Ganzheitlich? Pfff…

„Du hast nach der OP viel zu schnell wieder angefangen zu arbeiten.“ Wenn einem so gut wie alle (Ehefrau, Tochter, Chefin, die Kollegen, die Ärzte…) diesen oder einen ähnlichen Satz sagen, dann ist es entweder eine Verschwörung, oder sie haben vielleicht Recht. Vielleicht.

Was war geschehen? Dass ich im Sommer zuerst Frank Schrittmacher und dann noch ein paar Herz-Ersatzteile bekommen habe, wissen regelmäßige Leser dieser Seiten. Das ich schon vorher gelegentlich vor Migräneschmerzen in die Tischkante biss oder mir mit krampfartigen Hustenanfällen selbst die Atemluft weghustete, was in dekorativen Ohnmachtsanfällen enden konnte, wissen aus meiner Umgebung auch eine Reihe von Menschen.

Drehschwindel (Symbolbild)
Drehschwindel (Symbolbild)

Seit den Operationen in diesem Sommer sind nun noch weitere Ausfallerscheinungen hinzugekommen: vermehrte Sehstörungen (Migräne?), Schmerzen in rechtem Arm und rechtem Bein (?), kurze, aber heftige  Schwindelanfälle (im Sinne von Karussellfahren, nicht von Die-Unwahrheit-sagen), Schwächeanfälle, Desorientierung (die Oktober-Affäre). Kurz: Aloha! (Das ist hawaiianisch und heißt, according to Phyllis McNamara in dem Film „Eins, zwei, drei“: Mir reichts!) Und weil ich glaub(t)e, dass alles mit allem zusammenhängt, ließ ich mich noch einmal komplett durchchecken…

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Muh. Von Herzen.

Hinweis: Nichts von dem, was ich hier berichte, ist in irgendeiner Weise besonders. Was ich erlebe, erleben zur gleichen Zeit unzählige Menschen überall auf der Welt. Ich finde all dies nur deshalb so interessant, weil es mir passiert, und weil es mich dabei seltsam unbeteiligt lässt zumindest im ersten Teil seltsam unbeteiligt gelassen hat.

Im Grunde ist nicht viel passiert seit der letzten Nachricht von meinem Weg hin zum Cyborg. Im Grunde war da nur eine drei- bis vierstündige Operation plus eine Woche Grunderholung, ein paar Tage zu Hause, eine Komplikation plus zwei Wochen Krankenhaus und jetzt eine dreiwöchige Reha (amtlich: Anschlussheilbehandlung), von der auch schon mehr als die Hälfte vorbei ist. Also alles im grünen Bereich.

Nun ja. Zusätzlich zu Frank Schrittmacher trage ich jetzt ein Stück Plastik-Aorta und eine Aortenklappe, die vor mir einem (vermutlich) treuen Stück Rindvieh gedient hat, mit mir herum. Und wenn ich morgens im Bad vor dem Spiegel stehe und mir die mehr als 20 cm lange Narbe auf dem Brustbein ansehe, die vor zwei Monaten noch nicht da war, bin ich immer noch erstaunt, dass diese frankensteineske Kombi aus Konstantin, Kuh und Plastik, die dahinter schlägt, doch erstaunlich gut funktioniert. Weil ich sonst wohl nicht vor dem Spiegel stehen könnte.

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Erlebnisse einer angehenden MenschMaschine

Hinweis: Nichts von dem, was ich hier berichte, ist in irgendeiner Weise besonders. Was ich erlebe, erleben zur gleichen Zeit unzählige Menschen überall auf der Welt. Ich finde all dies nur deshalb so interessant, weil es mir passiert, und weil es mich dabei seltsam unbeteiligt lässt.

Der erste Schritt hin zur Existenz als Cyborg ist getan. Der zweite folgt demnächst: mit einer Diagnose allein kommt unsereiner ja gar nicht erst ins Krankenhaus. Dass das System die Installation des Subsystems Herzschrittmacher erforderte, wusste ich nach einer Stunde in der Notaufnahme. Dass da noch mehr sein könnte… Aber der Reihe nach.

Schon rund um die Schrittmacher-Aktion (ich nenne ihn übrigens zärtlich „Frank“, und wer den Grund dafür weiß, darf sich ’n Keks nehmen) raunten die Ärzte Geheimnisvolles über geheimnisvolle Herztöne; und weil die Charité unter anderem ein Lehrkrankenhaus ist, durften drei Studentengruppen an meinem Thorax herumhorchen, während die lehrenden Ärzte wiederholt und ein wenig aufgeregt fragen: „Hören Sie’s? Hören Sie das?“ (Ungefähr die Hälfte hörte nichts oder fast nichts.)

Gestern dann also: Showtime!

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Systemupgrade

Auf dem Weg zum Cyborg. Seit einem Tag vertraue ich meinen gesunden, regelmäßigen Herzschlag (gesund? Nun ja. Regelmäßig? Wie Joe Morello in Take five) einem elektronischen Gerät an, das jetzt unter der Haut an meiner linken Schulter zuhause ist. Und während meine eine Hälfte darüber nachdenkt, mit welchem Betriebssystem das Dings wohl den Takt vorgibt … Weiterlesen