Spenden für Diaspora

Zum letzten Mal hatte ich diesen Satz „Spenden für die Diaspora“ gehört, als ich noch Insasse Schüler einer katholisch dominierten Grundschule im Süden der Republik war. Mit „Diaspora“ war wohl die DDR gemeint, in der Christen allgemein und Katholiken insbesondere in der Minderheit waren und Geld zum Beten brauchten (oder so), und mit „Spenden“ war eben dieses Geld gemeint, das wir unseren Eltern aus dem Kreuz leiern und zur Schule bringen sollten.

Diesmal ist alles anders. Diaspora ist der Versuch einiger Studenten, in New York das Gegen-Facebook zu entwickeln: offen, nichtkommerziell, dezentral – angesichts der zunehmenden Kritik an Facebook eine gute Idee. Und mit „Spenden“ ist diesmal gemeint, den Leuten hinter Diaspora Startkapital zukommen zu lassen.

Wie sich das für ein dezentrales, offenes, nichtkommerzielles Projekt gehört, geschieht auch das Spendensammeln dezentral: über Kickstarter. Minimalspende ist ein Dollar, das bisher gespendete Einzelmaximum für Diaspora beträgt 25 Dollar, und auf diese Art haben die Jungs (und Mädels?) in den letzten Tagen mehr als $ 114.952,00 zusammenbekommen, berichtet TechCrunch. 10 Dollar davon sind von mir.