Vielleicht ’ne Marke

Gerade eben „Im Netz der Islamfeinde“ gelesen, ein mehr oder weniger gelungenes Beispiel für investigativen Journalismus, vollführt von der hiesigen Zeitung. Die Geschichte befasst sich mit dem Blog „Politically Incorrect“ (linkt euch doch selbst!™) (dass man sich mit sowas die Bezeichnung „Blog teilen muss!) und stellt – das ist der gelungene Teil – anhand von „der Redaktion vorliegenden Dokumenten“ die Verflechtung von PI mit Rechtsrandgruppen wie der Partei FREIHEIT (Heimat eines Ex-Piraten – oder ist A. König da schon wieder weg?) oder der PRO Bewegung dar (pauschales „linkt euch doch selbst™“ – wer sich angesprochen fühlt, ist gemeint).

Dokumente, die dieser Zeitung zugespielt wurden, belegen, dass PI weit mehr ist als eine harmlose Internetseite. Es handelt sich vielmehr um eine Organisation, die zum Teil hochkonspirativ an der Verteufelung einer ganzen Glaubensgemeinschaft arbeitet. Die in einem internationalen Netzwerk von Islamhassern eine entscheidende Rolle spielt und diese noch auszuweiten gedenkt. Die Gewaltverherrlichern und Rassisten, deren Weltbild dem des norwegischen Massenmörders Anders Breivik ähnelt, ein Forum bietet.

Danke. Gut, dass das mal für jeden leicht verständlich zusammengefasst wurde.

Nicht ganz so gut – aber das ist bei investigativem Journalismus auf begrenztem Budget wahrscheinlich so, und wir sollten froh sein, dass es das überhaupt noch gibt – ist die Art und Weise, wie Verbindungen dargestellt werden, obwohl sie sich nicht oder nur teilweise belegen, aber auch nicht ganz widerlegen lassen. Nicht ganz so gut ist auch, Publizisten wie Ralph Giordano oder Henryk M. Broder, die beide durchaus ihre Verdienste hatten, als „hierzulande sattsam bekannte ‚Islamkritiker'“ abzuqualifizieren. „Islamkritiker“ hätte genügt, um die jüngeren Arbeiten von beiden zu charakterisieren. Aber egal. Jedenfalls bin ich bei der Lektüre gleich in mehrere Richtungen ins Grübeln gekommen.

Ende der Leseempfehlung, Anfang des Gegrübels, auf einer neuen Seite: 

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