Liebes Face-Tagebuch!

Heute im Morgengrauen, zwischen Sicherheitskontrolle und Boarding, fiel mir doch ein, wie lange ich jetzt schon ohne Facebook-Bespielung (aktiv wie passiv) auskomme (ich berichtetete), und vor allem, wie wenig Mühe mich das kostet. Ja, es stimmt, ich habe mein Facebook-Konto stillgelegt; wer mich aus meinen Facebook-Kreisen erreichen will, muss das jetzt per Mail, SMS oder … Weiterlesen

Facebook-Mood: not amused

Aus der Sicht eines (anderen) Journalisten könnte man schon fast als Berufsunfähigkeit bezeichnen, wie schwer ich mich über manche Sachen aufrege. Wo andere schon Skandalschlagzeilen am laufenden Band raushauen, brumme ich oft noch „Und?“ oder „Hast du was anderes erwartet?“, bevor ich mich an die Arbeit mache. Hat vielleicht auch mit dem Dienstalter zu tun; irgendwann regt der Mensch sich nicht mehr über jeden Scheissdreck auf.

Und dann kommt The Atlantic (und andere) und berichtet, wie Facebook untersucht, wie sich die Auswahl der angezeigten Nachrichten (wir erinnern uns: „Hauptnachrichten“ vs. „Neueste Nachrichten“, Nachrichten, die gar nicht oder nur gegen Geld angezeigt werden etc.) auf die Stimmung der Facebook-Nutzer auswirkt:

For one week in January 2012, data scientists skewed what almost 700,000 Facebook users saw when they logged into its service. Some people were shown content with a preponderance of happy and positive words; some were shown content analyzed as sadder than average. And when the week was over, these manipulated users were more likely to post either especially positive or negative words themselves.

Das Ergebnis: eine Studie, veröffentlicht im prestigeträchtigen Fachblatt Proceedings of the National Academy of Sciences.

Nee, Facebook, so nicht.

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Google kriegt kalte Füße

Es wäre interessant, zu wissen, in wie vielen Konferenzräumen dieser Welt jetzt Schadensbegrenzung betrieben wird – nach den Veröffentlichungen von Guardian und WashPost, das PRISM-Programm zur umfassenden Datenerfassung von so ziemlich allem betreffend.

Die des derzeitigen Chefs des US-amerikanischen Überwachungsstaates, Barack „der Gute“ Obama, sah bisher eher mittelschwach aus. Die – übrigens durch nichts bewiesene – Behauptung, US-Bürger und Menschen, die in den USA lebten, seien von PRISM nicht betroffen, kann die überwiegende Mehrheit der Netznutzer dieses Planeten nur schwer beruhigen; der Hinweis, der Kongress hätte alles rechtlich unterfüttert und abgesichert, kann angesichts dessen, was der gleiche Kongress sonst gerne – und oft aus parteipolitischen oder gegen B. Obama gerichteten Gründen – so anstellt, nur als Witz angesehen werden.

Dann: Wie sicher sind die Daten, ob nun rechtmäßig oder nicht, mit Hilfe von Google & Co. zur NSA gelangt oder nicht, denn nun vor weiterem, definitiv unsauberem Zugriff? Bei diesem Supergeheimdienst, der es offensichtlich nicht einmal schafft, brisante, wenn auch hässliche PowerPoint-Präsentationen für sich zu behalten?

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Privat ist nicht mehr selbstverständlich

George Orwell
George Orwell (Photo: Wikimedia)

Es lässt sich nicht knapper und treffender formulieren, als es The Atlantic schon in der Titelzeile dieses Artikels tat:

All the Infrastructure a Tyrant Would Need, Courtesy of Bush and Obama

Infrastruktur so recht nach dem Geschmack eines Tyrannen also, bereitgestellt von Bush und Obama. Gemeint ist nicht (nur) PRISM, das Programm, das es US-amerikanischen Sicherheitsbehörden ermöglicht, für sie interessante Daten direkt auf den Servern so ziemlich aller großen Diensteanbieter der USA, von Google über Facebook bis, nun ja, AOL mitzulesen, wie der Guardian und die Washington Post berichtet haben; gemeint sind alle Vorgänge, Initiativen und Anweisungen, mit denen die Regierung Bush II., aber auch die Regierung Obama aus dem etwas schrulligen, aber doch einigermaßen funktionierenden Rechtsstaat USA einen Überwachungs- und Polizeistaat zu machen versucht haben – nicht ohne Erfolg.

Und hier teilen sich meine Gedankengänge in zwei Äste – mal sehen, ob ich sie bis zum Ende des Textes wieder zusammenbekomme.

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Thinking outside the Google

Einen sehr ähnlichen Beitrag hatte ich schon vor zwei oder drei Jahren geschrieben. Die Einträge aus dieser Zeit sind aber weg, einem Frühjahrsputz vor einem Jahr zum Opfer gefallen. Also nochmal:

Nein, ich bilde mir nicht ein, dass ein einzelner Kunde mehr oder weniger einen Milliardenkonzern auch nur einen feuchten Furz interessiert. Und nein, es geht auch nicht darum, besagten Milliardenkonzern für eine einzelne Entscheidung, und sei sie noch so doof, abzustrafen. Es ist nur so: Wir alle wissen – oder sollten wissen – dass wir im Umsonst-Biotop Internet unter anderem mit persönlichen Daten bezahlen, und dass, je mehr dieser Daten jemand miteinander verknüpfen kann, desto genauer das Bild ist, das dieser Jemand vom Kunden Kafka Klein (um nur einen Namen zu nennen, der mir gerade durch den Kopf ging) hat.

So schön, wie also Dienste aus einer Hand zusammenspielen – und das gilt nicht nur für Google-Dienste, sondern auch für solche der Firmen Apple, Microsoft und vieler anderer -, so einfach ist es, alle Dienste aus einer Hand zu beziehen, weil sie z.B. auf dem eigenen Smartphone vorinstalliert sind.

Nee, mach ich nicht. Und weil ich – gezwungenermaßen – auf der Suche nach einer Alternative zum Google Reader bin (wir erinnern uns: am 1. Juli ist Schluß!) -, kann ich meine schon jetzt genutzten Alternativen zu Google auch mal auflisten. Zur gefälligen Kenntnisnahme, Nachahmung oder auch nicht.

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Was, bitte, sind Hauptmeldungen?

Facebook mobil, Montagabend
Facebook mobil, Montagabend

Wie wir Facebook-Experten wissen, ist alles ja ganz einfach. Wenn uns was an Facebook nicht passt, ob neue Nutzungsbedingungen oder auch nur lästige Einladungen zu dito Spielen, dann müssen wir das nur in einer Textverarbeitung aufschreiben (gerne auch weiß auf schwarz), ein Bildschirmfoto davon machen, dieses Foto dann an unsere Facebook-Pinnwand nageln, und schon haben wir erfolgreich und wirkungsvoll Widerspruch gegen Nutzungsbedingungen oder nervige Spiele (you know who you are!) eingelegt. Denn Facebook speichert ja nicht nur alles, sondern lässt auch, so kein lesbarer Text vorhanden, sicherheitshalber eine Texterkennung über jedes Bild laufen, um zu sehen, ob da einer Text fotografiert hat. Und weil die Datenbanken und die Rechenpower von Facebook unendlich sind, ist natürlich das Ergebnis, dass sich jeder seine eigenen Nutzungsbedingungen zurechtprotestieren darf.

Oder auch nicht.

So fürchten wir uns also vorm bösen Zuckerberg, finden alles, was Facebook so treibt, eher undeutsch, weil nicht den hiesigen Datenschutzerwartungen entsprechend (kann mir die jemand mal in drei knackigen Sätzen formulieren, BTW?), und kommen doch nicht von Facebook los.

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Fragmentation without Representation

Wahlnacht, 0:30. Der Auftrag: Zu sehen, wie Live-Wahlberichterstattung im Netz stattfindet – um zu sehen, wie es die anderen, vor allem die social media es machen. Erster Eindruck, lange vor dem ersten Ergebnis: Jeder kann sich sein eigenes Programm zusammenstellen (ach was!), und anstatt sich vor dem Lagerfeuer des guten alten Bildschirms zu versammeln, fragmentiert … Weiterlesen

…wildly exaggerated

Allen, die gerne den baldigen Tod der E-Mail vorhersagen bzw. herbeischreiben wollen…

Im Grunde hat Volker Weber es in einem Satz (nun ja, in dreien) bündig zusammengefasst:

People use email because it works. Create mail, insert address, add file, boom. It’s the swiss army knife everybody carries.

Dem ist nichts hinzuzufü. Fast nichts. Nur das noch:

Es mag ja sein, dass Netznutzer privat zunehmend über die Facebooks dieser Welt kommunizieren. Ist sogar mir schon passiert, dass mich ein Kollege auf einer Dienstreise dringend (!) erreichen wollte und mir deshalb eine Facebook-Nachricht (WTF?) schickte, oder dass meine Tochter Twitter-DMs (gibts die noch? Die DMs?) verschickte, weil die S-Bahn Verspätung hatte (Nachricht ohne Nutzwert, da täglich vorkommend). Und es mag genauso sein, dass Mailnutzer die E-Mail für nutzlos erklären, weil sie nicht wissen, dass es Spamfilter gibt, und wie man sie nutzt.

Es bleibt aber – und hiermit komme ich im nächsten Absatz von stating the obvious zu einer (zumindest mir) neuen Beobachtung – dabei, dass E-Mail das offenste Kommunikationsprotokoll ist, das mir gerade beim zweiten Spätabendbier einfällt. Facebook gehört Facebook, Skype gehört Microsoft, das Telefon gehört den Telefongesellschaften, die Post gehört… you get the picture. Mail darf dagegen jeder, der sich an ein paar Standards hält – oder auch nicht; die meisten Mailclients nehmen auch proprietär verkorkste Mail mit.

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Wisch und weg

„Wenn ich nachts nicht schlafen kann“ (G. Kreisler, „Zwei alte Tanten“), räume ich gerne meine Smartquatsche™ auf. So geschah es auch gestern nacht, und mit ein paar Mausklicks Fingerpatschern flog die Facebook-eigene Facebook-App von meinem Motorola. Bis auf weiteres und möglicherweise endgültig. Und warum? Nicht etwa, weil ich Facebook damit aignern ärgern will. Nachdem in … Weiterlesen

Ey, Facebook!

Lese ich mich doch, nichts Böses ahnend, durch die abendliche Ladung Feeds, und stoße auf diesen Artikel bei Forbes: „Facebook’s Lame Attempt To Force Its Email Service On You„. Inhalt in etwa: Facebook ändert heimlich die angegebene Kontakt-Mailadresse seiner Mitglieder auf die von Facebook angebotene und so ungefähr von niemand genutzte Mailadresse @facebook.com. Ich denke … Weiterlesen