Der Trend geht zum Dumb Phone

Irgendwann zu Beginn des Jahrtausends, liebe Kinder, wurde ich bei einem der damals beliebten Blogrankings (gibt es sowas heute überhaupt noch?) in der Kategorie „Poser“ („hat die neuesten Gadgets, die süßeste Praktikantin“) auf Platz zwei gewählt. Wahrscheinlich waren nur drei Kandidaten angetreten.

Weil ich damals allein und selbständig arbeitete, fiel das mit der Praktikantin weg, und es blieben mir nur die Gadgets. So blieb es auch lange Zeit, bis mir irgendwann das Geld für die neueste, schickste Funkquatsche oder den besten Rechner für den heimischen Schreibtisch ausging und ich entdeckte, dass man auch mit weniger schicken (= teuren) Geräten zufrieden sein kann. So war ich nach einer Mac/iPhone-Phase schon früh Android-Nutzer und habe auch heute noch ein Motorola-Dings herumliegen, das zumindest vor zwei Jahren noch top of the line war.

Herumliegen?

Ja, herumliegen. Denn seit 14 Tagen ist bei mir das Gerät im Tagesgebrauch, für das ich vor zweieinhalb Monaten eher lauwarme Worte fand.

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Wie in alten Zeiten…

Alter Sack wird zwar nicht jünger, fühlt sich aber jünger. Mindestens sechs Jahre. Und alles nur wegen Firefox OS.

Firefox OS auf Alcatel (auf Cherry)
Firefox OS auf Alcatel (auf Cherry)

Die Neugier hat gesiegt, und ich habe mir ein Exemplar von Firefox OS zum Angucken besorgt. Firefox OS ist der Versuch der Mozilla Foundation, den Markt für Smartphone-Betriebssysteme nicht vollständig Apple und Google (und Microsoft, ja doch…) zu überlassen, und weil die beiden (ja, wirklich nur die beiden, aber Microsoft nicht) sich den Smartphone-Markt im industrialisierten Teil der Welt so ziemlich untereinander aufgeteilt haben, zielt Mozilla eben auf die Länder, in denen Smartphones noch nicht so verbreitet sind, u.a. weil die Infrastruktur fehlt. Firefox OS soll das „Smartphone light“ befeuern – wobei die Feuerkraft, nun ja, nicht so feurig wirkt.

Zurück zum ersten Satz. Testend fühle ich mich tatsächlich ins frühe 2007 zurückversetzt, als Apple das allererste iPhone (und einen dazugehörigen iPod touch, also ein iPhone ohne Phone) vorstellte. Damals verfügte Steve Jobs, dass Web-Apps genau das richtige für das neue Smartphone seien – und mit Web-Apps arbeitet auch Firefox (fast) ausschließlich.

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