur nicht täuschen. Repeat after me: Papier ist ein Trägermedium, … Weiterlesen

Leben ohne Zeitung

Irgendwann im letzten Jahrtausend, es muss so kurz vor Weihnachten 1979 gewesen sein, erlebte ich als junger Hospitant in der Hamburger Lokalredaktion der WELT, wie ein ebenfalls noch junger freier Mitarbeiter der Redaktion vom Chef vom Dienst gewaltig in den Senkel gestellt wurde, weil er zugegeben hatte, keine Zeitungen zu lesen, denn was darin stehe, sei langweilig und für seine Arbeit nicht relevant.

Wir beide, der in den Senkel Gestellte und ich, lernten an diesem Tag etwas. Der Gesenkelte lernte, dass seine Zukunft nicht unbedingt im Lokaljournalismus lag, und wurde ein Vertreter der sog. Popliteratur (nein, es war nicht Stuckrad-Barre!). Und ich lernte, dass es zur Arbeit eines Journalisten gehörte, Zeitung zu lesen, morgens vor der Arbeit, tagsüber während der Arbeitszeit, nachts nach der Arbeit.

Das war im letzten Jahrtausend. Heute, am 1. Dezember 2012, ist der erste Tag in meinem Journalistenleben, an dem ich nicht mindestens eine Zeitung abonniert habe. Nach Jahrzehnten mit Blättern wie der Süddeutschen Zeitung, der Washington Post und, ja, ahem, auch der taz (ich bekenne…) habe ich mein letztes Zeitungsabo gekündigt und auch auf die Bestechungsversuche („100 Euro für die Verlängerung!“) nicht mehr reagiert.

Weiterlesen

Textbausteine, ungeschützt

Ein erfreulicher Nebeneffekt einer blühenden Blogszene ist, dass man sich als fauler Hund auf die dto. Haut legen kann und abwarten, bis jemand das schreibt, was man auch schon immer mal hatte schreiben wollen. Und selbst wenn der Jemand das viel besser schreibt, als man selber jemals hätte können: Egal, der Text ist in der Welt, und man selbst hat keine Arbeit damit gehabt.

Womit wir, mehr oder weniger logisch, beim Referentenentwurf (eines der wenigen Wörter der deutschen Sprache, in denen die mir gerade sehr lustig erscheinende Zeichenfolge „Entenent“ vorkommt!) für ein Leistungsschutzrecht wären, über das sich seit einigen Tagen engagierte Blogger und andere Autoren zu Recht aufregen.

Ich wünschte mir ja, Stefan Niggemeier hätte Recht mit seiner These „Selten war es so tot wie heute„… darf ich das jetzt so hinschreiben und verlinken? Vermutlich ja, denn Niggemeier ist ja beruflich einer von den Guten und wird mir schon keine Rechnung schicken.

Wenn aber nun nicht, gilt es vorbereitet zu sein, eine Strategie zu haben für den Tag, an dem bundesdeutsche Zeitungsverleger die Leistung, Texte anderer Menschen auf Papier zu drucken, geschützt wissen und damit Geld verdienen wollen. Deshalb an dieser Stelle schon mal, leistungsmäßig ungeschützt und im Übrigen unter einer CC-Lizenz stehend, meine Vorsätze für diesen Tag:

Weiterlesen