State of the Blogosphere

Es tut sich was in Klein-Bloggersdorf.

Jahrelang war Blogging das Aneinanderreihen von Beiträgen in umgekehrt chronologischer Form, und die Varianzen beschränkten sich auf Kommentarfunktion vs. nicht, hohe Linkdichte vs. niedrige, Volltext vs. Exzerpt im Feed, Weblog vs. Tagebuch (‚tschuldigung!), dynamisch vs. statisch und ähnlich belangloses Zeug. Das scheint anders zu werden.

Irgendwann im letzten Jahr wurde selbst für Schnarchnasen klar, dass mit Aggregatoren, Lifestreams, Tumblelogs, Communities etc. Leben in die Bude gekommen war („Ich beobachte das schon länger“ – unbek. Servierfachkraft im Hackeschen Hof, 8. März 2006). Blogging wurde schneller, lebendiger, interaktiver, The Next Big Thing, das ich schon länger desperately am seeken bin.

Und es beginnt ein allgemeines Experimentieren – an dieser Stelle u.a. mit Tumblelogging und Lifestream, beides zunächst auf eigenen Seiten, inzwischen integriert in dieses hier. Beides sind Erscheinungsformen der Graswurzelpublizistik, die eine kritische Masse erreicht haben und deshalb in einem Massen-Blogsystem wie WordPress nachgebaut wurden. Auch eine Art von Bestätigung. Kann ich beides nur empfehlen, das.

Meine Frage in die Runde ist: Wie sieht es mit den anderen neuen Auswüchsenformungen aus? Klar – kann jeder selbst für sich ausprobieren; aber vielleicht lassen sich Erfahrungsberichte ja auch sammeln – in den Kommentaren, beispielweise?

Here we go:

  • Tumblelogging: Schnelleres, raueres Blogging, spontan, authentisch, nicht gefiltert. Wie wirkt sich das aus auf den Blogger (mehr/weniger Output, mehr/weniger Qualität), wie auf die Verbreitung (mehr/weniger Leser und/oder Feedback)?
  • Community Building: Ob nun fremdgehostete Lösungen wie sixgroups.com oder fremdbestimmte wie Facebook Connect oder Google Friend Connect – mehr und mehr tauchen community-orientierte Erweiterungen in Klein-Bloggersdorf auf. Vielleicht ist es noch zu früh, eine Antwort zu erwarten, aber: Wie wirkt sich eine community auf ihr Wirts-Blog aus: mehr Leser, mehr Kommentare, oder einfach nur mehr Gebadge auf der Seite nebst Userverfolgung im Hintergrund?
  • Lifestreaming: Ja, es geht™, und ich finde es auch interessant, zu sehen, was andere, was ich den ganzen Tag über so im Netz treiben. Aber wie relevant ist das eigentlich?
  • Neues Bloglayout: Damit ist weniger das auch früher schon übliche Rumbasteln an fremden oder eigenen Templates gemeint, sondern das, was Duncan Riley für 2009 vorhergesagt hatte und ich deshalb noch schnell in den letzten Tagen des Jahres 2008 umgesetzt habe: Weg von der einfachen Folge von Beiträgen, hin zu einer magazinartigen Aufmachung, mit konsequent durchgehaltenen Rubriken/Kategorien, hervorgehobenen Geschichten/Rubriken, Rubriken- oder Themenbildern (bis hin zum Schmuckbild – schauder!) und was man sonst von professionell gemachten Nachrichtenseiten lernen kann. Welche Auswirkung hat sowas – außer dass Blogging plötzlich mehr Arbeit bedeutet? Angenehmeres Lesen? Attraktiveres Weblog? 

Fragen über Fragen. Ich freue mich auf und über jede Antwort.