Wieder was gelernt

Es ist Dienstag, ein Arbeitstag. Und der Grund, weshalb ich diesen Arbeitstag auf der re:publica verbringen darf, ohne davon Berichte für meinen Arbeitgeber zu verfertigen, liegt darin, dass ich was lernen soll. OK, was habe ich bisher gelernt?

EUpdate
EUpdate

Wir leben im „Golden Age of Protest“, bewiesen durch die Proteste von Tunesien bis Baltimore. Wir sollten aber vom Protest allein nicht zuviel erwarten; Wechsel ist nur durch ständige Arbeit zu erreichen. Und die (siehe das Update-Flowchart von Christian Feld, nach eigenen Angaben ARD-Korrespondent auf dem Planeten Brüssel, l.) ist nicht durch noch so langes Abwarten zu erreichen, sondern durch Einmischung und Kontrolle (siehe auch den vorherigen Beitrag). Es gibt viel zu kontrollieren – packen wir’s an.

Auf der re:publica reicht es, ein Bild von Günther Oettinger zu zeigen, und alle lachen.

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Brief an die (über)nächste Generation

München Hbf. (über 30 Jahre später)
München Hbf. (über 30 Jahre später)

München Hauptbahnhof, in den späten siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Der Student K. bringt seine flugängstliche Mutter zum Nachtzug nach Hamburg. Auf dem Bahnsteig treffen sie den (Dienst-)Reisebegleiter der Mutter, einen bekannten Fernsehjournalisten (OK, mehr als 20 Jahre nach dem Tod des Betroffenen ist es kein name dropping mehr – es war Robert Lembke). Und der erkundigte sich zunächst nach dem Berufsziel des Studenten K. und kommentiert dessen Antwort „Journalist“ dann mit der lapidaren Frage, ob ich, also der Student K., denn nicht lieber was Anständiges lernen wolle.

Damals hielt ich das für einen Routinewitz und lachte höflich. Inzwischen, nach über dreißig Jahren im öffentlich-rechtlichen Rundfunksystem unserer Republik, davon netto mehr als 23 im Status eines Festangestellten, erwische ich mich immer öfter dabei, jungen Menschen die gleiche Frage zu stellen und es nicht als Witz zu meinen.

Was ist passiert?

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Who killed Google Reader?

Futter für Fans von Verschwörungstheorien: Dave Winer, der Papst für alles, was RSS ist, macht sich so seine Gedanken darüber, warum Google dem Guglrieder die Luft abknapsen wird. Die Nachrichtenindustrie ist schuld (oder auch nicht): What we don’t know is why Google shut it down. But one possible reason is that they are trying to … Weiterlesen

Nachdenken, auch ohne Aufschrei

Wir nähern uns dem Augenblick in der aktuellen Sexismus-Debatte, an dem alles gesagt ist, nur noch nicht von jedem. Ein gutes vorläufiges Schlusswort kommt von @jensscholz: Man will ja gar nicht gelobt werden, nur weil man nicht sexistisch ist. Man möchte nur nicht ständig in der Kiste mit den Sexisten landen. — Jens Scholz (@jensscholz) … Weiterlesen

Lobo spricht

Soziale Medien sind Meinungsmedien, in denen Anschein und Augenblick die bestimmenden Kriterien sind. Das ist für sich genommen nicht schlimm, aber im Verbund mit redaktionellen Medien ergibt sich ein schädliches Amalgam aus offiziös anmutender, faktenorientiert erscheinender Berichterstattung und Social-Media-Meinung.

Post-truth politics: Sascha Lobo über die Lüge in der Politik – SPIEGEL ONLINE. Und ja doch, das ist ein Zitat aus SParGEL Online, und es ist von Sascha Lobo, und Lobo hat Recht, und deshalb steht das Zitat hier auch. Mir selbst und allen, die unbedingt „was mit social media“ machen wollen, weil man das so macht, zur Erinnerung.

Ungenannt bleiben sollende Kollegin..

…eines ebenso ungenannt bleiben sollenden TV-Senders (weil weder der Name der Kollegin noch der des Senders mit dem eigentlichen Problem zu tun haben), was haben Sie sich dabei gedacht? „Olaf Scholz im Siegestaumel“? Echt jetzt? Mal abgesehen davon, dass „Olaf Scholz“ und „Siegestaumel“ Begriffe aus zwei unterschiedlichen Galaxien sind: spätestens beim Drankleben des Scholz-O-Tons, der … Weiterlesen

Die Angst des Journalisten

Ich bin – regelmäßige Leser werden es wissen – gelernter Journalist. Ich arbeite für eine Anstalt der ARD. Und mein Fernsehdirektor liest hier mit. So gesehen, ist es vielleicht nicht die beste Idee, an dieser Stelle von meiner Ratlosigkeit zu schreiben. Die Sache ist nämlich so: Seit einigen Monaten beschäftige ich mich beruflich mit der … Weiterlesen