Spaß mit dem Social Graph

Ich habe eine Entschuldigung: Ich bin schwer erkältet, mein Kopf ist verklebt wie sonstwas, und ich bin für meine Entscheidungen deshalb nicht verantwortlich zu machen. Außerdem habe ich plötzlich eine Menge Zeit, mich mit Dingen zu befassen, die ich sonst schnell links liegen gelassen hätte.

Heute: Der Like-Button.

Natürlich gibt es, anders, als ich gestern geschrieben hatte, ein paar Unterschiede zwischen der bisherigen Fanwerdungs- und der neuen Like-Funktion. Beim Nachdenken sind sie mir aufgefallen. Hier sind sie:

  1. Um harmlose, nichts Böses ahnende Surfer zu Fans seiner eigenen Seite zu machen, musste man bisher eine Fanpage für diese Seite bei Facebook anlegen. Das war ein bisschen mühsam – und darüber hinaus sehr lächerlich, denn bei aller Freundschaft würde ich mich nie als „Fan“ einer Website bezeichnen und habe das auch den netten Mitmenschen, die das in Bezug auf bluelectric.org von sich behauptet haben, nicht wirklich abgenommen.
    Ein echter Nachteil der Fan-Funktion war übrigens m.E., dass die Deklaration des Fantums bedeutete, dass automatisch alle Aktivitäten auf der Fanseite in den News-Strom des Users flossen – was zu schauerlichen Redundanzen führen kann.
  2. Ein Like-Button lässt sich via iFrame in Nullkommanix auf die Seite packen. Der Nachteil bei dieser Arbeitsweise: Die URL, die der fleißige Klicker gut finden soll, muss manuell eingegeben werden – und bezieht sich somit, wenn man den Like-Button nicht manuell auf jede einzelne Artikelseite packen will, auf die Gesamtdomain. Oder auch nicht, denn boshafte Menschen haben schon auf ihre Seite harmlos aussehende Like-Buttons gepackt, und ahnungslose Menschen, die darauf geklickt haben, sahen sich im Facebook-Netz plötzlich als Fans von Tokio Hotel oder noch schlimmerem geoutet.
  3. Es gibt eine andere Art, die aber wieder mit mittelschwerem Gefrickel verbunden ist. Voraussetzung ist diesmal nicht die Erstellung einer Fan-Page (schauder), sondern die Erstellung einer Facebook-Anwendung für die eigene Seite (schauder-schauder-schauder). Das ist ein langwieriger und nicht sonderlich gut dokumentierter Vorgang. Hat man den aber hinter sich gebracht, kann man einen Like-Button (und auch andere Ausprägungen des Social Graph nach Facebook-Manier) auf die Seite packen, der den Klicker nicht irgendwas gut finden lässt, sondern exakt die Seite, auf der der Button sitzt (bin gespannt, wann der/die Erste mein Impressum gut findet…). Wer also den Like-Button auf der Artikelseite eines Weblogs anklickt, findet genau diesen Artikel gut, aber nicht automatisch alle anderen Texte auch.

Diese Form des Like-Buttons habe ich – ich habe ja Zeit und einen verkeimten Schädel (s.o.) – vorerst auf diese Seiten gepackt. Das optionale Kommentarfeld kriege ich noch nicht auf die korrekte Breite zugeschnitten, aber ich habe ja auch noch ein Wochenende vor mir, bevor die Pflicht wieder ruft.

Im Übrigen weise ich darauf hin, dass ich zwar gerne mit Datenkraken spiele, das von meinen Lesern aber nicht verlange. Wer nicht klickt, wird auch nicht vereinnahmt. Jut, wa?

Ach ja – die bluelectric-Fanseite gibt es weiterhin. Damit die bisher bekennenden Fans ihren Klick nicht umsonst geleistet haben.